Holundertee und Quarkumschläge

Es ist so heiß, dass wir sogar drinnen gefrühstückt haben. Auf dem Balkon ist es nicht auszuhalten. Aber ich habe mir ein wenig Sommer ins Haus geholt. Holunderblüten und Zitronen mit Honig sind der Tee des Tages. Eine sehr feine Komposition, die auch kalt schmeckt und gut für die Seele ist es auch.

Für meinen arg sprapazierten Fuß, der gestrige Gewaltmarsch von einer Stunde quer durch die Stadt, hat ihm wahrlich nicht gut getan. Jedenfalls waren die Schmerzen heute sehr stark, dass ich mir Quarkumschläge verordnet hat. Yoga ging trotzdem und nachher steht noch eine Session an. Yin Yoga und eine Wasserfallmeditation. Was immer das ist, ich lasse mich da mal überraschen.

Es ist wirklich merkwürdig, wie man Körper sofort in die Verweigerung geht, wenn ich dabei bin zu verändern und ich habe die letzten Wochen so einiges verändert. Zum Beispiel was Bewegung betrifft, ich gehe mehr raus (und bezahle mit entzündeten Achillessehnen dafür). Es ist wie immer, wenn ich Gefahr laufe abzunehmen, obwohl ich weiß, dass ich meine Fett-Schutz-Schichten nicht mehr brauche,  geht mein Unterbewusstsein in Verteidigungshaltung. Ich bin dabei es sanft zu überzeugen, dass wir dünner besser dran sind.

Tapfer die 2.

Heute also wieder Zahnklinik und schon hat sich herausgestellt, dass Zahnärzt*innen, auch nette, lügen wie gedruckt. Bei der Absprache hieß es, dauert eine halbe Stunde und ist total easy. Ach ja? Eine Stunde und von wegen easy. Wenn ich nicht mittlerweile eine recht gut mit beruhigenden Atemtechniken firm wäre, hätten wir die Aktion abbrechen müssen. Es ging dann einigermaßen und um Anschluss bin ich gleich zur Krankenkasse und habe mir den Heil- und Kostenplan genehmigen lassen. Beim Erfragen des neuen Termins in der Klinik erfuhr ich denn, dass da noch ein Teil des Heil- und Kostenplans fehlt.

Aber das können sie ja mal eben am Montag erledigen. Ach ja, die Überweisung in den 6. Stock brauchen sie ja auch noch, ha ha, hätten wir ja auch gleich heute machen können. Sorry.

Was glauben die eigentlich? Dass ich nur Zeit fürs Hin- und Herrennen habe? Wahrscheinlich ja. Ich hasse so unübersichtliche Verfahren, so fühle ich mich nicht sicher. Gut, ich ziehe das nun durch, aber Montag ist da ein Gespräch fällig.

Ansonsten ist alles in Ordnung. Jedenfalls im Großen und Ganzen. Die gesamte Aktion wird nicht so teuer, wie ich vermutet habe. Wie es aussieht komme ich unter 1000 € weg. Ein Grund zur Freude.

Das Spiel des Jahres

Zur Zeit habe ich das Gefühl mich in einem Spiel mit dem Titel: “Das sind ihre Ängste, Frau Braun! Sind Sie bereit sich ihnen zu stellen?” zu befinden. Frauenarzt habe ich in Gang gesetzt, Zahnklinik auch, da geht es morgen weiter, und dem zweiten mal Radfahren habe ich mich heute gewidmet. Außerhalb des Zentrums bin ich ja schon gefahren, nun habe ich mich auch innerhalb der Stadt auf den Weg gemacht. Es ging zur Bib. Da ist der Weg schon ein wenig anspruchsvoller. Es geht am Busbahnhof und Bahnhof vorbei. Aber ich habe es hinbekommen, ohne als roter Fleck in der Landschaft zu enden. Ist doch schon mal gut. Wirklich nervig war eigentlich nur die extreme Hitze. Ich dachte, ich krieg die Krise. Kein kühlender Fahrtwind, sondern eh das Gefühl mit heißen Tüchern geprügelt zu werden.

Morgen dann also Zahnklinik, wahrscheinlich auch mit dem Rade. Da muss ich am Zoologischen Museum vorbei und überlege, ob das nicht eine gute Gelegenheit wäre, dort mal wieder längs zu gucken. Mal sehen, ob sie die Tiefseeausstellung noch haben. Die konnte ich das letzte Mal nicht richtig genießen, weil Selena mit war und in dem dunklen Raum Angst hatte. Ob ich es morgen mache, mache ich mal davon abhängig, wie ich mich nach der Behandlung fühle. Sonst eben ein anderes Mal.

Müder Montag


Heute bin ich extrem müde und mein Fuß, der mit der gereizten Achillessehne, macht mir Schwierigkeiten. Also ein guter Tag um drinnen zu bleiben. Der Besuch meiner drei Frauen war sehr schön, aber auch sehr anstrengend und ich bin mit dem angeschlagenen Fuß mehr rumgelaufen, als ich es hätte sollen. Aber wir konnten ja nicht nur in der Bude sitzen und das wollte ich ja auch nicht. Es ist aber klar, dass ich die nächsten Tage nicht herumlaufen werde, sondern meine Touren, morgen Bücherei und übermorgen Zahnklinik, mit dem Fahrrad machen werde.

Nach dem Abendessen, Pellkartoffeln mit Schlick und zum Nachtisch Erdbeeren, werde ich mich zu Bette begeben und weiter Jäger, Hirten, Kritiker von Richard David Precht hören.

Der Besuch der Kinder hat mich in einer Hinsicht sehr betroffen gemacht. Jenni ist derartig erschöpft und das macht mir große Sorgen. Viktor und ich basteln daran, wie wir ihr ein freies WE verschaffen können, damit sie einmal richtig ausschlafen kann. Durch Melindas Neurodermitis ist sie immer wieder nachts wach, muss eincremen oder einfach Rücken kraulen. Das geht so nicht weiter.

Family Weekend

Die Kinder waren also da, respektive sind es noch. Jenni hat sich ein wenig hingelegt und Selena und Melinda lesen in den Drachenbüchern. Viktor amüsiert sich mit Zwischenbemerkungen, Suka liegt auf meinen Füßen und ich nutze die Ruhe und schreibe hier. Es fing nicht so prickelnd an, da die Damen hier mit vierstündiger Verspätung aufschlugen, was bedeutete, dass wir gestern nichts mehr unternehmen konnten. Heute wollten wir denn zum Strand, aber das Schicksal war gegen uns. Am Anleger Bellevue hatte das Schiff einen Maschinenschaden und wir mussten aussteigen. Also kurzerhand umdisponiert und in den ganz alten Botanischen Garten und in die Forstbaumschule zum Essen. Die Forstbaumschule ist ein Familienausflugslokal, sehr schon gelegen, mit gutbürgerlicher Küche und viel Bewegungsraum für die Kinder. Musik war auch, aber das hatten wir schon besser. Zurück ging es denn mit dem Bus und gleich werden die drei aufbrechen und nach Hamburg zurück fahren. Das fällt mir immer besonders schwer, sie wieder gehen zu lassen. Wobei, vielleicht klappt es ja doch noch, Selena spricht davon nach Kiel zu übersiedeln. Ach wäre das schön. Mein großes Kind will aber nicht. Leider hat sie das Sagen.
Viktor und ich werden den Tag denn langsam ausklingen lassen und früh zu Bett gehen und uns schon mal freuen, Selena kommt in den Sommerferien für eine Woche zu uns. Melinda kann sich noch nicht durchringen, sich eine Woche von ihrer Mutter zu trennen.

Es war eine aufregende Woche und ich muss gestehen, ich bin ganz schön geschafft. Es war viel schönes dabei und so konnte ich die unangenehmeren Sachen auch besser verpackt kriegen.

Karin, die Tapfere

Diese Woche habe ich mich wirklich in Situationen begeben, die mir eine Höllenangst machen. Ich war bei der Mammographie und in der Zahnklinik. Ja, ich habe der Angst (aha hahaha) ins Gesicht gelacht und sogar einen weiteren Termin ausgemacht, um bald wieder kraftvoll und ohne Haftcreme zubeißen zu können. Zur Belohnung gab es denn Eis und Aprikosen.

Auch Suka hat sich gefreut, dass ich heil, gesund und zuversichtlich wieder gelandet bin. Ich muss sagen, ich habe noch nie so eine einfühlsame und nette Zahnärztin erlebt. Sie hat sich lange mit mir unterhalten und wir konnten klären, wie die Sache für mich so stressfrei wie möglich über die Bühne gehen kann. Nächste Woche Mittwoch wird erst einmal Zahnstein an den Zähnen im Unterkiefer entfernt und dann, wenn der Heil- und Kostenplan genehmigt ist, geht es weiter. Mir ging es auch nach dem Termin überraschend gut. Normalerweise bezahle ich solche Termine, wenn sie vorbei sind, mit totaler Erschöpfung und Schüttelfrost. Heute nicht. Jetzt aber Abendbrot und dann früh zu Bett, morgen kommen die Kinder.

Saures und Süßes


Gemischtes Programm. Nachdem ich gestern einen der schönsten Tage seit langem hatte, ist heute Alltag angesagt und durchatmen, denn morgen geht es in die Zahnklinik. Mein Esszimmer muss nach 16 Jahren endlich renoviert werden. Das wird kein schöner Tag, denn vor dem Zahnarzt habe ich entsetzliche Angst. Also werde ich mir das Foto des heutigen Tages auf die innere Festplatte pinnen, denn am Samstag geht es raus nach Falkenstein mit Mann und Kindern und das Falkensteiner Ufer ist einer meiner Lieblingsorte.

Ich hatte gehofft, dass wir heute noch einmal Erdbeeren essen können, aber leider waren die im Widerhaken schon weg. Also muss die Pizza reichen und vielleicht noch ein Stück Schokolade.

 

Geburtstagsausflug

Das war ein schöner Tag, den Viktor und ich sehr genossen haben. Zwar hat der, nun offizielle, Senior sein Geburtstagsgeschenk nicht bekommen, weil es eben erst morgen geliefert wird, aber wir hatten ja unseren Ausflug. Um 13:00 ging es an der Hörnrücke, gegenüber vom Kieler Bahnhof, los. Die Fördedampfer sind praktisch ein Wasserbus und laufen im ZickZack verschiedene Stationen an. Wir hatten uns für Heikendorf entschieden, weil ich nicht all zu gut zu Fuß bin und es dort leckeren Fisch auf der Rimo I gibt. Lustig war, wenn man dort alles trifft. Ich gehe an Bord und schmettere “Moin” und es kommt ein “Moin” mit eindeutig russischen Akzent zurück. Meine Freundin Valya war mit einer Freundin unterwegs und dabei Fischbrötchen zu kaufen. Valya ist übrigens die einzige Person, die ich kenne, die es schafft “Moin” mit russischen Akzent auszusprechen.  Jedenfalls haben wir uns sehr gefreut uns zu treffen und demnächst wird es ein russisch/deutsches Literaturtreffen geben. Dann heißt es wieder “Privet Kniga”.

Aber das nur am Rande. Eigentlich hatten wir uns auf Backfisch gefreut, aber der war bereits und 14:10 alle. Also wurde es etwas exklusiver und die Scholle Finkenwerder Art war klasse.

Nun sind wir wieder zurück und erholen uns erst einmal. Einige Bilder sind auch entstanden. So 120 wurden es bei mir. Bei Viktor sicher noch mehr. Die bearbeite ich aber morgen. Habe nur eine kleine Auswahl für den Blog zusammengestellt. Gleich muss ich erst einmal unter die Dusche und dann soll es zum Abschluss des Tages Erdbeeren mit Vanilleeis geben. Wir wissen halt, wie man es richtig krachen lässt.

 

Entwarnung

So, nun bin ich mammographiert und alles ist gut. Danke noch mal für eure guten Wünsche. Es war allerdings eine anstrengende Prozedur und die fabrikartige Abfertigung hat mich doch sehr mitgenommen. Ich war sehr dankbar dafür, dass Viktor mitgekommen ist. Er hat ja meistens eine sehr beruhigende Wirkung auf mich. Außer er bringt mich gerade mit irgendwas auf die Palme. Aber das ist eine andere Geschichte.

Wie gesagt, ein wenig gefleddert fühle ich mich schon, sicher auch, weil ich eine sehr unruhige Nacht hatte. Also werde ich heute halblang machen. Werde mich um meine diversen Kameras kümmern, die Akkus aufladen, die Speicherkarten packen und so. Morgen stechen wir in See. Viktor hat Geburtstag und da wollen wir einen Ausflug machen. Ich freue mich. Wir haben uns etwas gesucht, wo ich nicht so viel laufen muss. Es geht mit dem Fördedampfer nach Heikendorf und dort wollen wir dann Backfisch essen.

Heute war ich mal wieder besonders dankbar Viktor an meiner Seite zu haben. Selbst nach vierzehn Jahren bin ich immer noch überrascht, dass es jemanden gibt, der mit mir zurecht kommt, sich nicht an meinen Macken stört und immer weiß, wenn ich einfach mal eine Schulter zum Anlehnen brauche.