Kurze Meldung

Zur Zeit ist es hier ein wenig ruhig. Es ist einfach zuviel anderes. Heute zum Beispiel mal was positives “Bürokratenhochzeitstag”. 11 Jahre heiße ich nun Frau Braun. Schöne Jahre.

Die letzten Tage waren sehr anstrengend. Zahnklinik und die Angst vor den weiteren Terminen. Ich hoffe wirklich, dass ich bald Klarheit habe, entweder so oder so.

 

Tapfer die soundsovielte

So, die nächste Stufe in Sachen Gebissernuerung ist erledigt. Hurra! Ich war tapfer, habe der Gefahr erneut ins Gesicht gelacht, mich sogar zu Scherzen mit dem Zahnarzt aufgerafft und mir wirklich helfen lassen. Bin aber rechtschaffend erledigt und werde gleich nach dem Abendessen ins Bette gehen. Mehr ist heute nach drin. Zumal es morgen früh noch einmal zur Nachsorge geht. Ich muss die Versorgung in der Zahnklinik wirklich loben, die Ärzt*innen und auch die Student*innen sind prima. Sehr sensibel und nett dabei mich zu beruhigen und zu erklären, was denn nun wie gemacht wird. Nach der Nachsorge steht eigentlich nur noch ein Abdruck für die obere Prothese an, dann das Provisorium und schließlich das Einsetzen. Das ist auch schon alles. Die heutige Aktion war eindeutig, die schlimmste. Mittwoch habe ich dann Ruhe und kann mit Viktor Hochzeitstag feiern. Wir werden Eis essen gehen. Wollten wir eigentlich heute, aber ich soll bis morgen keine Milchprodukte essen, wegen der Bakterien. Dabei hatte ich es mir so hübsch kühl vorgestellt, aber wenn ich es nicht soll, denn eben nicht.

Aufregende und verstörende Tage liegen vor und zum Teil hinter mir. Die Zahngeschichten, die Sache mit dem Krebsverdacht, die vielen Termine und die Angst dem nicht gewachsen zu sein. Zum Glück bin ich in einer recht stabilen Phase und so hielten sich die Abstürze in Grenzen und wurden gut abgefedert, was zum großen Teil Viktor zu verdanken ist … und euch hier. Danke für den Zuspruch und die Unterstützung.

So, nun werde ich endlich mal was essen und hoffen, dass es einigermaßen geht. Sollte eigentlich. Dann Zähne putzen und zu Bett.

Kletterpartie

Immer wenn ich den Hochseilgarten “High Spirit” am Falkensteiner Ufer sehe, denke ich: Schreiben ist irgendwie auch eine Kletterpartie. Man will hochinaus, will den Leser*innen die Geschichte vermitteln und hangelt sich oft genug von Ast zu Ast und baut viele Brücken und Stege, damit das, was im eigenen Kopf völlig klar ist, anderen verständlich wird.

Heute ist Schreibtag. Nachdem ich gestern zum Nachdenken und Stimmung aufnehmen unterwegs war, habe ich heute morgen meine Notizen geordnet und werde nun sehen, was ich davon gebrauchen kann und was einfach erst einmal auf den Kompost kommt.

Übrigens war es gut, dass wir den Ausflug gestern unternommen haben. Heute ist das Wetter gemischt und es hat eben geregnet. War zu erwarten, es ist Kieler Woche. Ich denke ja, dass es zur Kieler Woche oft sehr regnerisch ist zeigt, dass dieses Spektakel der Göttin ein Ungemach ist.

Ach ja auf der Fotoseite gibt es Bilder von Schiffen und noch so einigem.

Falkenstein, Heikendorf, Backfisch

Wir sind also tatsächlich in See gestochen. Zwar ein wenig später als geplant, weil Herr Braun nun mal ein Trödler ist. Es war immerhin noch früh genug und für unsere Pläne gerade der richtige Zeitpunkt. Ab morgen beginnt wieder der jährliche Wahnsinn, auch Kieler Woche genannt. Also ab morgen offiziell, natürlich geht es auch heute schon rund. Auf der Rückfahrt von Heikendorf war das Schiff voller Partyleuten, die schon mal vorglühten und sehr laut waren. Die Hinfahrt war ruhig und Falkenstein ist natürlich immer ein Genuss. Heute war ich allerdings nicht nur zum Spaß da, sondern auch um zu arbeiten (wobei das eine das andere nicht ausschließt).

Die zweite Station war denn Heikendorf. Dort trieb uns der Apetit auf Backfisch hin. Ist ganz schön was los im Jagdhafen. Das ist ja aber zu dieser Zeit immer so.

Zum Backfischessen haben wir uns auf die Rimo I begeben. Da ist das Essen immer sehr gut und so teuer ist es auch nicht. Dann ging es wieder an Bord und nach Hause. Am Bahnhof war die Hölle los. Menschenmassen, dabei hat der jährliche Wahnsinn offiziell noch gar nicht begonnen. Wir haben uns noch schnell ein Softeis geschnappt und sind dann durch den Bahnhof Richtung Heimat gelaufen. Auf dem Bahnhofsvorplatz war kein Durchkommen. Eines ist sicher, die nächste Woche gehe ich nicht in die Stadt!

Es war ein schöner Tag. Die frische Luft, der Liebste und meine Seelenplätze haben mir gut getan. Nun bin ich rechtschaffend müde und werde den Abend gemütlich ausklingen lassen.  Mehr Bilder gibt es morgen.

Hier & Jetzt

Auf der Einkaufsrunde heute fiel mit dieses Triskell in die Hände und wanderte mit, um meine neue Balkontür zu verschönen. Das Triskell, das Zeichen der dreifaltigen Göttin von Leben, Tod und Wiedergeburt. Es kommt doch alles zur rechten Zeit zu einem. Die Umstände sind nun mal derart, dass ich mit meiner Endlichkeit konfrontiert bin. Damit meine ich nicht, dass ich davon ausgehe in absehbarer Zeit den Löffel abzugeben. Nur die Möglichkeit steht halt im Raum, deutlicher als sonst. Schließlich kann es  jeder Zeit zu Ende sein. Mensch braucht nur vor die Tür zu gehen, es sind genug Idioten mit mörderischen Maschinen unterwegs, die dafür sorgen könnten, dass man als roter Fleck in der Landschaft endet. Meistens verdrängen wir nur solche Gedanken. Ist ja auch nicht schön sich vorstellen, wie man als zweidimensionale Humanmasse aussieht. Gefahren lauern aber nun mal überall und selbst, wenn ich eine Krebsdiagnose erhalten sollte, ist es ja nicht notgedrungen das Ende, nur eben ein langer Weg durch die grauenhafte wunderbare Welt der Medizin und ein langer Kampf die Eigenverantwortung zu behalten.

Heute morgen haben wir besprochen was mir wichtig ist, bis feststeht, was los ist und auch was, wenn es so ist, wie wir fürchten. Erst einmal werden wir eine lockere Tagesstruktur aufrecht erhalten. Vieles machen was die Laune hebt und der Seele gut tut. Dann werden wir dafür sorgen, dass alle Arbeiten, wie Holz bestellen und einräumen, erledigt sind. Sollte ich eine OP brauchen, werde ich körperlich einige Zeit nicht in der Lage sein, körperlich anstrengende Arbeiten zu verrichten.

Ich habe kurz überlegt, ob ich sicherheitshalber auf Medikamente gehe, mich aber dagegen entschieden. Es muss so gehen. Einzige Ausnahme: Schlafstörungen! Sollte ich wieder nicht schlafen können, dann werde ich mir entsprechende Mittel besorgen, die dafür sorgen, dass ich gut und ruhig durch die Nacht komme. Außerdem habe ich wieder angefangen Vitamin D hochdosiert zu nehmen. Ich bin zwar viel draußen, aber sicher ist sicher.

Aber keine Angst, ich gedenke noch ein wenig auf Erden zu weilen. Heute sind meine Barfuss Winterschuhe von Vivobarefoot gekommen und ich gedenke sie lange zu tragen. Waren übrigens ein Schnäppchen. Runtergesetzt von 230  € auf 132 €. Ich habe mich so an das Laufen in Barfussschuhen gewöhnt, dass ich auch in der kalten Jahreszeit nicht darauf verzichten will.

Der Ausflug morgen nach Falkenstein, ist übrigens nicht nur Spaß. Es geht um Tore. Nur weil viele Arzttermine anstehen, halte ich nicht auf, daran zu arbeiten.

Bewegung in der Starre

Es geht mir nicht gut. Etwas anderes lässt sich wirklich nicht behaupten. Ich versuche nicht einfach zu fallen, sondern eine gewisse Struktur aufrecht zu erhalten. Heute morgen Yoga, wie gehabt und nach dem Frühstück Küche streichen, zwischendrin den armen Viktor völlig zu Unrecht angeschrien, einfach weil meine Nerven am Zerreissen sind. Der Gute versteht das, war trotzdem nicht nett von mir. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass wir weitere Renovierungsarbeiten erst einmal lassen, bis wir mit Zähnen und den uteralen Konflikten durch sind. Freitag werden wir in See stechen und ich werde in die Ostsee hüpfen. Das tut ja immer gut.

Was mir gar nicht gut tut, außer der bekannten Situation, ist die Häufung von Terminen. Dauernd gezwungen sein, irgendwo hinzumüssen, geht mir entsetzlich auf die Nerven, da mir im Grunde nach Verkriechen ist. Es ist so anstrengend selbstbeherrscht zu bleiben. Haben ja nicht alle so einen liebe- und verständnisvollen Blick auf mich wie der Liebste.

Am 21.6., ein Tag nach unseren Bürokratenhochzeitstag, geht es zur Vorbesprechung für die Ausschabung ins Städtische Krankenhaus. Dann jonglieren, damit Termine für das eigentliche Event nicht mit denen der Zahnklinik kollidieren. Danach beginnt die Wartezeit auf das Ergebnis der Gewebeentnahme. Schon mal Fingernägel zum Abkauen wachsen lassen.

Ach ja, noch einmal das leidige Thema Facebook. Ich habe es ja noch einmal versucht. Es tut mir nicht gut und so habe ich beschlossen, dass ich meinen Account nicht nur deaktiviere, sondern dauerhaft lösche. Nun muss ich nur 14 Tage lang vermeiden mich wieder einzuloggen, dann war es das.

Haarige Angelegenheit

Wie ich bereits schrieb, steht dieses Jahr unter dem Motto “Frau Braun stellt sich ihren Ängsten” und da ich es bis hierhin gut mache, kommt gleich noch etwas obendrauf. Heute war ich beim Gynäkologen (7 Jahre sind ja so schnell rum) und endlich habe ich mal einen gefunden, der mich nicht gleich wegen der paar Myome in die Klinik schicken will, aber dafür etwas findet, was eine Ausschabung und Gewebeentnahme nötig macht. Es ist so, dass sich bei mir im Gabärmutterhals Blut gesammelt hat. Nun könnte mensch annehmen, dass es ja irgendwie ablaufen müsste, tja, dass es dieses nicht tut, liegt daran, dass bei nicht mehr menstruierenden Frauen schon mal der Muttermund dicht macht. Also geht Termin für eine Vorbesprechung zur Ausschabung, dann Ausschabung und Gewebeentnahme und dann … hoffen, dass es nicht das ist, was es sein könnte.

Das alles macht nicht gerade gute Laune und hat mich ganz schön hart getroffen. Aber wie auch immer, da muss ich nun wohl durch.

Gut das ich mich mit Zahnklinik und Schreiben ablenken kann.

Prokrastination

Während ich “Tore” überarbeite, blubbern Ideen für ein neues Projekt in mir auf. Genau genommen hat blubbert es bereits seit einigen Wochen und nun ist die Zeit gekommen mit einem ersten Entwurf einiger Szenen, Ortsbeschreibungen und Charaktere zu beginnen. Doch wie immer schwanke ich zwischen: “Jau, toll es geht los” und “… aber erst muss alles drumherum stimmen”. Damit ist gemeint, das neue Projekt braucht ein eigenes Notizheft und selbstverständlich den richtigen Stift. Also die Füller und Stifte rausgesucht, die in Frage kommen und im Tagebuch ausprobiert, welcher die Ehre haben soll. Der untere Bleistift ist ein Mitbringsel aus dem Noldemuseum in Seebüll. Doch mit Bleistift schreiben? Die sind so dünn. Trotzdem verlockend. Wie auch der Stift mit dem Schnurrbartradiergummi und dem Spruch “Da Da war da bevor Da Da da war”, aber nein … so ganz das Richtige sind sie nicht. Allerdings können sich sowohl der Nolde als auch der Dada nützlich für kleinere Skizzen erweisen, mit denen ich gerne meine Notizen anreichere.

Doch weiter. Der schwarze lange Füller mit der roten Klemme liegt wunderbar in der Hand, hat allerdings eine sehr breite Feder und bei meiner Schrift ist das nicht gut, habe es schon so schwer genug, man Gekrakel zu entziffern.

Der rote Füller hat die richtige Federbreite, liegt aber nicht so gut in der Hand, da er eine recht glatte Oberfläche hat und ich leicht abrutsche.

Der lila Füller wiederum hat eine leicht angeraute Oberfläche und schreibt sich toll. Allerdings ist die Feder ein wenig zu schmal.

Der Kugelschreiber? Ach ich weiß nicht. Irgendwie schreit dieses Projekt nach Tintenfüller.

Da ich mich nicht entscheiden konnte, also endgültig, habe ich alle Stifte zusammen in einen Becher gestellt. Fürs erste werde ich mit dem lila Füller mit violetter und dem roten Füller mit schwarzer Tinte schreiben. Jeden Tag abwechselnd. Den schwarzen kann ich vielleicht für die Überschriften und Stichworte nehmen. Da kommt denn eine Patrone mit roter Tinte rein. Die anderen Stifte lasse ich mit im Becher, damit sie sich nicht vernachlässigt und ausgestoßen fühlen. Für das neue Projekt habe ich Athene gebeten die Schutzpatronin zu sein und zu Heft und Stiften die Eule, das Markenzeichen der Göttin, gestellt.

Leicht war es ein passendes Notizheft zu finden. Wie immer Moleskine, Softcover XL, liniert.

Wer hatte gedachte, dass das Schreiben so viele Vorbereitungen erfordert. Man sollte doch denken, irgendein Papier, irgendein Stift und los. Ach ihr ahnungslosen kleinen Engel … so geht das nun wirklich nicht. Obwohl ich in Momenten der Aufrichtigkeit zugebe, dass es natürlich so ginge, dass nicht das Projekt dieses Rituale braucht, sondern ich. Aber da ich mich lieb hab, erlaube ich mir so kleine Eigenheiten. Kann mir einfach nichts abschlagen.

Terrassentür und Schilksee

Gestern hat mich Freundin Anja zu einem Ausflug nach Schilksee abgeholt. Das war sehr schön. Herrliches Wetter und lecker Essen, mal ganz abgesehen von der anregenden Gesellschaft. Schilksee ist eigentlich nicht so mein bevorzugter Ort, jedenfalls nicht die Ecke am Olympiahafen. Da ist mir immer zu viel Gewusel, aber man soll sich ja neuen Erfahrungen nicht verschließen.

Als ich zurückkam hatte Achim die Terrassentür eingebaut. Morgen wird noch die Schwelle gebaut und die Wand verputzt. Es ist wirklich schön nun einen direkten Zugang zum Garten zu haben. Zur Zeit ist er noch die reinste Baustelle, aber das bleibt ja nicht für immer so. Wenn meine Hütte nun noch eine Heizung hätte, dann wäre es das reinste Nobelappartment. Aber das ist wohl nicht machbar, solange die Wohnung bewohnt ist. Denn hier soll ja Fußbodenheizung rein … irgendwann einmal … wenn ich ausziehe … oder sterbe. Je nachdem, was zu erst geschieht.

 

Zeit der Fülle

So wenig ich es mag, wenn es zu warm ist, so sehr geniesse ich die Früchtefülle, die nun beginnt. Aprikosen, Nektarinen und kleine Tomaten bilden einen großen Teil meiner Nahrung und natürlich Erdbeeren. Die ersetzten gestern, und werden es auch heute, die Abendmahlzeit.

Es ist überhaupt eine schöne Zeit für mich, trotz diverser Ärztedilemma. Ich bin lange nicht stabil gewesen, ich schlafe gut (außer ich muss in die Zahnklinik), yogiere, esse gesund und ausgewogen und, das Wichtigste: Ich schreibe wieder!