Erleichterung mit der Nagelfeile

Meinen Unterkieferzahnersatzproblemen habe ich mit dem beherzten Einsatz einer Nagelfeile Abhilfe geschaffen. Ist nicht richtig gut, aber deutlich besser. Überhaupt war ich heute schon fast wieder in der Lage normal zu kauen. Ideal ist es nicht, aber es ist halt ein Provisorium und muss eben erst einmal gehen. Wenn es so bleibt oder gar noch besser wird, werde ich erst Donnerstag in die Zahnklinik gehen. Zum offiziellen Termin. Ich habe auch wahrlich genug zu tun. Ein neues Projekt beginnt und die alten brauchen auch Aufmerksamkeit. Zur Entspannung habe ich mir diese wunderschön Wolle, mit dem Namen Polarmeer, bei der Wullstuv besorgt. Leider kann man dort nur noch online einkaufen, denen wurde ihr Laden gekündigt, was sehr schade ist, denn der war wirklich etwas Besonderes. Aber gute Wolle haben sie immer noch. Aus dieser soll ein Meditationsschal entstehen. Wenn man so einfach rumsitzt wird es schon mal recht kühl und da ist was um die Schulter nicht schlecht.

In Sachen Lesen bin ich bei dem 3. Teil von Lady Trent Memoiren – Die Reise der Basilisk von Marie Brennan gelandet. Tolle Serie, die sehr viel Spaß macht. Das Buch ist am Freitag nach der Zahnklinik plötzlich in meinem Rucksack gewesen. Menschen wir mir sollte der Besuch von Fantasyshops und Buchgeschäften verboten werden, bis sie wieder voll bei Sinnen sind. Ein weiteres Buch ist auch noch mitgekommen. Das könnt ihr in der Seitenleiste begucken.

Heute haben wir es ansonsten ruhig angehen lassen. Viktor und ich haben eben gemeinsam gekocht, ohne uns zu streiten. Es gibt Paprikagemüse mit Hackbällchen und Reis. Ein alter Klassiker und Liebling, aber vor allem … gut zu kauen.

Es wäre ja auch zu schön gewesen

Heute morgen war also Zahnklinik angesagt. Meine Oberkieferprothese sollte so weit fertig sein und aus meiner bestehenden Unterkieferprothese sollte mittels Kunststoffaufschichtung ein Provisorium gebaut werden. Erstes klappte sehr gut, sitzt sehr gut, drückt nirgends. Unten allerdings ist die Kunststoffüberbrückung so scharfkantig, dass ich nicht kauen kann, ohne mir die Zunge aufzuscheuern. Zu erst habe ich das nicht mitbekommen. Das ist aber nicht das einzige, diese Kunststoffbeschichtung ist recht glatt und ich kriege die Nahrung kaum zerkleinert. Natürlich ist Wochenende und kein Mensch zu erreichen. Toll! Also Montag gleich hin.

Der Rückweg von der Zahnklinik war schön. Über eine weite Strecke konnte ich ohne größere Probleme laufen, erst kurz vor dem heimlichen Hort, begann es weh zu tun, also schnell nach Hause und weiter ausruhen. Demo ist also gestrichen. Fühle mich eh nicht besonders, die Zahnsache und auch sonst ist mir gerade nicht ganz wohl … Shit!

 

Zeit läuft

Eben blühten sie noch und sind sie schon wieder dahin. Die Zeit die läuft. Schon wieder ist eine Woche fast um und ich habe seit letztem Freitag das Haus nicht verlassen. Geheiß des Gatten, der mein Rumhumpeln genau so satt hat, wie ich auch. Morgen wird sich zeigen, ob die Woche Ruhe etwas gebracht hat. Wäre schön, denn um 17:00 will ich zur Seebrücke – schafft sichere Häfen Demo. Gerade habe ich gelesen Seehofer fühlt sich als Opfer einer Kampagne gegen ihn. Ich schließe mich Luisa Francia (Eintrag 18.7.2018) an und fordere ebenfalls einen regelmäßigen Drogenscreen/Alkoholtest und Gesundheits check up für PolitikerInnen. Da muss einiges unterwegs sein, anders kann ich mir dieses saudumme Verhalten nicht mehr erklären.

Die Göttin sei Dank, zeitigen meine Bemühungen um mehr Gelassenheit Erfolg. Sonst würde ich nur noch mit Schaum vor dem Mund durch die Gegend rennen. Also lege ich zwischendrin die eine oder andere Pranayama Übung ein und skandierte ein OM mehr, bevor der Zorn mich übermannt.

Der Teller auf dem Foto ist übrigens ein Geschenk von Freund Hideo aus Japan und erfreut mich jeden Tag aufs neue. Doumo arigatou, Hideo-san.

Draußen arbeiten

Bis Mittag und dann wieder ab dem frühen Abend lässt es sich wunderbar auf der Terrasse sein. Ein guter Platz zum schreiben. Ich skizziere ja mein Tagespensum immer erst einmal per Hand, was den Vorteil hat, dass ich nicht erst den Laptop aufbauen muss. Obwohl das auch kein großer Akt ist. Mittlerweile steht das Thinkpad in der Küche und ist jeder Zeit griffbereit. Allerdings gefällt mir das mit der Hand vorschreiben schon sehr. Ich bin fokussierter auf die Geschichte und wechsele nicht so leicht mal eben zu Facebook oder Shishen Sho, wenn eine Denkpause angesagt ist. Das Schöne ist, dass ich so bereits ein Gerüst habe, wenn ich am Computer schreibe. Da baue ich denn einiges mehr und weiter aus, was handschriftlich nur angerissen ist.  Auch Unstimmigkeiten fallen so schon im Vorwege auf.  Ein weiterer Vorteil. Wenn man unterwegs ist, braucht man sich nicht mit Thinkpad oder so abschleppen. Füller und Collegeblog sind nicht schwer und leicht zur Hand.

Zur Belohnung gibt es nach getaner Arbeit Kirschen. Die haben mir selten so gut geschmeckt, wie in diesem Jahr. Richtig feine Sache. Gerade diese Knupperkirschen erinnern mich an mein Elternhaus, also wie es in meiner Kindheit war. Da hatten wir drei große Bäume, auf denen diese Knupperkirschen wuchsen. Ein Fest für uns Kinder. Selbst wenn es ans Einmachen und Marmelade kochen ging. Da wanderten jede Menge in die gierigen Münder.

Mehr Leichtigkeit

Die tägliche Übung ist mehr Leichtigkeit in mein Denken zu bringen. Außer in der Meditation gleite ich zu oft an, denke zuviel daran wie es sein sollte, was ich hätte anders machen können und so weiter. Das ist natürlich blöde. Die Meditations- und Yogalehrerin Anna Trökes versucht mir gerade zu verklickern, dass das Annehmen des Istzustandes ein wichtiger Baustein zur inneren Zufriedenheit ist. An manchen Tagen klappt es gut, an anderen weniger. Heute ist so ein Tag, an dem ich voller Ideen stecke, aber nicht richtig voran komme, was denn wieder Gedanken wie: Ich sollte … Ich müsste … wenn ich doch bloß- Bringt natürlich gar nichts. Immerhin haben Herr Braun und ich endlich die Sachen entsorgt, die sich auf dem oberen Küchenschrank gesammelt hatten. Ist doch schon mal was. Ansonsten lasse ich es noch ruhig angehen, denn ich bin ja noch immer gehandikapt. Also viel Bein hochlegen, stricken und lesen.

Den Morgen haben Suka und ich auf der Terrasse verbracht, aber nun ist es uns zu heiß geworden. Also haben wir uns nach drinnen verzogen. So unglücklich brauche ich also gar nicht sein, dass ich nicht raus kann. Es ist eh zu heiß zum Rumlaufen und hier drinnen ist es schön kühl. Wenn ich nun noch die Indoorzeit besser nutze, dann ist alles gut.

Dem Fuß geht es ein wenig besser. Aber das kenne ich ja schon. Sowie ich wieder draußen rumlaufe, geht es wieder von vorne los. Interessant finde ich, dass ich die Schmerzen beim Laufen habe, beim Yoga, selbst bei Übungen bei denen dieser Bereich gedehnt wird, ist alles gut.

So nun aber raus aus dem Netz und in Leichtigkeit üben.

Zickender Fuß und schmerzender Kopf

Wahrscheinlich sollte ich mich in toto für eine Woche in Retterspitz marinieren. Mein Fuß ist wieder schlimmer und mein Kopf schmerzt wie verrückt. Habe schon Euminz großzügig verteilt und Umschläge mit Retterspitz gemacht. Es geht nicht weg. Als alles nicht half habe ich zwei Ibuprofen genommen, helfen auch nicht. Also ist es wohl das Beste, wenn ich mich gleich wieder langmache. Im Schlafzimmer ist es kühl und dunkel. Draußen sitzen ist bei diesen Temperaturen eh nicht drin. Das, wie Andreas Niedermann es in Blumberg nennt, große gelbe Arschloch am Himmel glüht, als wenn es dafür bezahlt bekommt. Nee, Hitze ist wahrlich nicht meines. Hitze und Schmerzen schon mal gleich gar nicht.  Blumberg möchte ich übrigens allen ans Herz legen. Tolles Buch!

Ruhezonen schaffen

Gerade in diesen aufregenden und auch sehr frustrierenden Zeiten ist es mir wichtig, mir Orte der Ruhe zu schaffen. Das ist nicht immer einfach, da die Schreckensmeldungen von allen Seiten auf einen zuströmen und das Abschalten, das sich Ausklinken, schwer fällt. Das es doch gelingt ist meiner regelmäßigen Yoga- und Meditationspraxis zu verdanken. Wenn ich Yoga- und Meditationsmatte und -kissen ausbreite, dann definiere ich mir einen Raum, in dem nur das Üben der Asanas und das Versenken in den eigenen Atem zählt. Meine Yogapraxis nimmt insgesamt 1 bis 1 1/2 Stunden am Tag ein. Erst habe ich gedacht, wenn ich da soviel Zeit investiere, bleibt doch nichts mehr für die anderen Dinge die mir wichtig sind. Das Gegenteil ist der Fall, ich schaffe mehr, bin wacher, hänge weniger im Internet rum, fühle mich wohler und irgendwie lebendiger. Vor allem ich gehe gelassener mit Stresssituationen um.

Es ist schön, sich wieder ruhiger und ausgeglichener zu fühlen und es ist schön, dass die Freude an der Bewegung wieder da ist. Sicher mein Fuß ist noch nicht wieder in Ordnung, aber es geht voran. Jetzt versorge ich ihn mit Retterspitz und verzeichne eine leichte Besserung. Komischerweise macht er mir beim Yoga so gar keine Probleme.

Viktor und ich haben beschlossen uns wieder mehr zu engagieren. Einmal was unsere Teilnahme an Demos und Kundgebungen gegen rechts und für Seebrücke – sichere Häfen schaffen betrifft, aber auch spirituell so wird unsere Abendmeditation eine Maitri-Meditation sein. Eine Meditation um Liebe und Mitgefühl zu stärken. Im tibetischen Budhismus heißt diese Meditation Metta.

Ruhiger Freitag

Es ist ruhig bei uns und das trotz Zahnklinik. Ich war heute morgen dort und nächste Woche kommt der Zahnersatz für oben und dann bin ich damit durch. Dann noch unten und ich kann wieder kraftvoll zubeißen. Das wirklich schöne ist, dass ich meine Angst vor dem Zahnarzt überwunden zu haben scheine. Was zum einen an der sehr einfühlsamen Behandlung in der Zahnklinik liegt und zum anderen am Yoga. Die Meditationspraxis und Pranayama habe mir durch Stresssituationen geholfen. Ich bin sehr dankbar dafür und bin stolz auf mich, dass ich mich meinen Ängsten gestellt habe.

Ich habe beschlossen es mir heute einfach mal gut gehen zu lassen. Halte es mit Reinhard Mey:

Der Ausverkauf von Menschlichkeit und Anstand

Was unsere Innenminister betrifft, sind wir in diesem unserem Lande seit Schäubele wahrlich nicht verwöhnt. Genau genommen war einer schlimmer als der andere und Horst Seehofer toppt sie alle. Diese Abgesandte einer Splitterpartei, die ihre eigene Wichtigkeit weit überschätzt, ist von allen guten Geistern verlassen. Dieser angebliche Christ verfügt über keinerlei Empathie und hat ein Benehmen wie eine offene Hose. Ein guter Grund seinen Rücktritt zu fordern. Doch ich frage mich natürlich auch: Was kommt dann? Denn (ich höre bereits die ersten Verschwörungstheorie schreien) der Rechtsruck ist gewollt, wird als Sicherung des kapitalistischen Systems betrieben, in dem wir leben. Höher, besser, weiter, mehr Wachstum und Menschlichkeit und Mitgefühl vertragen sich nun einmal nicht miteinander. Daher kommen den Verantwortlichen, also denen die wirklich das sagen haben, denen die an den Schalthebeln von Wirtschaft und Presse sitzen, solche Gestalten wie Seehofer, Schäubele und DeMaizaire gerade recht. Sie sind die Oberflächen, an denen wir uns abarbeiten … mit ihrem Verschwinden ändert sich nichts, es geht weiter wie gehabt, nur mit anderen Darstellern.

Die Empörung wird gesteuert, genau wie unsere politischen Entscheidungen. Dazu hier ein sehr interessanter Vortrag den Professor Rainer Mausfeld von der CAU Kiel bei der ÖDP gehalten hat.

Es ist erschreckend, was in der Welt vorgeht, es ist erschreckend zu sehen, dass ein Land mit unserer Geschichte, zulässt, dass die rechten Rattenfänger wieder aus ihren Löchern kommen und sich in den Parlamenten breit machen. Es ist widerwärtig, dass ein reiches Land, denen die Hilfe verweigert, die sie brauchen. Wir, und damit meine ich die westliche Welt, begründen unseren Reichtum auf der Ausbeutung der so genannten Dritten Welt und weigern uns denen, denen wir die Lebensgrundlage entzogen haben, Hilfe zu geben? Es ist widerwärtig.

Das Motto der westlichen Welt könnte sein:

Wir leben schon lange über unsere Verhältnisse, aber noch lange nicht standesgemäß

 

Ehrlich gesagt könnte ich kotzen. Da das jedoch Energieverschwendung ist, wende ich mich dem zu, was ich tun kann. Meiner Meinung nach, fängt Widerstand gegen die bestehenden Verhältnisse bei einem selber an. Dort wird der Keim gelegt. Der nächste Schritt ist das Vernetzen. Sich mit Gleichgesinnten austauschen, zeigt, dass man nicht so hilflos ist, wie man meint. Vor allem ist es wichtig, sich nicht von dem Üblen, das geschieht, blind für das Schöne und Bewahrenswerte machen zu lassen. Achtsamkeit ist wichtig. Veränderungen beginnen im Kleinen, nicht mit dem großen Paukenschlag. Jedenfalls die die dauerhaft sein soll.

 

Man denkt ja oft

… dass bei den Kindern nichts ankommt und wird dann angenehm überrascht.

Das durfte ich gerade bei meiner Enkelin erleben. Sie hat mir ein Gastgeschenk mitgebracht. Einen Coffee-to-go-Becher aus Bambus.  Sie hat mir dazu gesagt, dass sie ja weiß. dass ich Plastik vermeide wo es geht und darum geguckt hat, etwas zu finden, was dem entspricht. Das hat mich sehr gefreut, besonders, weil sie gleich fragte, wie sie denn Plastik vermeiden könnte und sie hat sich auch gleich eine Liste von Dingen gemacht, die sie leicht umsetzen kann und Dinge auf die zu verzichten ihr schwerfallen würde. In letzter Kategorie ganz oben steht Sushi. Die Dame mag sehr gerne Sushi und möchte nicht auf Bestellungen dieser Leckerei verzichten. Wir haben also überlegt, ob sie vielleicht statt liefern zu lassen, sich eine Bentobox besorgt und die direkt beim Dealer befüllen lässt. Ich hab mich sehr darüber gefreut, dass sie sich Gedanken macht.

Ansonsten bin ich wieder zu Hause und im Alltag angekommen. Mir geht es nicht sehr gut, die politische Entwicklung in diesem Lande und weltweit, macht mir schwer zu schaffen. Dieser Ausverkauf der Menschlichkeit. Dazu schreibe ich morgen noch mehr, heute muss ich ausruhen und Umschläge mit Retterspitz machen. Danke für den Tip Birgit.