Sonnenaufgang

Morgenröte ist ja etwas, das ich normalerweise nicht zu sehen kriege. Früher öfter, nicht weil ich früh aufgestanden bin, sondern eher, weil ich früh nach Hause gekommen bin. Da Suka nun öfter raus muss, und ich neuerdings auch gerne morgens arbeite, habe ich diese Runden übernommen. Der Anblick des Himmels heute morgen, hat mir alle Müdigkeit aus den Knochen getrieben. 

Überhaupt war es schön heute morgen. Angenehm kühl, aber nicht wirklich kalt. Wir sind eine schöne Runde gegangen. Nicht zu lang, zu großen Runden ist Suka dieser Tage nicht zu bewegen. Aber viele kleine bringen es ja auch. Ist ja auch nicht so, dass ich darauf bestehen würde. Man kann es auch übertreiben. 

Wir befinden uns gerade in einer merkwürdigen Periode. Einerseits ist da vieles, was Anlass zur Sorge und Trauer gibt und auf der anderen Seite, ist so viel Nähe und Zärtlichkeit um mich, dass ich mich gut aufgehoben fühle. Sicher dieses Jahr stehen einige grundlegende Veränderungen ab. Hoffnungen von denen wir uns verabschieden mussten, neue Pläne und Erkenntnisse, die zum Teil noch nicht richtig Raum haben. Was mich vor allem freut, ich habe eine Gelassenheit gewonnen, die mich sehr viel effektiver arbeiten lässt, als mein dauerndes mich unter Druck setzen es geschafft hat.

Herbstboten

Nachdem wir die letzte Nacht mit Küche wischen verbracht haben, weil Suka neuerdings in die Wohnung pinkelt, hatte ich eine schlechte Nacht. Viele Alpträume und Angst um unsere Maus. Dabei musste ich früh hoch, weil ein Besuch in der Zahnklinik anstand. Außerdem bin ich gleich nach dem Aufstehen mit Suka raus, damit sie nicht wieder in die Wohnung pinkelt. Mittlerweile bin ich dabei sie 5 x am Tag zu füttern, weil sie größere Portionen auskotzt. Auch gehen wir nun noch öfter mit ihr raus. Das entwickelt sich allmählich zu einem Fulltimejob, aber wenn es ihr hilft, mache ich es gerne.

Zahnklinik war schnell erledigt. Anschließend bin ich zum Fette-Weiber-Laden und habe mir neue Unterhemden und Leggins besorgt. Danach nach Hause und erst einmal wieder ins Bett. Nun bin ich dabei meine Rechner auf Linux Mint 19 aufzurüsten. Morgen geht es mit der Geschichte weiter und übermorgen steht die nächste Runde Zahnklinik an. Hoffentlich bin ich bald durch. 

Dieses Jahr habe ich mehr Zeit in Arztpraxen, Zahnarzt, Tierarzt, Frauenarzt und Allgemeiner, verbracht, als die letzten drei Jahre zusammen. Seit 2016 sage ich jedes Mal um diese Zeit: Ich hoffe das Jahr ist bald rum und es kehrt Ruhe ein. Tja, rum ist es denn recht schnell, aber jedes folgende Jahre hat sich dann reichlich bemüht, schlimmer als das vorige zu werden. Diesmal traue ich mich nicht es zu sagen. Hab schon überlegt, ob ich irgendwann 2015 einen Spiegel zerbrochen habe und nun mit 7 Jahren Pech leben muss. 

Den Faden spinnen

… ohne dass er reißt, ist nicht immer einfach. Sowohl bei Wolle, als auch bei Geschichten. Gerade läuft es (toi toi toi, dreimal über die Schulter gespukt) was die Geschichten betrifft, sehr gut. Das mit der Wolle … trauriges Thema. Anscheinend bin ich bei der Verarbeitung von fertigem Garn recht geschickt, aber Wolle zu Garn verarbeiten … da hapert es doch. 

Die letzten Tage bin ich jeden Morgen voller Vorfreude und Spannung früh hoch. Ich bin so gespannt, wie die Geschichte weitergeht. Sollte nun jemand meinen: ‘Das solltest du doch wissen, schließlich hast du sie dir doch ausgedacht’, dem sei gesagt. Au contraire. Sicher habe ich mir etwas ausgedacht, aber wie immer, haben meine Figuren, ab einem gewissen Punkt, eigene Ideen und Vorstellungen, wie sie agieren wollen. Das macht es ja so spannend. Darum habe ich die ganze Plotterei auch aufgegeben. Sicher existiert ein grober Rahmen, aber mehr auch nicht. Was innerhalb dessen geschieht, weiß ich in der Regel erst, wenn ich es schreibe. 

Ich habe oft darüber nachgedacht, wie das funktioniert. Denn irgendwo, tief in mir drin muss die Geschichte ja vorhanden sein. Ich komme nicht dahinter. Schon eine merkwürdige Sache, aber auch fein … wenn es läuft. Wenn der Faden reißt, ist es die Hölle. Vielleicht ist es ja auch so, dass wir von Geschichten umgeben sind und die suchen sich die Leute, von denen sie meinen, dass diese sie aufschreiben können. 

Kurz gesagt: Schreiben macht Spaß!

Herbstlicher Chill

Arbeitssam wie ich bin, bin ich auch am Samstag früh hoch. Man kann nicht sagen, dass Viktor davon begeistert ist, obwohl er sich natürlich freut, dass ich mit dem Schreiben gut voran komme. 

Als ich heute morgen, so um kurz vor 07:00 auf die Terrasse trat, verzeichnete ich mit einer gewissen Befriedigung, dass ein herbstlicher Chill in der Luft lag und auch das Licht sich leicht verändert, auch, wenn es tagsüber noch recht warm ist. Mir gefällt es sehr. Endlich wieder durchatmen und rausgehen, ohne das Gefühl zu haben mit heißen Tüchern gezüchtigt zu werden. 

Doch es gibt weitere Hinweise auf den nahenden Herbst. In zwei Monaten ist Buchmesse in Frankfurt und die ersten Neuerscheinungen sind zu haben. Heute kam schon mal der neue Roman von Levi Henriksen, einen meiner Lieblingsautoren. Ist der Titel nicht schon bezaubernd? Ich jedenfalls bin hingerissen. Die Übersetzung aus dem Norwegischen stammt von Gabriele Haefs und das Buch ist unter anderem hier zu beziehen.  https://www.genialokal.de/Produkt/Levi-Henriksen/Wer-die-Goldkehlchen-stoert_lid_34575492.html?storeID=zapata

Es stehen noch einige weitere sehr interessante Bücher ins Haus, die ich nach und nach vorstellen werde. Natürlich wird es auch eine Besprechung auf dem Rezensionsblog geben. 

Von der Sukafront gibt es leider nicht so Gutes zu berichten. Heute morgen hat sie ihr Frühstück wieder ausgekotzt und kriegt nun noch schonendere Schonkost, wenn die nicht drin bleibt, müssen wir Montag wieder zum Tierarzt. Ich hatte so gehofft, dass sie sich ein wenig erholen kann, aber anscheinend ist nicht einmal vorübergehend alles in Ordnung.

Mehr unter Leute gehen

Heute habe ich mich mit einer Autorenkollegin getroffen. Hannah Steenbock lebt auch in Kiel und obwohl wir in der selben Stadt wohnen, sehen wir uns ausgesprochen selten.  Es scheint mir eine AutorInnenkrankheit zu sein, dieser mangelnde Bedarf an sozialen Kontakten. Komischerweise ist es immer schön Leute zu treffen … jedenfalls nachdem ich sie getroffen habe … und ich denke auch oft, vielleicht sollten wir uns mal wieder verabreden, aber dann versinke ich wieder in irgendwelche Gedanken. Hannah geht es recht ähnlich, aber heute haben wir Besserung gelobt. 

Ich habe auch eine Theorie, warum mir der Kontakt nach Außen so wenig fehlt. Einfach weil im Innen so viele rumturnen. Es geht ja nicht nur mir so. Einige der AutorInnen die ich kenne, sind recht ähnlich gestrickt.

Heute jedenfalls war ich draußen, in Kontakt mit richtigen Menschen und habe sehr viel Spaß gehabt … und Eiscreme.

Frühaufsteherin

In die Rubrik Frühaufsteherin, war ich bis dato wahrlich nicht einzuräumen. Doch seit einiger Zeit ändert sich da was. Ich bin mir nicht sicher, ob es schon senile Bettflucht ist oder einfach an der Zeit mit alten Gewohnheiten zu brechen. Jedenfalls bin sich schon immer sehr früh wach. Heute morgen dachte ich, eher du hier wieder liegst und auf die Uhr guckst, warum stehst du nicht auf und schreibst dein Pensum, Yoga geht ja schließlich auch danach. Gesagt getan. Was für ein schönes Gefühl, die Arbeit erledigt zu haben und nun … keine Ahnung … denke Weiterarbeiten wäre eine Option oder noch mal hinlegen. 

Nachher geht es zur Kontrolluntersuchung zum Tierarzt. Bin gespannt, was der zu sagen hat. Meiner Ansicht nach geht es Suka deutlich besser, wenn auch nicht gut. Seit gestern kriegt sie das selbst gekochte Futter und isst wieder ein wenig mehr und mit deutlichem Genuss. Das freut mich natürlich. 

Ansonsten gibt es kaum neues zu berichten, außer das wird heute endlich in neues Telefon bekommen sollen. Damit bin ich endlich wieder über Festnetz zu erreichen und brauch nicht mit dem Handy herum werken. Da wir zwei Wohnungen haben, habe ich ein Mobilteil zum Festgerät, leider hat das alte die Grätsche gemacht. Dem soll nun Abhilfe geschaffen werden. 

Hundefutterköchin

Heute war das bestellte Huhn im Widerhaken gelandet. In unserer Einkaufskooperative muss man so etwas vorbestellen. Manchmal klappt es nicht, wenn sich kein Huhn schlachten lassen wollte und manchmal kommt das bestellte einen Tag früher. Das hält jung und flexibel, wenn man dann mal schnell umdisponieren muss. Das heutige Huhn ist nicht für uns, sondern für Suka. Also habe ich es in den Topf geschmissen und während es garte das Gemüse geschnitten. Karotten, Kürbis, Sellerie, Basilikum und Vollkornreis kommen in die Brühe. Acht Portionen hat es ungefähr gegeben. Da kommt nun noch vor dem Servieren Mariendistel Tinktur und Schwarzkümmelöl bei. Dann Bon Apetit. Mal sehen, ob sie mit Hausmannskost besser klar kommt. Und ja, auch für unsere Prinzessin haben wir ein Biohuhn gekauft. Warum auch nicht? Sie kriegt auch sonst Biofutter und, das vor Allem, wir kaufen aus Überzeugung Bio. Dieses Huhn hat in richtiger Erde gescharrt, wurde gut ernährt und das Fleisch musste nicht mit Hühnerbrühe aufgespritzt werden, damit es nach was schmeckt. Allerdings kriegt man so ein Tierchen auch nicht für 4,99 €, da ist man selbst mit Co-operativen Preis mit 23,90 € dabei. Sicher werden wir uns nicht jede Woche ein Huhn für die Dame leisten können, aber auch mit Hackfleisch Tomaten und Kartoffeln lässt sich feines kochen. 

Übrigens sind sowohl das Huhn, als auch das Hackfleisch hier aus der Region und aus Hausschlachtungen. 

Ansonsten scheint es der Dame etwas besser zu gehen, allerdings trinkt sie noch immer zuviel. Sechs Liter! Da müssen wir morgen noch einmal mit dem Tierarzt drüber reden. 

Feiner Besuch

Heute war Frau B. aus K. mit Familie zu Besuch. Zur Familie gehört auch der bunte Schatz auf dem Foto. Leider war Suka ihm gegenüber nicht sehr gastfreundlich, eher im Gegenteil, wir mussten unsere Diva an der Leine lassen, weil sie sich äußerst rüpelhaft auf den jungen Mann gestürzt hat. Aber es war schön, vielleicht nicht so für die Hunde, doch Viktor und ich haben uns sehr gefreut Birgit und die Ihren zu Besuch zu haben.

Wir haben auch das Bild gut verpackt, dass nun ein neues zu Hause bekommt. 

Nun sind wir wieder alleine und werden mal langsam den Feierabend einläuten. Habe vorhin noch schnell den Himmel fotografiert und mich gefreut, dass das Wetter wieder vernünftiger geworden ist. So fein, dass es ab und an regnet. 

Der Geist meiner Mutter

Es gibt Tage, an denen habe ich die Vermutung, der Geist meiner Mutter ist in mich gefahren. So heute. Wir bekommen morgen lieben Besuch, auf den ich mich sehr freue. Frau B. aus K. ist sehr selten in nördlichen Gefilden und das gilt es auszunutzen, zu Mal hier ein Bild hängt, das sie schon lange ihre Wände zieren sollte. Heute habe ich also Kuchen gebacken und auf einmal begann ich aufzuräumen, weil ja Besuch kommt. Da fiel mir auf, dass das in letzter Zeit öfters vorkommt. Jemand kündigt sich an und ich beginne den Besen zu schwingen, den Boden zu wischen und das Klo zu putzen. Meine Mutter wäre entzückt, da mein laxer Umgang mit Ordnung und Hausarbeit ein ewiger Quell der Verzweifelung für sie war. 

Die letzten Tage habe ich viel an meine Mutter gedacht, was vielleicht daran liegt, dass meine Tante, ihre jüngere Schwester, vor einigen Tagen gestorben ist. Es tat mir nicht besonders leid, dass meine Tante nun tot ist, sie hat es nicht leicht gehabt, eine unglückliche Ehe in deren Verlauf, sie das zweifelhafte Vergnügen hatte, ihren Kotzbrocken von Ehemann zu pflegen, der an MS erkrankt war. Die letzten Jahre war sie in einem Heim, ans Bett gefesselt und auch geistig nicht mehr ganz auf der Höhe. Sie, meine Mutter und ein Bruder waren die einzigen, der neun Kinder, die ein halbwegs normales Leben auf die Reihe gekriegt haben. Zwei meiner Onkel sind verschollen, keiner weiß ob sie noch leben und wenn wo. Zwei Onkel sind bereits tot, einer nach einem recht erfüllten Leben, soweit ich es beurteilen kann und einer hat sich tot gesoffen. 2/3 der Kinder, inklusive meiner Mutter und meiner Tante, hatten ein schweres Alkoholproblem.

Wenn ich an meine Mutter denke, dann wünschte ich mir, wir hätten uns mehr gemocht. Leider war das nicht der Fall. Heute verstehe ich mehr, dass sie war, wie sie war. Aufgewachsen in der Kriegszeit in einer Arbeiterfamilie. Der Vater schwerer Alkoholiker und die Mutter, entweder schwanger, im Kindbett oder krank, kaum Geld und viel Arbeit. Dann kriegte sie unverheirateter Weise mit 19 meine Schwester. War sicher nicht gerade leicht zu diesen Zeiten. Dann die Ehe mit meinem Vater und die Chance sich etwas aufzubauen. Meine Eltern haben aus Liebe geheiratet, was es sicher nicht immer leichter machte. Meine Großmutter väterlicherseits, die mich sehr geliebt hat, hat es meiner Mutter sicher nicht leicht gemacht. 

Der Traum meiner Mutter war eine glückliche Familie, der in erster Linie daran scheiterte, dass ihre und meine Vorstellungen von Glück weit auseinander klafften … und an meinem Drang nach Unabhängigkeit. Kurz gesagt, es endete damit, dass ich kaum noch nach Hause kam und wenn, dann gab es meistens Streit oder die Stimmung war unterkühlt. Das war sicher nicht nur ihre Schuld. Heute verstehe ich, dass viele ihrer Reaktionen der Angst um mich entsprangen. Zum Beispiel der, dass ich schwanger werden könnte. Der Satz “Pass bloß auf, dass du nicht mit einem Kind ankommst”, begleitete mich ab der ersten Regel, zu einer Zeit, in der ich noch nicht einmal an Sex dachte. 

Viele Jahre sind mir nur die katastrophalen Highlights unserer Beziehung eingefallen. Das ist seit einiger Zeit anders. Heute kommen viele schöne kleine Episoden wieder zum Vorschein. Vielleicht habe ich langsam meinen Frieden mit ihr gemacht. Allerdings mache ich mir auch nichts vor. Meine Mutter wäre mit meinem Leben nicht einverstanden. Keinen Beruf mit einem regelmäßigen Einkommen, keine Schrankwand und auf Transfairleistungen angewiesen. Meine Wohnung, im Souterrain, mit den gebraucht erworbenen Möbeln, ganz zu schweigen von dem Hund, der auf dem Sofa residiert, hätte sie angewidert. Doch vielleicht hätte sie doch ein Hauch von Zufriedenheit gestreift, wenn sie noch mitbekommen hätte, dass ich die Küche wische bevor Besuch kommt.

Spazierengehen

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Heute gab es einen Sonntagsspaziergang. Suka ist wieder viel fitter und ich hoffe, dass es noch lange so bleibt. Auch ich kann wieder weitergehen. Mein Fuß ist viel besser und ich genieße es sehr in Bewegung zu sein.



Erstaunlich finde ich, wie schnell auf einmal alles herbstlich wird. Wunderschön und vor allem endlich vernünftige Temperaturen.

Ich muss allerdings gestehen, dass ich recht angeschlagen bin. Aber das dürfte auch kein Wunder sein.  Heute habe ich nicht viel gearbeitet, nur ein wenig recherchiert und einige Notizen.