Chillen

Nachdem ich mich die ganze Woche mit schweren Themen herumgeschlagen habe, muss ich gestehen, dass ich rechtschaffen erschöpft bin. Daher habe ich beschlossen, heute mal der Lust am Schönem zu frönen und mir nicht die Laune von meiner eingeschränkten Bewegungsfähigkeit verhageln zu lassen. Das Wetter ist prachtvoll und ich würde gerne eine Fototour einlegen, aber das geht nun mal nicht, also puzzele ich hier im Haus herum, setze mich ein wenig auf die Terrasse und zwischendrin koche ich neues Hundefutter. Suka tut das selbst gekochte so gut, dass ich es beibehalten werde, zu mal ich die Zutaten, nahezu alle unverpackt im Widerhaken bekomme.

Doch nicht nur Suka soll kulinarisch schwelgen. Für uns habe ich gestern noch einen Kuchen gebacken. Schokoladenkuchen mit Birne und Makronenkruste. Ein Knaller. Rezept folgt später auf dem Kochblog. Ansonsten gibt es Nudelauflauf. 

Besonders hinweisen möchte ich noch auf obiges Buch, welches sich mit dem Thema Gewalt und deren Folgen befasst. Ich habe es mit so einer Begeisterung gelesen. Meine Rezension ist hier zu finden:  http://rezensionen.writresscorner.de/das-groessere-verbrechen-von-anne-goldmann/

Das war es erst einmal von mir. Habt einen schönen Restsonntag und eine wundervolle Woche.

Gewalt

Das Thema Gewalt interessiert mich schon lange und im Moment besonders. Wir leben in einer Gesellschaft deren funktionieren von Gewalt bestimmt wird. Einerseits lernen wir, wir sollen uns alle lieben, allerdings mit Einschränkungen, kommt die Botschaft aus einem religiösen Kontext, ist der Andersgläubige schnell schon mal als zweitklassig einzustufen und zu bekämpfen. Gewalt findet aber auch im Namen der “Liebe” statt. Kindern und Frauen gegenüber ganz extrem. Es liegt in der Natur der Sache, dass wir das, was wir erfahren haben weitergeben. In meiner Kindheit war es normal Kinder zu schlagen, sie herabzusetzen, sie nicht ernst zu nehmen in ihren Belangen und permanent über ihre Grenzen zu trampeln. Dabei waren meine Eltern schon sehr viel kulanter und verständnisvoller, als ihre durch zwei Weltkriege traumatisierten. Ich wiederum war meiner Tochter gegenüber noch kulanter und habe sie nicht geschlagen, sie nicht gezwungen zu essen was sie nicht mag, ertappte mich aber oft dabei psychisch auf sie einzuwirken. Hatte übrigens oft damit zu tun, dass sie ja, wie auch ich, funktionieren musste, in einem Schulsystem in einem durchstrukturierten Alltag. Besonders die Schule war da ein wichtiger Punkt. Gut, zu J. Zeiten wurde nicht mehr geschlagen und mit Schlüsselbünden nach Schülern geworfen, aber trotzdem, da waren Vergleiche, Zensuren, da gab es die “Auszeit” und sehr viele Disziplinierungsmaßnahmen, die den lieben Kleinen klar machten: Sowie du bist, bist du nicht richtig.

Was mir immer mehr auffällt, ist diese Diskrepanz in der wir leben. Einerseits wird verkündet, seit nett, hilfreich und gut zu euren Mitmenschen und gleichzeitig, gilt es seine Ellenbogen zu benutzen, besser zu sein, die eigene Performance zu optimieren und das mit allen Mitteln. Wir tun uns selber, und lassen uns, von anderen eine Menge Gewalt antun, um einen Platz ganz vorne zu haben.

Gestern habe ich mir in der Mediathek die Sendung Scobel zum Thema Psychische Gewalt angesehen, besonders, weil ich mich für Ausstiegsmöglichkeiten aus dieser Gewaltspirale interessiere und war sehr gespannt. Da ist einiges in Gange um Eltern, zukünftige und bereits gewordene, zu unterstützen ihre Erlebnisse nicht an ihren Nachwuchs weiterzugeben. Es gibt wunderbare unterstützenswerte Projekt für Schüler*innen, die zeigen, wie man mit Mobbing und Attacken verbaler Gewalt umgeht … und doch, kam mir der Gedanke, eigentlich müssten wir die gesamte Menschheit austauschen und noch mal von vorne beginnen.  Aber es macht Hoffnung, dass sich überhaupt was tut.

Allergisch gegen Ignoranz und Opportunismus

Ich glaube, ich ich habe die Ursache meiner dauernden Krankheiten entdeckt. Es ist eine allergische Reaktion auf die Ignoranz und den Opportunismus, dem ich täglich begegne. Dummheit mag ich es nicht nennen, denn wäre es nur Dummheit, dann könnten diejenigen, die die nötigen Veränderungen, zum Beispiel in Sachen Umweltpolitik, herbeiführen könnten und es nicht tun, schlicht nichts dafür, sie wüssten und verstünden es halt nicht besser. Wenn es Dummheit wäre, dann müssten die Wähler und Wählerinnen sich nur den Vorwurf machen, jemanden in ein Amt gewählt zu haben, der der Materie nicht gewachsen ist. Doch wie ich es sehe, haben wir nur dafür gesorgt, einer Bande von Opportunist*innen die Macht zu geben, ihre Pfründe und die ihrer Buddys zu sichern und diese “nach uns die Sintflut Politik” weiter zu betreiben. Unsere momentane Bundesregierung zum Beispiel, ist nach Monaten unwürdigen Koalitionsgerangel nicht etwa dabei, die Probleme anzugehen, die dringend bearbeitet werden müssen. Nein, statt sich um bezahlbaren Wohnraum, soziale Sicherheit, eine menschenwürdige Asylpolitik, ein klares Statement gegen Rassismus und eine vernünftige Umweltpolitik zu kümmern, wird die Zeit mit Pöstchenrangeleien und Grabenkämpfen vergeudet. Miese Kompromisse werden als alternativlos verkauft, Verantwortung für seine Fehler übernimmt niemand. Warum auch? Das was nachrückt, ist ja nun wahrlich nicht besser. Bei DeMaizaire im Innenministerium dachten wir, schlimmer geht nicht … dann kam Seehofer. 

Es macht mich wirklich krank, wenn ich lese, dass Flüchtlinge bekämpft werden und nicht etwa die Fluchtursachen. Es macht mich krank, wenn weiterhin an einer ausbeuterischen expansiven Wirtschaftspolitik festgehalten wir, obwohl doch mittlerweile jeder kapiert haben sollte, dass es unendliches Wachstum nicht gibt. Wenn ich noch einmal höre, dass notwendige Veränderungen nicht angegangen werden können, weil es ja Arbeitsplätze gefährdet, kriege ich spontan Windpocken oder so etwas. Um es kurz zu sagen: Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich zur Zeit kotzen möchte.

Wie geht es weiter, wenn es so weiter geht?

Tja, wie geht es weiter, wenn es so weiter geht? Die Frage stelle ich mir sowohl politisch, als auch persönlich. Politisch will ich mal gar nicht ausbreiten, wäre im Moment zuviel. Mich bedrückt diese entsetzliche Ignoranz und Dummheit in nahezu allen Bereichen. Ja natürlich gibt es hoffnungsmachende Projekte und Unternehmungen, alles richtig, doch ertappe ich mich immer öfter dabei, dass ich denke, wie lange noch. Wann werden die mundtot gemacht, die die Stimme erheben? Wie lange können wir noch sagen, was wir sagen wollen? 

Das ich heute morgen zum Jobcenter musste, trug auch nicht dazu bei, die Stimmung zu heben. Dabei kann ich mich wirklich nicht einmal beschweren. Meine Fallmanagerin ist sehr verständnisvoll, was meine Situation betrifft und verlangt nun wahrlich nur das Nötigste. Was bedeutet, alle halbe Jahr da anzutanzen und meine Eingliederungsvereinbarung zu unterschreiben. Dann ein wenig über die Lage im  Allgemeinen plaudern und heim geht es. Trotzdem liegen mir solche Termine quer. Wieder zu Hause habe ich die letzte, die abschließende, EKS für Viktor fertig gemacht. Der geht ja nun bald in Rente und hat seine Selbstständigkeit aufgegeben. Dieses Jahr hat sich vieles aufgelöst, unter anderem die Hoffnung, wenigstens den größten Teil meines Einkommens aus eigener Kraft zu erwirtschaften. Vielleicht sollte ich es probieren und mich einfach damit abfinden und so gut es geht vor mich hindümpeln. Doch das liegt mir nicht sehr. Da ist so vieles, was ich will und was ich mir vorstellen könnte zu machen, doch meine körperlichen Kräfte lassen halt auch ziemlich nach und das macht mich wieder seelisch fertig. Keine gute Zeit im Moment und wenn ich davon spreche, was mich bewegt, sagt garantiert jemand: “Aber, nun sieh mal nicht so schwarz, es kommen doch auch wieder gute Zeiten.” Wenn ich das nur glauben könnte.

Es geht voran … ahm, nicht wirklich

Meine Tagesrune ist Tiwaz – die zielgerichtete Energie. Doof nur, dass ich die so gar nicht spüre. Vielleicht ist es das, was mir zur Zeit fehlt? Kann ja gut sein. Ich dümpele so vor mich hin. Stricke ein wenig. Lese viel, zur Zeit einen echten Hammer. Das schwarze Korps von Dominique Manotti, die sich mehr und mehr zu einer der Lieblingsautor*innen mausert. 

Aber mir ist auch wirklich merkwürdig zu Mute. Ich bin nicht richtig erkältet, aber eben auch nicht richtig gesund. Meine rechte Achillessehne zickt nicht, dafür, zur Abwechselung, die linke. Ich würde gerne schreiben, fühle mich aber komplett leer und wie auf Sparflamme geschaltet. Dabei bin ich nicht einmal schlecht gelaunt, nur wenn ich daran denke, dass ich nicht weiterkomme. Es ist mir schon immer schwer gefallen, diese inaktiven Phasen auszuhalten. Da kommt sofort die Stimme meiner Mutter: ‘Du verplemperst dein Leben und deine Talente.’ Was ja sein mag, aber wiederum ist es doch auch schön, Zeit zum verplempern zu haben und einfach mal nichts tun. Wäre fein, wenn ich es mehr genießen könnte. Dabei hätte ich das Ausruhen, nach diesem Jahr, wahrlich verdient. Aber so etwas von. Genau genommen bin ich schwer gebeutelt  von den letzten drei Jahren, die mir wahrlich nichts geschenkt haben. 

Vielleicht sagt Tiwaz ja auch, dass ich meine Energie darauf richten soll, das Nichtstun zu genießen, mich am warmem Ofen, gutem Essen, der Wolle und dem Lesestoff zu freuen, ohne schlechtes Gewissen. Man soll sich ja neuen Erfahrungen nicht verschließen. 

Herbstarbeiten

Während Viktor mit Nachbar Bernd das Holz, das hier noch von der alten Weide herum liegt, sitze ich am warmen Ofen und stricke. So sind denn auch ein paar neue Socken für den Liebsten fertig geworden. 

Zu mehr wie stricken, lesen und Dokus gucken, kann ich mich im Moment nicht durchringen. Entsetzlich müde bin ich und so halb erkältet. Also gönne ich mir Ruhe. 

Durchhänger

Heute kann ich mich zu nix richtig motivieren. Na gut, Yoga habe ich gemacht, war aber fast anstrengender mich dazu zu überreden, als es zu tun. Also gut, ich bin nicht nur faul gewesen, im Grunde aber doch, denn eigentlich will ich am liebsten wieder zu Bett. Und da ich mir einfach nichts abschlagen kann, werde ich mich nun dorthin verfügen. Hab es fein. 

Ofen bollert

Heute habe ich zum ersten Mal den Ofen angefeuert. Die Heizsaison 2018/19 ist damit offiziell eröffnet.

Und da Ofenfeuer, Tee trinken und Harry Potter zusammengehören, habe ich mir einen mystischen Hexentee gekocht und werde gleich Harry Potter and the Order of the Phoenix hören, während ich mich weiter im Nadelbinden übe. Es lebe die Sturheit. Kleine Fortschritte sind zu verzeichnen, aber so richtig rockt es noch nicht. 

Dieses Wochenende gestaltet sich schön ruhig. Wir haben lange geschlafen und während ich Wikinger-Häkeln übe, wird der Liebste sich nachher an die Produktion von Kässpätzle machen. Rezept schreibe ich nachher im Rezepteblog. Brauche erst einmal ein Foto. 

Habt einen schönen Restsonntag. 

Nun ist aber Herbst

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So sah der Himmel heute morgen aus. Einfach schön. Nach diesem Sommer hört man kaum jemanden über das Wetter meckern. Das ist fein. Ich selber auch nicht. Es ist wunderbar, dass es kälter wird und regnet.

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Wir machen es uns gerade gemütlich. Viktor bearbeitet seine Fotos und ich dammel hier im Netz herum, stricke ein bisschen, lese ein bisschen, gucke die Wand an und freue mich darüber, was im strahlenden Kosmos meines Gehirns abgeht und bin einfach mal zufrieden mal. Macht mensch angesichts der politischen in diesem unserem Lande, viel zu wenig. Der einzige Frust, den ich mir heute gönne, ist beim Nadelbinden zu scheitern und mich darüber zu ärgern, dass ich anscheinend zu blöde für etwas bin, was alle, die es können, als ganz einfach beschreiben. Ich bleibe dran. Ich will es lernen und ich werde es lernen. Freue mich gerade an meiner Sturheit.

Gemischtes

Der Hof vor meiner Terrasse macht sich. Gestern wurde Winterheide gepflanzt. Muss ich auch noch besorgen. Ich hab die so gerne, ist immer ein Farbtupfer, wenn alles grau ist. 

Dann kam auch noch der neue We`moon für 2019. Mein Lieblingskalender, seit vielen, vielen Jahrenden. Eine wahre Fundgrube. Den werde übers WE schon mal durchblättern und einen Blick auf mein Jahreshoroskop werfen. Vielleicht gibt es ein wenig Hoffnung auf ein entspannteres 2019. 

Ansonsten haben wir dieses WE nur vor uns auszuruhen. Es gibt Weißkohl und einen fantastischen Hefekranz. Ich versuche die Geheimnisse des Fadenbindens zu ergründen und werde endlich einmal richtig ausschlafen.