Aufgeben oder Hoffen?

Wenn Menschen wie Maaßen die Verfassung schützen sollen, dann ist sie nicht das Papier wert, auf dem sie geschrieben ist. Wenn Menschen wie Seehofer Innenminister sind,  dann ist die innere Sicherheit im hohen Maße gefährdet. Seehofer ist ein Brandstifter, der sich nun seinen Erfüllungsgehilfen und Überzeugungstäter Maaßen ins Innenministerium geholt hat, um mit ihm gemeinsam die Rechten und nicht das Recht zu schützen. Dies mit tatkräftiger Unterstützung der Bundesregierung. Gut, so etwas wie Integrität und entschiedenes Handeln erwarte ich von diesen Pöstchenklebern nicht mehr. Das unsere “Volksvertreter” nicht die Interessen ihrer Wähler und Wählerinnen, sondern die des Kapitals vertreten, ist schon lange klar. Doch die Entscheidung Maaßen nicht endgültig im politischen Orkus verschwinden zu lassen, sondern ihn noch zu befördern, zeigt ein neues Maß, an moralischem Verfall. Die Masken fallen, und zwar in einem Tempo, dass es einem nur grausen kann. Immer offensichtlicher wird – was ich seit Jahren sagen und dafür Verschwörungstheoretikerin genannt werde – der Rechtsruck ist gewollt.

Als die Nachricht von Maaßens Beförderung kam, schwand mein letztes Fünkchen Hoffnung, dass noch irgendwas gut werden kann. Dass es noch möglich ist, aufzuhalten, was sich seit Jahren abzeichnet, nämlich das Erstarken der Nazis. Gestern war ich so weit, dass ich aufgeben wollte … aber das ist keine Lösung. Vielleicht gibt es auch keine Lösung. Mag sein! Doch ich will die Hoffnung nicht aufgeben, will mein Scherflein für eine bessere Welt beitragen, in meinem kleinen privaten Bereich und durch die Unterstützung derer, die dies im größeren Rahmen tun. Wie zum Beispiel die Band Strom & Wasser. Heinz Ratz und seine Leute, haben schon lange erkannt, dass es sich nicht lohnt auf die da “Oben” zu warten, sondern dass tätig werden die Devise ist.

Eine Million gegen Rechts heißt das neuste Projekt von Strom & Wasser. Um was es genau geht, könnt ihr auf dem Flyer nachlesen und auf der Seite des Büro für Offensivkultur. Grob gesagt geht es darum, dass zu befürchten steht, dass in mehr und mehr Gemeinden die Braunen die Mehrheit bekommen und die Mittel für Selbstverwaltete Jugendzentren und Sozio-kulturelle Einrichtungen streichen. Um diese weiter am Leben zu halten und finanziell zu unterstützen, sind 100 Konzerte geplant um 1 Million hierfür zu sammeln.  

DIY – Day

Seit einigen Tagen frage ich mich, ob ich nicht meine Zeit sinnvoller damit verbringen sollte, mehr selber zu machen, statt Geschichten zu schreiben, die eh nur 10 Leute lesen.  Ich bräuchte ja aufs Schreiben nicht verzichten. Könnte ja auch über diese Themen bloggen. Vielleicht auch ein kleines E-Book über meine Erfahrungen herausbringen. Wer weiß? Im Moment habe ich große Lust dazu. Heute habe ich zum Beispiel einen Badreiniger gebaut und Hundefutter gekocht. Letzteres nicht nur aus gesundheitlichen Gründen, sondern auch wegen des Mülls, der bei konventionellen Futter anfällt. Das Rezept steht im Kochblog

Während Chilli sich die Sonne auf den Bauch scheinen ließ, habe ich also schwer in der Küche geschuftet. Nun bin ich aber froh und zufrieden und werde es mir gemütlich machen. Nachher nur noch Abendessen bereiten, heute gibt es Süßes. Apfelpfannkuchen aus dem Backofen. Das Rezept folgt später, wenn ich ein Bild habe. 

Dankbarkeit

In einigen Tagen ist Mabon. Das 2. Erntefest. Den Altar habe ich heute schon mal frisch gemacht und dafür Kastanien gesammelt. Immer wenn ich meinen Altar neu gestalte, überkommt mich eine tiefe Ruhe und eine stille Freude. Jedes Teil hier hat seine Bedeutung. Teils stehen die Dinge für Menschen, die mir wichtig sein, teils habe ich etwas gefunden oder wie die Runen im Vordergrund, selbst bemalt. Alles hat irgendwie mit allem zu tun und ist ein Mikrokosmos meiner Verbindungen zu den Menschen und meinem spirituellen Weg, wie ich es im Außen lebe. 

Besonders dankbar bin ich natürlich für mein Leben mit Viktor. Für soviel gemeinsames Lachen und Lieben. Das Bild ist übrigens nicht nach dem Sex sondern nach dem Yoga entstanden. Viktor meinte vorhin, wir sehen darauf aus, als hätten wir gerade gevögelt. Yoga der Sex des Alters. Auch dafür bin ich dankbar. 

Dankbar bin ich auch für die vielen lieben und interessanten Menschen, die ich über das bloggen, und ja auch über Facebook, kennengelernt habe. Gerade diese Menschen machen es mir so schwer mich endgültig von Facebook zu verabschieden. Aber das ist in Ordnung. Die Internetzeit werde ich trotzdem einschränken. Ich will noch viel mehr stricken, häkeln, selbermachen. Auch die Aktion plastikfrei leben geht weiter. Demnächst werden WC- und Badreiniger selber machen. 

Auch wenn es ein anstrengendes Jahr ist und mich doch sehr an meine Grenzen gebracht hat, so habe ich doch allen Grund dankbar zu sein, schon alleine dafür, dass ich es nicht alleine durchstehen musste. 

Winterfest

Meine Terrasse wurde dieses Jahr zu spät fertig für irgendwelche Pflanzaktionen. Auch auf unserem Hinterhof hat unser Vermieter noch einiges zu tun und bei diesen Räumaktionen, kam diese Kiste zum Vorschein. Die soll nun im nächsten Jahr mein Kräuterbeet werden. Da das Teil lange gestanden hat, war das Holz reichlich trocken und bedurfte dringend der Pflege. Heute ist es schön warm und somit ein guter Tag dafür. Viktor hat mir das Teil rausgeschleppt und ich habe mich mit Pinsel und Öl ans Werk gemacht. 

Da ich so eine Ökotante bin, wollte ich den Holzschutz so natürlich wie möglich. Leinöl schien mir da eine gute Wahl und eine relativ kostengünstige noch dazu. 750 ml haben im Widerhaken (unserer fröhlichen Einkaufskooperative) 11,80 € gekostet. Circa 100 ml habe ich noch über. Die werde ich mit Rotwein mischen, als Pflege für meine dunklen Möbel. 

Meine Freude ist immer sehr groß, wenn ich eine Möglichkeit gefunden habe, etwas Altes wieder einer nützlichen Verwendung zu zu führen. Hätte ich diese Box nicht gefunden, hätte ich mir im Frühjahr eine Pflanzkiste besorgt. Diese Lösung gefällt mir viel besser. 

Vorsichtiger Sonntagsspaziergang

Obwohl meine Achillessehne noch immer leicht angeschlagen ist, wollte ich bei dem schönen Wetter nicht den ganzen Tag drinnen sitzen oder auf der Terrasse. Also bin ich mit Mann und Hund durch den Schützenpark. Langsam und bedächtig, wie es sich für eine ältere Dame geziemt und mit vielen Pausen, auf der einen oder anderen Bank.

Suka und ich passen da gut zusammen. Sie ist wieder recht gut drauf, aber man merkt, dass sie ihre alte Form noch nicht wieder hat. Wir sind schon froh, wenn es so bleibt, falls eine wirkliche Besserung nicht möglich ist. Sie genießt die kleinen Runden, die diversen Vitamine, die Tante Birgit ihr geschickt hat und die Terrasse. Dort liegt sie viel und freut sich über die Sonne. 

Ich allerdings brauche nun eine Mittagsstunde. Suka kommt sicher mit. Wir hören gerade noch einmal Jonathan Strange & Mr. Norrell von Susanna Clarke.

Vorbereitungen auf dem Winter

Auch wenn es noch relativ warm ist, der Winter kommt. Daher habe ich schon mal meine Ofenecke aufgeräumt und den Ofen bereit gemacht. Noch tut es nicht nötig und wenn es gegen Abend zu kalt wird, kann ich mich ins Bett verkrümeln, aber lange dauert es nicht mehr. Viktor ist schon dabei Kohlen und Holz zu bestellen. Das kostet immer einige Vorbereitungen, weil wir das mit den Nachbarn gemeinsam machen. Also mit denen, die noch Ofen haben. Einige Wohnungen haben ja bereits Heizungen. Nur wir, die wir schon so lange hier wohnen, sind noch rustikal. 

Ansonsten gibt es wenig Neues. Ich bin früh hoch, um 05:30 war ich wach und konnte nicht mehr schlafen, also habe ich mich an die Arbeit gemacht und tatsächlich ein ordentliches Stück geschrieben. Nun werde ich langsam müde. Noch schnell den Teig für einen Hefezopf ansetzen und dann geht es erst einmal ins Bettchen. 

Schönes Gefühl, wenn die Arbeit bereits getan ist. Habt es fein. 

Nun aber …

Heute morgen ging es denn doch noch mal in die Zahnklinik. Nur ein paar Nacharbeiten. Nun sollte es gehen. Hoffentlich … die Teile die ich nun habe, sind ja Provisorien, also steht noch eine Runde an für die “richtigen” Prothesen. Hmm, mal abwarten. Habe mir aber Zeit bis zum April nächsten Jahres verschafft, denn nun brauche ich erst einmal Innenzeit.

Ich muss gestehen, ich bin stolz auf mich. Zahnarzt gehörte zu meinen größten Ängsten. Mittlerweile gehe ich ohne Angst dorthin und kann selbst in anstrengenderen Momenten ruhig bleiben. Auch habe ich jeden Termin eingehalten und mich nicht gedrückt. Der Grund aus dem ich nicht gleich weiter mache, ist nicht mehr Angst vor der Behandlung, sondern die Terminflut, die damit einhergeht.

Ansonsten bin ich immer noch mit dem Themen Gewalt und Traumata beschäftigt. Ist gerade eine harte Prüfung, besonders der verbale Teil. Das liegt vor allem daran, dass alles so entsetzlich dumm ist. Für den Abbau eines Brennstoffes, der mehr Schaden als nutzen bringt, wird ein großes Stück Nutzwald vernichtet. Ganz zu schweigen von der Brutalität mit der gegen die Demonstrant*innen vorgegangen wird. Das macht es mir gerade sehr schwer, an mich zu halten. 

Gewalt

Eigentlich wollte ich über meine Gedanken zum Thema Gewalt und Traumata schreiben, doch ich finde nicht die richtigen Worte. Vielleicht später. Es scheint einfach noch nicht an der richtigen Zeit zu sein. Es tauchen Erinnerungen von persönlichen Gewalterfahrungen auf, als Täterin und als Opfer, die ich erst einmal sortieren muss. Die ich mir objektiv ansehen muss, ohne in die Rechtfertigungsspirale zu kommen. Dem muss ich mich langsam nähern und sehr aufmerksam auf die ersten, aber … was hätte ich denn sonst … aber der/die hat doch, zu kommen. Sondern es ansehen, zur Kenntnis nehmen und die eigenen Anteile anerkennen. 

Als ich anfing mich mit dem Thema zu befassen, war mein erster Gedanke, aber ich bin doch nicht gewalttätig, bin ich nie gewesen. Nach einem kurzen Ausflug in meine Vergangenheit, musste ich diesen Gedanken revidieren, auch ich hatte Gewalt ausgeübt und ich tue es sehr oft noch. Sicher ich gehe nicht mehr körperlich auf jemanden los. Aber ich habe eine sehr scharfe Zunge, mal ganz abgesehen von verbalen Ausbrüchen wie, dem/der pflücke ich die Ohren ab, wenn ich wütend bin. 

  • Da ich fest davon überzeugt bin, dass jede Veränderung bei einem selber beginnt, ist das mein nächstes Projekt:
  • Hinschauen, wo übte/übe ich Gewalt aus?
  • Vermeiden von verbaler Gewalt.
  • Vermeiden körperlich Gewalt auszuüben (auch gegen mich selber)

Braunsche Home-Home-Wellness-Kur

Die Außentermine sind durch und nun geht es nach Innen und endlich an die Bearbeitung der diversen Baustellen. Dazu habe ich mir ein Programm gebastelt. Erst einmal lecker essen. Weintrauben sind immer gut. Mag ich furchtbar gerne. Dann Kerzenlicht. Das Grelle Laute muss weg. Dazu Zitronen-Ingwer-Tee, Quarkumschläge für die lädierte Achillessehne und Meditation und Yoga, um wieder zur Ruhe zu kommen.

Wieder hat sich gezeigt, dass zuviel Außen mir nicht gut tut. Ich schlafe schlecht und bin angespannt. Das ist nicht gut, daher werde ich die terminfreie Zeit gut nutzen, um wieder mehr zu mir zu kommen.

Richtig froh bin ich, dass es mit dem yogieren wieder klappt. Das hat mir doch sehr gefehlt und auch wenn es einige Zeit braucht, bis ich die alte Gelenkigkeit wieder habe, es lohnt sich weiterzumachen.

Auch werde ich mich wieder mehr aus dem Netz zurück ziehen. Nicht radikal, in dem ich Facebook kündige, sondern eher dahingehend, dass ich mich öfters ans Matrazendesk begebe. Dem Bein tut das Hochlegen auch gut. 

Habt einen schönen Tag.

Endlich wieder Yoga

Die letzten Wochen ist Yoga eher sporadisch Thema gewesen. Es waren einfach zu viele, kräftezehrende Termine. Doch jetzt, wo ich mit der Zahnklinik durch bin, soll es wieder losgehen und ging es auch. Heute morgen habe ich die Matte ausgerollt und mich dran gemacht. Meine Güte, wer hätte gedacht, dass man in so kurzer Zeit so steif und ungelenk werden kann. Wahrlich nicht schön. Aber ich will mich ja nicht fertig machen. Ich bin eine Meisterin, die übt, wie es so schön heißt. Morgen also weiter und hoffentlich mit Viktor. Der konnte sich noch nicht so früh aufraffen.

Außer Yoga findet heute nicht viel statt. Mir sitzen die letzten Tage in den Knochen und ich bin genervt davon dauernd krank zu sein. Auch geht mir vieles durch den Kopf, besonders das Thema Gewalt und Trauma beschäftigt mich. Habe einen interessantes Interview auf Youtube dazu gesehen.

Zu dem Thema Gewalt schreibe ich morgen noch, heute muss ich erst einmal entspannen, stricken und hörbücheln.