Allergisch gegen Ignoranz und Opportunismus

Ich glaube, ich ich habe die Ursache meiner dauernden Krankheiten entdeckt. Es ist eine allergische Reaktion auf die Ignoranz und den Opportunismus, dem ich täglich begegne. Dummheit mag ich es nicht nennen, denn wäre es nur Dummheit, dann könnten diejenigen, die die nötigen Veränderungen, zum Beispiel in Sachen Umweltpolitik, herbeiführen könnten und es nicht tun, schlicht nichts dafür, sie wüssten und verstünden es halt nicht besser. Wenn es Dummheit wäre, dann müssten die Wähler und Wählerinnen sich nur den Vorwurf machen, jemanden in ein Amt gewählt zu haben, der der Materie nicht gewachsen ist. Doch wie ich es sehe, haben wir nur dafür gesorgt, einer Bande von Opportunist*innen die Macht zu geben, ihre Pfründe und die ihrer Buddys zu sichern und diese „nach uns die Sintflut Politik“ weiter zu betreiben. Unsere momentane Bundesregierung zum Beispiel, ist nach Monaten unwürdigen Koalitionsgerangel nicht etwa dabei, die Probleme anzugehen, die dringend bearbeitet werden müssen. Nein, statt sich um bezahlbaren Wohnraum, soziale Sicherheit, eine menschenwürdige Asylpolitik, ein klares Statement gegen Rassismus und eine vernünftige Umweltpolitik zu kümmern, wird die Zeit mit Pöstchenrangeleien und Grabenkämpfen vergeudet. Miese Kompromisse werden als alternativlos verkauft, Verantwortung für seine Fehler übernimmt niemand. Warum auch? Das was nachrückt, ist ja nun wahrlich nicht besser. Bei DeMaizaire im Innenministerium dachten wir, schlimmer geht nicht … dann kam Seehofer. 

Es macht mich wirklich krank, wenn ich lese, dass Flüchtlinge bekämpft werden und nicht etwa die Fluchtursachen. Es macht mich krank, wenn weiterhin an einer ausbeuterischen expansiven Wirtschaftspolitik festgehalten wir, obwohl doch mittlerweile jeder kapiert haben sollte, dass es unendliches Wachstum nicht gibt. Wenn ich noch einmal höre, dass notwendige Veränderungen nicht angegangen werden können, weil es ja Arbeitsplätze gefährdet, kriege ich spontan Windpocken oder so etwas. Um es kurz zu sagen: Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich zur Zeit kotzen möchte.

Ein Gedanke zu „Allergisch gegen Ignoranz und Opportunismus

  1. Hat man nicht auch beim Ausstieg aus der Atomenergie mit Arbeitsplätzen argumentiert? Mal abgesehen davon, das mir der Arbeitsplatz nix mehr nützt, wenn so ein Ding hochgeht, gibt es inzwischen mehr Arbeitsplätze im Bereich der regenerativen Energien.
    Mich macht das auch manchmal mürbe, wenn ich sehe, was hier so los ist, aber nützt ja nix, wir müssen dagegen halten, weshalb ich mich jetzt mal zur Demo aufschwinge. 25.000 werden erwartet…. wäre ja toll.

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