Bisschen Angeschlagen

Es geht gerade alles ein wenig durcheinander bei mir. Die überraschende Aufgabe des Gewerbes und die damit verbundenen Planänderungen lösen extreme Existenzängste aus. Mein Vorhaben mehr im Hier und Jetzt zu sein, lässt sich gerade schwer umsetzen, da ich mir dauernd Sorgen mache, wie es weitergehen soll. Dabei weiß ich gar nicht warum. Die Webseiten werden billiger, weil ich ein viel kleineres Paket brauche. Natürlich könnte ich es auch ganz kündigen und zu einem normalen WP-Blog wechseln, aber ich möchte mein erweitertes Wohnzimmer werbefrei halten. Besser gesagt, wenn hier für etwas geworben wird, dann für Dinge von denen ich überzeugt bin. Ich glaube das bedrückende Gefühl resultiert daraus, dass nun die Hoffnung, etwas aus eigener Kraft zu reißen perdu ist.

Morgen geht es erst einmal zur Ärztin. Ich brauche eine Auszeit und eine Überweisung zum Neurologen. Diesmal wird es wohl nicht ohne Medikamente abgehen. Egal, Hauptsache ich kann weiter schreiben. So bin ich zu unkonzentriert, mal ganz zu schweigen davon, dass ich richtig schlecht schlafe. Woran zum Teil Stephen King Schuld. Lese gerade “Der Anschlag” und bin wieder einmal fasziniert, wie geschickt er das Grauen weckt und dieses Gefühl auch nach ausschalten des Readers wachhält. Wäre die Geschichte nicht so spannend, würde ich nicht weiterlesen.

10 Kommentare zu „Bisschen Angeschlagen

  1. Ich finde Medikamente als Krücke okay. Warum soll man es sich schwerer machen, als es ohnehin schon ist. Ich habe zeitweise auch welche genommen. In einer solchen Situation ist es sicherlich schwierig, das als einen beendeten Weg zu sehen, aus dem sich vielleicht etwas anderes ergibt. Aber vielleicht ist das wirklich so. Kümmere Dich erstmal um Deine Gesundheit und alles andere kommt dann, wenn Du wieder Kraft hast.
    Ich drück Dich mal. Manchmal ist einfach alles Scheiße und das darf man dann auch benennen.

    1. Es wird nicht ohne gehen, fürchte ich. Das ist eine erneute Niederlage, denn bis jetzt habe ich trotz der bipolaren Störung medikamentenfrei gelebt. Jedenfalls meistens. Nee, zur Zeit sieht es nicht gut aus. Morgen werde ich zum Arzt gehen.

      1. Es ist keine Niederlage, zu Medikamenten zu greifen. Das muss ja kein Dauerzustand werden. Sieh es als Übergangslösung um es Dir vielleicht etwas leichter zu machen. In diesem Haushalt wurden auch schon diverse Blister mit Antidepressiva verbraucht. Seit Jahren braucht sie niemand mehr von uns, aber es war eine Übergangslösung, eine Krücke, die geholfen hat. Sei nicht so streng mit Dir… es ist völlig okay.

        1. Für mich fühlt es sich aber nach einer an, weil ich es bis dato immer so geschafft habe. Nun geht es nicht mehr, hebt nicht gerade die Stimmung. Nun erst einmal bin ich versorgt und Überweisung für eine Psychotherapie habe ich auch. Wenn sich dann ein Therapeut finden lässt. 🙂

  2. Liebe Karin, deine Ängste kann ich gut verstehen. Ich habe jetzt meine Selbständigkeit auf Drängen des Amtes auch aufgeben müssen. Ich hatte zuletzt einen Nebenjob und hoffte immer, dass ich darüber Fuß fassen kann auf dem sogenannten ersten Arbeitsmarkt. Dem war natürlich nicht so. Das Unternehmen nimmt eher 10 Nebenjober als einen Festangestellten. Aus Gründen. Als die Reformhauskette die Filiale schloss, musste ich eine Bestätigung dafür bringen. Ansonsten hätte es ja sein können, dass ich die Kündigung bekommen hätte, weil ich mir etwas zu Schulden kommen lassen habe. Und dann hätte man doch fein sparen können. Das Geld aus dem Nebenjob wollte ich mir mit einer nebenberuflichen Selbständigkeit erarbeiten. So war es geplant und abgesprochen und plötzlich nicht mehr richtig.
    Du Liebe, werde erstmal gesünder und vor allem ruhiger. Dass du dir helfen lässt, auch mit Medikamenten, finde ich in Ordnung, hilfreich.
    Ich finde es so schade, dass du so weit weg wohnst. Zu gerne würde ich mit dir schwatzen und Ideen ausbrüten. Im Gespräch geht so etwas viel, viel besser.
    Alles Gute für dich. Und viel Kraft.

    1. Liebe Gudrun, genau das bedrückt mich gerade am meisten, dass ich nicht in der Lage bin eine neue Vision zu entwickeln, sondern statt dessen einfach keine Kraft mehr habe. Schaun wir mal, wie es in ein paar Tagen aussieht.

      1. Manchmal braucht das seine Zeit, ich weiß.
        Das ist immer meine Begründung für ein bedingungsloses Grundeinkommen. Was das für Potentiale freigeben würde! Das bremst nicht aus, macht nicht krank, aber es gibt Sicherheit.
        Liebe Karin, setz dich nicht selbst unter Druck bitte. Lass den Wogen Zeit, sich zu glätten.

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