Mäandernde Geschichten

Heute war Putztag, weil morgen Besuch kommt. Freundin Tatee aus Südafrika gibt sich die Ehre. Nun ist Putzen keine Ausrede, sich vor dem Schreiben zu drücken. Will ich ja auch gar nicht. Ich bin so gespannt, wie es weiter- und letztlich ausgeht. Nun könnte man sich natürlich fragen:

Wieso gespannt? Du musst es doch wissen, schließlich hast du es dir ausgedacht? Ähh, ja und nein. Das liebe ich so am ersten Entwurf. Da fängt man an, hat eine grobe Idee, die Geschichte mäandert so vor sich hin, man fängt an sich vorzustellen, was als nächstes geschehen könnte und, bumms, kommt alles ganz anders. Ist halt wie im richtigen Leben. 

Es macht aber auch Spaß und ich versinke zur Zeit total im Schreiben. Meine Erkältung halte ich weiter mit dem rosa Zaubertrank in Schach. Kirsch/Aronia heiße Tasse, schmeckt wundervoll künstlich, aber ich mag es. So, nun gibt es gleich etwas zu essen und dann muss ich weiter den neuen Robert Galbraith (aka J. K. Rowling) hören. Lethal White, heißt der vierte Cormoran Strike und ist wieder ein Knaller. Auf Deutsch kommt er erst im Dezember, aber ich war so gespannt, dass ich mir das englische Hörbuch besorgt habe.  War doch richtig, dass ich mir ein Audible Guthaben aufgehoben hatte.

Zeit vergeht, wenn man sich amüsiert

Der heutige Tag ging sehr schnell rum und war äußerst nett. Wir waren zu Kaffee und Flammkuchen im Stattcafé eingeladen. Unsere Freundin Valya hatte Geburtstag und so haben wir einen netten Nachmittag mit ihr, ihrem Mann Sascha und unser gemeinsamen Freundin Nora verbracht. Wir haben über Bücher gesprochen und über Sprache. Viktor und ich wollen nächstes Jahr russisch lernen. Haben wir schon länger vor und nun soll es werden.

Auf dem Rückweg haben wir mit Schrecken registriert, dass der Markt des Grauens aufgebaut wird.

Da wir heute einmal ohne Hund unterwegs waren, sind wir vor dem Treffen noch schnell in die Stadtbücherei. Da kommen wir sonst nicht zusammen hin, weil Suka dort nicht mit rein darf. Das war auch mal schön. Ich bin dann natürlich auch gleich fündig geworden. Hexensaat von Margaret Atwood und Prinzessin Insomnia wollten mit. Feine Sache, so eine Bücherei. 

Aber ein Tag, an dem mensch die sozialen Kontakte pflegt, ist keine Ausrede, nicht zu schreiben. Zumindest ein bisschen.

Blinde Flecken

Das erste Mal schreibe ich einen autobiografischen Text, gehe weit zurück in meine Vergangenheit und während ich mich erinnere, stelle ich fest, dass es so einige blinde Flecken gibt. An Zeiten an die ich keine Erinnerung habe. So erinnere ich mich nicht an meine ersten Jahre in der Schule. Da sind vielleicht zwei Episoden präsent, von denen ich weiß, dass sie meiner Erinnerung entspringen, anderes weiß ich nur, weil man es mir erzählt hat. Anderes ist mir wieder in Erinnerung gekommen. Zum Beispiel, dass ich in meiner Kindheit stark an Alpträumen litt, dass ich nur bei Licht schlafen konnte. Was übrigens heute auch nicht anders ist, wenn ich alleine bin. Ich glaube es ist gut, dass ich diesen Monat nutze und mich down memory lane schreibe. Da ist ein ganz starkes Gefühl, dass da was lauert, was wichtig sein wird, um endlich aus diesen Alpträumen zu kommen. 

Auch heute war ich draußen unterwegs. Ich habe zur Zeit einen starken Bewegungsdrang, außerdem bin ich dazu übergegangen, mir meine Onlinebuchbestellungen direkt in den Buchladen liefern zu lassen, weil es Verpackungsmüll spart. So bin ich denn heute zum Buchladen Zapata gepilgert, um Art Matters abzuholen.

So ein kleines, feines Büchlein von zwei Meistern ihres Handwerks. Text Neil Gaiman, Illustrationen Chris Riddel. Ich freue mich schon darauf darin zu versinken. Für Informationen zum Buch, auf das Bild in der Seitenleiste klicken. 

Schlaflose Nacht

Was war bloß heute Nacht los? Weder Viktor noch ich konnten schlafen. Während Viktor tapfer weiter versucht hat, zur Ruhe zu kommen, bin ich schließlich um 05:00 aufgestanden. Erst habe ich ja gedacht, ich kann nicht schlafen, weil ich mich so gegruselt habe. Ich höre gerade Stephen Kings “Der Outsider”. 19 Stunden insgesamt, von denen ich bis jetzt 9 gehört habe. 10 Stunden habe ich also noch vor mir und wie ich King kenne, werden die noch gruseliger, als die ersten. Allerdings kann die Schlaflosigkeit nicht daran gelegen haben, denn Viktor hat nicht mitgehört und wälzte sich auch unruhig hin und her.

Also bin ich um 05:00 hoch, um wenigstens was nützliches zu tun, und habe mein NaNoWriMo Pensum erledigt. Gestern habe ich mich noch für ein anderes Projekt entschieden. Etwas sachlich/autobiografisches. Das flutschte heute morgen auch nur so. Nun werde ich aber langsam müde und werde mich mal hinlegen. Guten Morgen, wünsche ich. 

Runde zum Besinnen

 

Ich muss gestehen, ich fühle mich gerade sehr hilflos. Es ist wie früher, wenn Jenni krank war und nicht sagen konnte was ihr fehlte. Es scheint Suka ein wenig besser zu gehen. Der Hüttenkäse und ein wenig Schonkost sind drinnen geblieben, allerdings hat sie immer noch Durchfall. Was ich ziemlich sicher weiß ist, dass es keinen Zweck hat zum Tierarzt zu gehen, zwei Stunden mit der kranken Maus dort warten und dann etwas Ähnliches wie Perenterol zu einem horrenden Preis vertickt zu bekommen, plus ein hilfloses Achselzucken, müssen wir uns nicht geben. Und doch drängt es mich irgendwie dorthin, nur um was zu tun … nur damit jemand sagt: “Es wird alles gut.” Dabei weiß ich sehr genau, dass es das nicht wird. Die Krankheitsphasen häufen sich. Sicher zwischen drin geht es ihr gut und sie hat Spaß, aber diese Pausen sind immer kürzer und die Krankheitsperioden immer länger. Heute haben wir beschlossen, dass wir sie nicht mehr alleine lassen. Also für einen längeren Zeitraum. Das bedeutet im Klartext, dass wir erst einmal nicht gemeinsam zu den Kindern fahren werden. Was sehr schade ist, stehen doch gerade jetzt diverse Geburtstage an.

Da es mich immer beruhigt, wenn ich Bücher um mich habe, sind wir zur Bücherei. Musste ich eh hin, weil meine Vorbestellung Mittagsstunde von Dörte Hansen da war. Ein Buch auf das ich mich schon sehr freue und welches ich sofort in Angriff nehmen werde, sobald ich die letzten 500 Seiten von, Ketil Björnstads Die Welt die meine war – die 60ziger Jahre, durchhabe. Ein Buch, das ich bereits jetzt uneingeschränkt empfehlen kann. 

Meine eigene Erkältung hält sich in Grenzen. Die Hühnersuppe und die heiße Zitrone haben gewirkt. Jedenfalls hoffe ich, dass es so ist und die Erkältung sich nicht nur einen Tag frei genommen hat. Die Runde zur Bücherei und zum Widerhaken hat gut getan. Nicht nur mir, auch Suka und Viktor. Den nimmt unser krankes Kind auch sehr mit. 

Das Umsetzen von Erkenntnissen

Heute morgen dachte ich so über das zu viel in meinem Leben nach. Da werde ich besonders im Technikbereich fündig. Drei Computer müssen nicht, eine Kamera weniger täte es auch und last but not least habe ich festgestellt, dass ich kein Smartphone brauche. Nun könnte mensch mich natürlich fragen, warum hast du dir denn eins gekauft? Tja, die Sache ist die (und der Fall der), dass, hätte ich es nicht getan, ich immer zu gejammert hätte, dass ich doch gerne eines hätte und auch bräuchte. So habe ich das Ding und die meiste Zeit liegt es auf dem Schreibtisch. Zur Zeit brauche ich es eigentlich nur, wegen der Zazen App. Was sich ja auch anders regeln ließe, schließlich habe ich ja auch noch ein Tablet. 

Also wird wieder einmal überdacht und unsortiert. Was auch gut und richtig ist. Das Überdenken das eigenen Verhaltens ist sehr heilsam. Mir jedenfalls tut es immer gut. 

Noch etwas ist in Veränderung. Früher habe ich kaum Sachbücher gelesen, doch seit einiger Zeit ist da mein Interesse geweckt. Viktor hat sich gerade sechs Bücher gebraucht von Hans-Peter Dürr bestellt und eines davon habe ich mir gleich unter den Nagel gerissen.  Das Lebende lebendiger werden lassen. Gefällt mir der Titel. 

Im Wolkenkukusheim

Dieser Tage habe ich den Kopf doch sehr in den Wolken. Was ja fein ist, muss nur aufpassen, dass ich nicht jede Bodenhaftung verliere. Das wäre nicht so gut. Aber es ist schön sich in Geschichten zu tummeln, seien es die eigenen oder die von anderen.

Was die von anderen betrifft, freue ich mich auf Ketil  Bjørnstad “Die Welt die meine war” in der Übersetzung von Gabriele Haefs, Kerstin Reimers und Andreas Brunstermann. Was nun meine eigenen Geschichten betrifft, so ist gerade Eleonora Schabowski sehr aktiv. Allmählich träume ich schon von ihr. folglich wird es Zeit sich wieder mit ihr zu beschäftigen. 

Kochen brauche ich nicht. Viktor backt Brot und wenn das der Fall ist, gibt es gerne mal Pizza. Immer lecker. Habt es schön.

Haushalts- und Lesetag

Heute war ein arbeitsreicher Tag, obwohl ich zu meiner eigentlichen Arbeit nicht gekommen bin. Was wohl diese Woche auch nur in kleinen Häppchen der Fall sein wird. Aber das macht nichts. Es ist auch schön die Bude einmal wieder sauber zu haben. Ein Kuchen, Applecrumble, ist gebacken, denn morgen kommt das Holz und das bedeutet viel Arbeit und hungrige Helfer.

Am Nachmittag habe ich mich denn ins Bett verzogen und Fräulein Nettes kurzer Sommer von Karen Duve zu Ende zu lesen.  Über 566 Seiten breitet Karen Duve das Leben von Annette von Droste-Hülshoff aus und ich habe mich nicht einmal, über die ganze Strecke, gelangweilt. Zu meiner Rezension einfach auf den Link klicken. 

Nun werde ich mal den Feierabend einläuten. Der Liebste bereitet das Abendessen und ich habe schon mal das Strickzeug und ein neues Buch bereit gelegt. 

Habt es schön. 

Holzaktion

Seit zwei Tagen ist Viktor am Holzssägen. Der Gute. Nachbar Bernd hatte von einem Laden gehört, der zumacht und unbehandelte Regale loswerden wollte. Die hat er mit jemanden abgebaut und hergebracht und Viktor macht sie nun klein. Das bedeutet, dass wir einen ganzen Teil unseres Winterholzes schon einmal haben. Was fein ist. Allerdings habe ich dafür Hund und Küche quasi alleine an der Backe. 

Mir hat es viel Spaß gemacht, mal wieder zu backen und zu kochen, also mehr als das was unbedingt muss. Dem perfekten Hefekranz bin ich sehr nahe gekommen. Der Teig muss noch ein wenig saftiger. Dann ist es das. 

Wie nötig ich “Raus aus der Demenzfalle” brauche, hat sich gerade gezeigt. Ich hatte völlig vergessen, dass ich es bestellt hatte. Doch gut, nun ist es da und ich bin gespannt. Dass ich das Buch holen musste, bedeutete gleich einen schönen Spaziergang für Suka. Allerdings macht die mir wieder Sorgen. Sie nimmt ab, obwohl sie gut frisst und sie ist wieder sehr antriebslos, pinkeln ist auch wieder mehr. Ich habe schon mal sicherheitshalber Harnwegmix bestellt. 

Chillen

Nachdem ich mich die ganze Woche mit schweren Themen herumgeschlagen habe, muss ich gestehen, dass ich rechtschaffen erschöpft bin. Daher habe ich beschlossen, heute mal der Lust am Schönem zu frönen und mir nicht die Laune von meiner eingeschränkten Bewegungsfähigkeit verhageln zu lassen. Das Wetter ist prachtvoll und ich würde gerne eine Fototour einlegen, aber das geht nun mal nicht, also puzzele ich hier im Haus herum, setze mich ein wenig auf die Terrasse und zwischendrin koche ich neues Hundefutter. Suka tut das selbst gekochte so gut, dass ich es beibehalten werde, zu mal ich die Zutaten, nahezu alle unverpackt im Widerhaken bekomme.

Doch nicht nur Suka soll kulinarisch schwelgen. Für uns habe ich gestern noch einen Kuchen gebacken. Schokoladenkuchen mit Birne und Makronenkruste. Ein Knaller. Rezept folgt später auf dem Kochblog. Ansonsten gibt es Nudelauflauf. 

Besonders hinweisen möchte ich noch auf obiges Buch, welches sich mit dem Thema Gewalt und deren Folgen befasst. Ich habe es mit so einer Begeisterung gelesen. Meine Rezension ist hier zu finden:  http://rezensionen.writresscorner.de/das-groessere-verbrechen-von-anne-goldmann/

Das war es erst einmal von mir. Habt einen schönen Restsonntag und eine wundervolle Woche.