Mäandernde Geschichten

Heute war Putztag, weil morgen Besuch kommt. Freundin Tatee aus Südafrika gibt sich die Ehre. Nun ist Putzen keine Ausrede, sich vor dem Schreiben zu drücken. Will ich ja auch gar nicht. Ich bin so gespannt, wie es weiter- und letztlich ausgeht. Nun könnte man sich natürlich fragen: Wieso gespannt? Du musst es doch wissen, schließlich hast du es dir ausgedacht? Ähh, ja und nein. Das liebe ich so am ersten Entwurf. Da fängt man an, hat eine grobe Idee, die Geschichte mäandert so vor sich hin, man fängt an sich vorzustellen, was als nächstes geschehen könnte und, bumms, kommt […]

Über die Hälfte

26439 Worte habe ich nun geschrieben, also ein gutes Stück über die Hälfte. Es läuft immer noch gut und macht Spaß, obwohl es gerade recht bedrückend wird. Also nicht autobiografisch gesehen, der Text hat sich ja zu einer Fiktion geändert. Es ist lange her, dass ich so fokussiert gearbeitet und dabei auch noch alles andere auf die Reihe gekriegt habe. Ein schönes Gefühl.  Das Suka im Moment recht guter Dinge ist, ich mir also nicht allzu große Sorgen machen muss, ist natürlich hilfreich. Zur Zeit ist sie sehr anhänglich und schläft wieder bei uns im Bett. Morgens kommt sie schwer […]

Das Glas ist halbvoll

Heute Morgen bin ich gegen 04:00 aufgewacht, mir war schlecht, ich dachte mir platzt der Schädel und das Licht der Nachttischlampe tat mir in den Augen weh. Also Stirn und Nacken mit Euminz eingerieben und mühsam versucht wieder einzuschlafen. Das klappte dann auch. Gegen 09:00 war ich das nächste Mal wach, die Übelkeit war verschwunden, aber die Kopfschmerzen waren schlimmer als vorher. Also IBUPROFEN. Die halfen nicht! Also ist davon auszugehen, dass ich den ersten Migräneanfall seit langen habe. Sehr typisch auch, dass sich die Kopfschmerzen gegen Mittag besserten. Interessant war, dass ich als erstes nach dem Erwachen dachte: Hoffentlich […]

Den Durchblick behalten

Heute ist der zwölfte NaNoWriMo-Tag und ich habe nun über 20000 Worte geschrieben. Die Geschichte entfaltet sich, die Personen werden mehr und es wird schwieriger alle Fäden in der Hand zu behalten. Das Überarbeiten wird in diesem Fall sehr anstrengend. Darum lese ich jetzt schon mal, was ich bis dato habe und mache Anmerkungen, wo ich denke, dass etwas fehlt und wo vielleicht etwas weg kann. Sicher könnte ich das auch Ende des Monats machen, es sind ja so schon zwei bis drei Stunden Schreibzeit täglich, das Problem ist nur, dass ich dann erst einmal Abstand von dem Text brauche. […]

Warten auf den Musenkuss

Wenn ich über etwas nachdenken muss, gehe ich gerne auf dem Südfriedhof spazieren. Ich kann in der lebendigen Stille die dort herrscht, den Alltag gut ausblenden und besonders dieser Tage ist es dort wunderschön. Im Moment plagen mich, außer den üblichen finanziellen, keine besonderen Sorgen und so habe ich dann hauptsächlich über mein Geschreibsel nachgedacht.  Einen erhabenen Moment der Erleuchtung gab es nicht, aber immerhin streifte mich der eine oder andere Musenkuss. So werde ich mich also gleich guter Dinge ans Werk machen. Etwas Positives habe ich auch registriert. Es liegt nicht mehr soviel Plastikgedöns auf den Gräbern, dafür mehr […]

Energetisch aufgeladen

Seit 10 Tagen NaNoWriMo und ich habe jeden Tag geschrieben. Das wirklich spannende ist, seit 10 Tagen geht es mir am Stück gut. Ich hänge nicht mit meinem Krempel hinterher, schaffe Kochen und Haushalt, fühle mich gesund und munter, treffe Leute und wuppe trotz allem mein Schreibpensum. Vielleicht sollte ich ein NaNoWriYear machen. Also mal ein ganzes Jahr durchgehend jeden Tag 1665 Wörter schreiben. Ach ja, im Schnitt schreibe ich so 1800 pro Tag zur Zeit. Flutscht also nicht schlecht.  Dieses Jahr hat mich so gebeutelt, dass ich eigentlich kein neues Projekt anfangen wollte. Doch wie so oft, kam es […]

Der Schornsteinfeger war da

Heute war der Schornsteinfeger da und hat hoffentlich Glück gebracht. Das Viktor heute übers ganze Gesicht gestrahlt hat, hat wohl nicht direkt damit zu tun, sondern liegt eher daran, dass sein, vor einem halben Jahr in Auftrag gegebener, Bass geliefert wurde. So aufgeregt und selig habe ich ihn lange nicht erlebt. Nun kann er endlich wieder mit seinen Leuten proben und kriegt wieder Hornhaut auf die Fingerkuppen. In den letzten Wochen scheint er arg verweichlicht zu sein. Gestern von der Session kam er mit wunden Fingern zurück.  Ich selber habe heute stückweise gearbeitet. Vor dem Frühstück ein wenig. Dann nach […]

Komischer Tag

Es gibt so Tage, da ist eigentlich nichts Besonderes und doch sind sie anders besonders. Heute sind wir früh hoch, da eventuell Viktors Bass geliefert werden sollte. Kam aber nicht, morgen soll es denn sein. Ist ein wenig schade, denn heute ist Session in der Räucherei und das wäre eine gute Gelegenheit ihn auszuprobieren. Aber nicht das machte den Tag besonders, sondern etwas anderes. Ich habe heute Paprika-Creme-Sauce fürs Abendessen gekocht, einen Hefekranz gebacken, mich dabei mit meinem Nachbarn Torben unterhalten, dann den Computer von Nachbarin Tania wieder zum Laufen gebracht und war die ganze Zeit präsent … während gleichzeitig […]

Ein ruhiger Tag

Die leichten Sorgen, die ich mir heute morgen um Suka machte, verflüchtigten sich schnell. Anscheinend war sie einfach nur müde und noch nicht in der Stimmung aufzustehen. Wie die Dinge liegen, ist man sehr schnell dabei, jede kleine Veränderung als bedrohlich zu empfinden. Gegen Mittag war alles wieder Bestens und sie tyrannisierte mich in gewohnter, charmanter Weise. Heute hat Viktor die Einkaufsrunden alleine übernommen, während ich Hundefutter auf Vorrat gekocht und dann geschrieben habe. Es fließt noch immer, die erste 10 000 Wörter sind geschrieben und es fühlt sich gut an. So vieles ist diesmal beim Schreiben anders. Zum Beispiel, […]

Blinde Flecken

Das erste Mal schreibe ich einen autobiografischen Text, gehe weit zurück in meine Vergangenheit und während ich mich erinnere, stelle ich fest, dass es so einige blinde Flecken gibt. An Zeiten an die ich keine Erinnerung habe. So erinnere ich mich nicht an meine ersten Jahre in der Schule. Da sind vielleicht zwei Episoden präsent, von denen ich weiß, dass sie meiner Erinnerung entspringen, anderes weiß ich nur, weil man es mir erzählt hat. Anderes ist mir wieder in Erinnerung gekommen. Zum Beispiel, dass ich in meiner Kindheit stark an Alpträumen litt, dass ich nur bei Licht schlafen konnte. Was […]