Stadtbummel und Schnäppchen

Heute haben wir unseren Abschiedsstadtbummel gemacht und Kompensationsgeschenke für das daheim gebliebene Kind gekauft. Dabei ist dem Gatten, der sonst jeder Anschaffung abhold ist, diese Butterdose aus Porzellan ins Auge gefallen und weckte sein Begehren. Nun können wir also Butter bei die Fische geben. Ich hätte mich gar nicht getraut das Teil zu kaufen, weil es sofort wieder geheißen hätte, ich wäre dem Konsumrausch verfallen. Haa, tolles Gefühl einmal nicht Schuld zu sein.

Wir waren dann noch im Stattcafé, wo klare Kante gegen rechts gezeigt wird. Überhaupt mein Lieblingscafé in Kiel. Der Kaffe dort ist bio und fairgehandelt und auch sonst ist es ein feiner Ort, in dem es immer feine Veranstaltungen gibt und … nicht zu vergessen, lecker Flammkuchen. Kiel hat sich auf die Fahne geschrieben eine Neonazifreie Stadt zu werden und so ist diese Aktion “Kein Ort für Neonazis” entstanden.

Morgen dann also nach Hamburg. Ach man, ich werde Selena vermissen. Sie ist wirklich ein Schatz und wir haben soviel Spaß mit ihr. Vor allem haut sie manchmal Dinger raus. Gestern waren wir abends im Kleinen Steakhaus essen. Die Kellnerin schmust Selena mit so einer falschen Kinderfreundlichkeit an: “Na meine Kleine, willst denn ein bisschen malen?” Selena guckt sie ernst an und sagt: “Nein danke, ich würde es vorziehen mich mit meinen Großeltern zu unterhalten.” Weiß der Geier wo sie das her hat, denn normaler weise redet sie nicht so geschwollen.

Schwentinefahrt mit dem Kinde


Heute hatte mein Fuß sich soweit erholt, dass ich mit Mann und Kind auf die Schwentinefahrt gehen konnte. Das war wieder so schön. Libellen, Schwanen und Enten mit Nachwuchs, nistende Blesshühner und sich sonnende Schildkröten. Dazu ein äußerst glückliches Kind, das viel Spaß an der Natur und am Fotografieren hatte.

Es ist eine Freude zu sehen, mit welcher Begeisterung sie sich auf alles stürzt und wie sie Wissen in sich aufsaugt. Ich bin gerade eine sehr glückliche Großmutter, die sich sehr bewusst ist, wie priviligiert sie ist, ihre Enkelkinder zu erleben und zwar in einer entspannten Atmosphäre. Ja, ich habe Grund dankbar zu sein und ich stelle wieder einmal fest, dass ich mehr Talent zur Großmutter, denn als Mutter habe. Da war ich oft sehr ungeduldig und konnte dem Kind nicht gerecht werden. Natürlich erleben wir auch gerade keinen Alltag, sondern Urlaub. Sonst würde es auch anders aussehen.

Nach der Flußfahrt waren wir hungrig und haben vor der Rückfahrt Station im Café Luna gemacht und uns einen sehr leckeren Erdbeer-Aprikosen-Crumble haben. Dann mit dem Bus nach Hause. Die Sache mit meinem Fuß wird immer drolliger. Stützsocken und Ibuprofen haben ja nicht wirklich was gebracht, aber die Pferdesalbe scheint zu helfen. Mal sehen, ob es nicht nur vorübergehend ist. Ich humple allerdings deutlich weniger.

Mal wieder ausgebremst

Während meine Lieben sich am Strand vergnügen, pflege ich meine Verletzungen. Eben musste ich den Verband abnehmen, weil mein Bein anschwillt. Ich glaube ich werde mich einfach mal hinlegen und hoffen, dass es bald wieder besser ist. Sehr nervig, die ganze Angelegenheit. Ich bin so froh, dass Viktor Spaß dran hat mit Selena etwas zu unternehmen. Sonst wäre es arg langweilig für die Kleine hier. Die beiden sind mit dem Schiff unterwegs zum Falkensteiner Ufer und wollen gemeinsam fotografieren.

Ich bin wirklich genervt, dass es so gar nicht besser wird, obwohl ich alle ärztlichen Rückschläge berücksichtigt habe. Ich würde so gerne einmal wieder unbeschwert loslaufen. Mittlerweile schmiere ich die Ferse mit Pferdesalbe ein. Vielleicht hilft das.

So ein bisschen wie Ferien

Gestern bin ich nicht mehr zum Schreiben gekommen. In der Zahnklinik war es recht anstrengend und auf dem Rückweg, bin ich mit dem Achillessehnen fuß umgeknickt und konnte nicht nach  Hamburg fahren. Also musste Viktor los und Selena holen. Inzwischen habe ich hier alles vorbereitet.

Heute morgen gab es Yoga und Meditation zu dritt und dann sind Viktor und Selena nach em Frühstück einkaufen gegangen. Leider haben sie dort sehr getrödelt, so dass es zu spät war, um an den Strand zu fahren. Also Eis essen und zu Gandalph Literatur kaufen für das Kind, für Viktor und für mich. Sind ja alle drei Fantasyfans.  Fürs Abendessen haben wir uns noch mit Erdbeeren und Waffeln eingedeckt und danach wird vorgelsen, abwechselnd. Volles Programm also.

Für Morgen ist ein Ausflug an den Strand geplant. Ich habe die beiden schon streng angeguckt und ihnen einen straffen Morgenplan übermittelt. Leider bin ich bewegungsmäßig sehr eingeschränkt und wir werden wohl nicht ganz so viel unternehmen können, wie geplant. Ich kriege diese verdammte Entzündung einfach nicht weg. Muss nächste Woche noch mal zum Arzt damit. So geht es nicht weiter. Aber erst einmal Enkelinnen-Qualitätszeit. Ich würde ja gerne Bilder posten, weil sie einfach so ein Schatz ist, allerdings halte ich gar nichts davon Kinderbilder ins Netz zu stellen. Also wird das wohl nichts.

Zur Ruhe kommen

Ich muss gestehen, dass mich die gestrige Auseinandersetzung doch recht mitgenommen hat. Da ist viel Denkstoff entstanden. Unter anderem, wie es einem angeblich spirituell denkenden Menschen gelingt, derart menschenverachtend und mitgefühlslos zu werden.

In solchen Situationen brauche ich Zeit und Dinge die mir Klarheit geben und mich nähren. Zitronen, Chilli und Ingwer geben im Verbund mit Honig einen sehr leckeren Tee, der sowohl heiß, als auch kalt genossen werden kann und die kleinen Tomaten sind der Snack für zwischendrin. Lecker und Gesund.

Post kam heute aus Leipzig. Danke Gudrun. Deine Worte haben mir sehr gut getan. Ja, wir haben unser kleines Netzwerk und das ist stabil und gibt Halt und Hoffnung.

Heute ist noch einmal durchatmen angesagt. Morgen früh steht ein weiterer Termin in der Zahnklinik an und am Nachmittag geht es nach Hamburg, um Selena abzuholen. Viktor und ich freuen uns so auf die Zeit mit ihr.  Wir haben es schön zur Zeit und doch ist da dieses “die Ruhe vor dem Sturm Gefühl”.

 

Sperre

 

Ich blogge seit vielen vielen Jahren. Manchmal kommt es mir vor, als wenn ich schon vor der Erfindung des Internets damit angefangen habe. Jedenfalls ist es mir zu einer lieben Gewohnheit geworden. Ich habe wundervolle Menschen über das Internet kennengelernt. Menschen die ganz sicher nicht immer mit meiner Meinung übereinstimmten und Menschen, die anderer Nationalität und anderen Glaubens sind. Alle diese haben mein Leben bereichert und die Auseinandersetzung mit ihren Gedanken und Meinungen haben mich weiter gebracht. Noch nie, in all der Zeit habe ich mich gezwungen gefühlt, jemanden zu sperren … bis heute.

Auf meinen Beitrag Gemischte Gefühle meinte eine Leserin in den Kommentaren ihren nationalistischen Sondermüll abgeben zu müssen, mein Hinweis, dass sie sich in meinem erweiterten Wohn-Arbeitszimmer befindet und dass ich in diesem Beiträge unter dem Motto “Ich bin ja keine Rassistin, aber ..” hier nicht dulde, wurde ignoriert. Dieser Blog ist keine Plattform für rassistische Beiträge. Da mein Wunsch von solchen Äußerungen abzusehen, ignoriert wurde, habe ich die Konsequenzen gezogen und besagte Person für diesen Blog gesperrt. Ein Schritt der mir sehr schwer gefallen ist und von dem ich nie gedacht habe, dass ich ihn einmal tun würde. Traurig.

 

Und wieder

… ist der Himmel blau und ich konnte auf der Terrasse schreiben. Was zwar fein ist, aber die Natur braucht dringend Regen. Ich hoffe, dass da bald was runterkommt und es noch nicht zu spät ist.

Ich habe meinen Ausflug gut verkraftet und habe heute angefangen meine Notizen zu verarbeiten. Schön wieder im Fluss zu sein.

Eben habe ich mit Jenni telefoniert. Donnerstag holen wir Selena ab. Ich freue mich so auf meine Enkelin und denke wir werden viel Spaß haben.

 

Vorteile einer Autorin

Als Autorin mag man nicht reich werden, aber man führt ein erlebnisreiches Leben. Zum Beispiel: Das Wetter ist schön und eigentlich sollte man am Schreibtisch (oder wenigstens am Thinkpad auf der Terrasse sitzen) und schreiben, aber es lockt der Gedanke an einen Tag auf See. Besonders fein, man hat diesen Monat eine Monatskarte und braucht nur noch den Bordzuschlag lösen. Ein Blick ins Portemonaie sagt, dass nicht einmal das nötig ist, denn es finden sich auch hierfür noch zwei Karten. Also wird hurtig der Rucksack gepackt. Tablet mit Blutoothtastatur kommt mit, falls die Muse hartnäckig küsst und auf geht es zum Anleger und gen Laboe. Damit es nicht so sehr nach Faulenzen klingt, nennt man diesen Ausflug kurzer Hand Recherche und das Gewissen ist beruhigt.

Nach nahezu 1 1/2 Stunden auf dem Wasser bin ich in Laboe ausgestiegen und habe dort ein wenig gebummelt. Am Hafen habe ich mir ein Fischbrötchen gegönnt und bin dann mit dem Bus zurück nach Kiel. Tatsächlich hat sich der Ausflug gelohnt, ich konnte Material für zwei Geschichten sammeln und hatte nicht einmal das Gefühl zu arbeiten. Das ist wahrer Reichtum, die Seele hat etwas davon. Ich bin gut erholt, habe Material und Spaß gehabt und kann nun gleich nach dem Duschen damit beginnen, die Notizen zu übertragen.

Der Gatte konnte leider nicht mit, aber er hat sich bereit erklärt, für das leibliche Wohl zu sorgen. Es gibt hausgemachte Wedges und Currywurst. Ein Urlaubsessen par excellence.

 

Fein Besuch gehabt

… und gar kein Bild gemacht. Also Herr und Frau Momo ihr müsst noch mal längs kommen, damit wir das nachholen. Es war sehr schön euch einmal kennenzulernen.

Nun haben wir Abendrot gegessen und lassen den Abend gemütlich ausklingen. Morgen gibt es mehr in der Writresscorner zu lesen. Ein Schreibausflug nach Laboe ist geplant.

Tief durchatmen

… sich umsehen und mindestens fünf schöne Dinge entdecken und genau betrachten. Das ist meine morgendliche Übung, wenn ich das erste Mal rausgehe. Das zweite was ich heute entdeckte, ist dieser Kohlweißling, der an meinen Blumen naschte. Das erste, ist das was ich jeden Morgen sehe, wenn ich aufwache. Das Gesicht des Liebsten.

Es ist so wichtig in diesen Zeiten nicht in Weltschmerz, Wut, Hilflosigkeit und Angst zu versinken, sondern ganz besonders das Schöne wahrzunehmen. Das was die Seele nährt, die Zärtlichkeit weckt und ein Feld der Liebe schafft. Besonders bewusst geworden ist mir das durch einen Beitrag von Frau Momo. Aber auch durch meine Facebookabstinenz. In der Zeit habe ich nur wenig mitbekommen, habe wenig Zeitung gelesen und war auch sonst eher mit mir beschäftigt. Die Zeit habe ich gebraucht. Es ist wichtig manchmal einen Schritt zurück zu treten und sich nur auf das Wesentliche zu konzentrieren und die Welt und ihr Geschehen außenvor zu lassen. Allerdings bin ich mir auch in diesen Rückzugszeiten sehr bewusst, dass dieses Zurückziehen nur ein temporäres ist. Denn wie sagte schon John Donne?

No man is an island, entire of itself; every man is a piece of the continent, a part of the main. If a clod be washed away by the sea, Europe is the less, as well as if a promontory were, as well as if a manor of thy friend’s or of thine own were. Any man’s death diminishes me because I am involved in mankind; and therefore never send to know for whom the bell tolls; it tolls for thee.

Niemand ist eine Insel, in sich ganz; jeder Mensch ist ein Stück des Kontinents, ein Teil des Festlandes. Wenn eine Scholle ins Meer gespült wird, wird Europa weniger, genauso als wenn’s eine Landzunge wäre, oder ein Landgut deines Freundes oder dein eigenes. Jedes Menschen Tod ist mein Verlust, denn ich bin Teil der Menschheit; und darum verlange nie zu wissen, wem die Stunde schlägt; sie schlägt dir selbst.