Plotten und Putzen

Am Zustand meiner Wohnung lässt sich immer recht gut ablesen, wie ich mit dem Schreiben voran komme. Wenn es hakt, beginne ich zu putzen … oder ich bastele am Computer rum. Das habe ich heute gemacht und so ist der Tag einfach so dahin geflogen, ohne dass ich wirklich was vorzuweisen habe. Macht aber nichts. Der Laptop läuft wie neu und alles ist fein.

Ansonsten ist es mir viel zu warm. Allerdings will ich mal ganz leise sein. Heute bekam ich eine Mail aus Japan. Hideo schreibt, dass es in Kioto 39° sind. Also haben wir es noch recht gut hier. Viktor macht immer seine Mütze nass bevor der rausgeht und sprüht sich auch sonst mit so einem Blumenbefeuchter ein. Sehr niedlich. Suka mag gar nicht raus und schleicht nur einmal um den Block, dann ist wieder Couch angesagt oder noch lieber die kühlen Flurfliesen.

 

Draußen arbeiten

Bis Mittag und dann wieder ab dem frühen Abend lässt es sich wunderbar auf der Terrasse sein. Ein guter Platz zum schreiben. Ich skizziere ja mein Tagespensum immer erst einmal per Hand, was den Vorteil hat, dass ich nicht erst den Laptop aufbauen muss. Obwohl das auch kein großer Akt ist. Mittlerweile steht das Thinkpad in der Küche und ist jeder Zeit griffbereit. Allerdings gefällt mir das mit der Hand vorschreiben schon sehr. Ich bin fokussierter auf die Geschichte und wechsele nicht so leicht mal eben zu Facebook oder Shishen Sho, wenn eine Denkpause angesagt ist. Das Schöne ist, dass ich so bereits ein Gerüst habe, wenn ich am Computer schreibe. Da baue ich denn einiges mehr und weiter aus, was handschriftlich nur angerissen ist.  Auch Unstimmigkeiten fallen so schon im Vorwege auf.  Ein weiterer Vorteil. Wenn man unterwegs ist, braucht man sich nicht mit Thinkpad oder so abschleppen. Füller und Collegeblog sind nicht schwer und leicht zur Hand.

Zur Belohnung gibt es nach getaner Arbeit Kirschen. Die haben mir selten so gut geschmeckt, wie in diesem Jahr. Richtig feine Sache. Gerade diese Knupperkirschen erinnern mich an mein Elternhaus, also wie es in meiner Kindheit war. Da hatten wir drei große Bäume, auf denen diese Knupperkirschen wuchsen. Ein Fest für uns Kinder. Selbst wenn es ans Einmachen und Marmelade kochen ging. Da wanderten jede Menge in die gierigen Münder.

Kletterpartie

Immer wenn ich den Hochseilgarten “High Spirit” am Falkensteiner Ufer sehe, denke ich: Schreiben ist irgendwie auch eine Kletterpartie. Man will hochinaus, will den Leser*innen die Geschichte vermitteln und hangelt sich oft genug von Ast zu Ast und baut viele Brücken und Stege, damit das, was im eigenen Kopf völlig klar ist, anderen verständlich wird.

Heute ist Schreibtag. Nachdem ich gestern zum Nachdenken und Stimmung aufnehmen unterwegs war, habe ich heute morgen meine Notizen geordnet und werde nun sehen, was ich davon gebrauchen kann und was einfach erst einmal auf den Kompost kommt.

Übrigens war es gut, dass wir den Ausflug gestern unternommen haben. Heute ist das Wetter gemischt und es hat eben geregnet. War zu erwarten, es ist Kieler Woche. Ich denke ja, dass es zur Kieler Woche oft sehr regnerisch ist zeigt, dass dieses Spektakel der Göttin ein Ungemach ist.

Ach ja auf der Fotoseite gibt es Bilder von Schiffen und noch so einigem.

Prokrastination

Während ich “Tore” überarbeite, blubbern Ideen für ein neues Projekt in mir auf. Genau genommen hat blubbert es bereits seit einigen Wochen und nun ist die Zeit gekommen mit einem ersten Entwurf einiger Szenen, Ortsbeschreibungen und Charaktere zu beginnen. Doch wie immer schwanke ich zwischen: “Jau, toll es geht los” und “… aber erst muss alles drumherum stimmen”. Damit ist gemeint, das neue Projekt braucht ein eigenes Notizheft und selbstverständlich den richtigen Stift. Also die Füller und Stifte rausgesucht, die in Frage kommen und im Tagebuch ausprobiert, welcher die Ehre haben soll. Der untere Bleistift ist ein Mitbringsel aus dem Noldemuseum in Seebüll. Doch mit Bleistift schreiben? Die sind so dünn. Trotzdem verlockend. Wie auch der Stift mit dem Schnurrbartradiergummi und dem Spruch “Da Da war da bevor Da Da da war”, aber nein … so ganz das Richtige sind sie nicht. Allerdings können sich sowohl der Nolde als auch der Dada nützlich für kleinere Skizzen erweisen, mit denen ich gerne meine Notizen anreichere.

Doch weiter. Der schwarze lange Füller mit der roten Klemme liegt wunderbar in der Hand, hat allerdings eine sehr breite Feder und bei meiner Schrift ist das nicht gut, habe es schon so schwer genug, man Gekrakel zu entziffern.

Der rote Füller hat die richtige Federbreite, liegt aber nicht so gut in der Hand, da er eine recht glatte Oberfläche hat und ich leicht abrutsche.

Der lila Füller wiederum hat eine leicht angeraute Oberfläche und schreibt sich toll. Allerdings ist die Feder ein wenig zu schmal.

Der Kugelschreiber? Ach ich weiß nicht. Irgendwie schreit dieses Projekt nach Tintenfüller.

Da ich mich nicht entscheiden konnte, also endgültig, habe ich alle Stifte zusammen in einen Becher gestellt. Fürs erste werde ich mit dem lila Füller mit violetter und dem roten Füller mit schwarzer Tinte schreiben. Jeden Tag abwechselnd. Den schwarzen kann ich vielleicht für die Überschriften und Stichworte nehmen. Da kommt denn eine Patrone mit roter Tinte rein. Die anderen Stifte lasse ich mit im Becher, damit sie sich nicht vernachlässigt und ausgestoßen fühlen. Für das neue Projekt habe ich Athene gebeten die Schutzpatronin zu sein und zu Heft und Stiften die Eule, das Markenzeichen der Göttin, gestellt.

Leicht war es ein passendes Notizheft zu finden. Wie immer Moleskine, Softcover XL, liniert.

Wer hatte gedachte, dass das Schreiben so viele Vorbereitungen erfordert. Man sollte doch denken, irgendein Papier, irgendein Stift und los. Ach ihr ahnungslosen kleinen Engel … so geht das nun wirklich nicht. Obwohl ich in Momenten der Aufrichtigkeit zugebe, dass es natürlich so ginge, dass nicht das Projekt dieses Rituale braucht, sondern ich. Aber da ich mich lieb hab, erlaube ich mir so kleine Eigenheiten. Kann mir einfach nichts abschlagen.

Zeit der Fülle

So wenig ich es mag, wenn es zu warm ist, so sehr geniesse ich die Früchtefülle, die nun beginnt. Aprikosen, Nektarinen und kleine Tomaten bilden einen großen Teil meiner Nahrung und natürlich Erdbeeren. Die ersetzten gestern, und werden es auch heute, die Abendmahlzeit.

Es ist überhaupt eine schöne Zeit für mich, trotz diverser Ärztedilemma. Ich bin lange nicht stabil gewesen, ich schlafe gut (außer ich muss in die Zahnklinik), yogiere, esse gesund und ausgewogen und, das Wichtigste: Ich schreibe wieder!

Tapfer 3

Heute war wieder Zahnklinik, oder wie ich es nenne: Das Haus, das Verrückte macht, angesagt. Eigentlich nur 2. Kosten- und Heilplan abholen und Termin fürs Zähneziehen machen. Auf den ersten Blick denkt man: Einfache Sache, da bin ich in einer halben Stunde wieder draußen. Die Realität sieht denn allerdings anders aus. Um 08:00 stand ich dort auf der Matte. Nummer ziehen, warten bis ich aufgerufen werde, dann in den 3. Stock in die Prothetik, die Überweisung für den 6. Stock (Zahnheilkunde und Chirugie) holen und den Heil- und Kostenplan. Dann wieder ins Erdgeschoss, Nummer ziehen, warten und anmelden für den 6. Stock. Neuen Anamesebogen ausfüllen, dann die Frage nach dem Hausarzt. Ich mache die Angaben, sie sucht in der Liste und behauptet dann, dass es keinen Arzt dieses Namen, in der Straße gebe. Worauf ich antworte: Dann hat der Kerl, den ich dort regelmäßig treffe, mir aber einiges zu erklären. Sie ist verzweifelt, jammert was sie denn nun eintragen soll. Ich schlage vor, gar nichts, ich könnte mir ja einfach ein Schild mit Namen und Adresse des Arztes umhängen. Dann endlich 6. Stock. Drei Leute stellen mir die selben Fragen, übrigens genau die, die ich im Anamesebogen bereits beantwortet haben, übrigens auch nicht zum ersten Mal, denn bei meinem ersten Besuch hatte ich ja bereits einen ausgefüllt und der wurde auch eingescannt. Wie auch immer nach 2 1/2 Stunden hatte ich den Termin. Der 18.6. ist dentaler Großkampftag. Um 08:00 Abdrücke machen in der Prothetik und die Unterkieferprothese zwecks Aufmöbelung und Erweiterung dort lassen, dann um 11:00 in den 6. Stock Zähne ziehen. Dann nach Hause und um 16:00 wieder zurück, die Prothese abholen.

Wieder draußen, hätte ich mich am liebsten in die nächste Konditorei oder Eisdiele begeben. Statt dessen bin ich zur Krankenkasse und habe mir meinen Kosten- und Heilkram für die obere Prothese absegnen lassen. Danach zum Hausarzt, eine Überweisung holen, denn Zähneziehen ist ein chirugischer Eingriff und für den braucht man eine Überweisung vom Hausarzt.

Wieder zu Hause schrie mein Körper nach Koffein und genau das bekam er in Form von starken schwarzen Kaffee. Ebenso leckere Brötchen, die mir unterwegs noch in die Tasche gewandert waren. Zum Frühstück hatten wir diesmal von Herrn Amsel Besuch. I

Nach diesem aufregenden Vormittag bin ich, zwecks Regeneration, dann erst einmal zu Bett. Eben noch zwei Stunden an Tore gearbeitet. Für heute war es das. Gleich noch Abendbrot, dann geht es ins Bett lesen oder was sonst Spaß macht. Hört sich irgendwie zweideutig an, dabei wird der Liebste den Abend gar nicht da sein, der ist in der Räucherei und macht Musik.

Vollzeitschreiberin

Nachdem ich nicht mehr Verlegerin bin und Fotografie und Malen eher Hobbys sind, werde ich mich nun aufs Schreiben konzentrieren. Erst einmal werde ich mich den Unvollendeten Werken widmen und die fertig machen und dann geht es weiter mit den neuen Ideen, die ich schon einmal skizziere. Komisches Gefühl. Ich muss gestehen, ich weiß nicht so richtig, wie ich mich fühle. Es ist ja das, was ich immer wollte. Schreiben! Habe mich aber immer wieder ablenken lassen und nichts fertig bekommen. Vielleicht war da auch die Angst, nicht zu genügen? Kann sein. Die eine oder andere Kurzgeschichte ist ja kein Thema, aber einen Roman … oder zwei … oder drei? Jedenfalls ist es nun so und natürlich muss ich mich auch den diversen damit verbundenen Aktivitäten, wie Öffentlichkeit und Werbung widmen. Die Bereiche die mir am schwersten fallen, verbringe ich doch am liebsten meine Zeit im Wolkenkukusheim.

Interessanterweise glaube ich, dass ich diese Entwicklung dahin auch dem Yoga verdanke. Denn seit ich täglich übe und meditiere bin ich fokussierter.

Auf dem Foto sieht man übrigens Amsela, die Amseldame die sehr zutraulich geworden ist. Sie kommt zu den Mahlzeiten, die wir auf dem Balkon einnehmen und auch schon mal in die Küche, wenn diese zubereitet werden.

Anstrengende Woche

Eine anstrengende Woche steht an. Viele Termine und beweitem nicht alle unangenehm. Einen Termin musste ich heute verschieben, weil Suka krank ist. Die hat Durchfall und da der Gatte einen sehr wichtigen Termin in der Zahnklinik hat, bin ich zu Hause geblieben. Muss ich eben morgen hin und meine Unterlagen abholen, so wie einen Termin zum Zähneziehen nutzen.

Da Suka uns das erste Mal bereits um 06:00 aus dem Bett geschmissen hat, bin ich auch gleich aufgeblieben, Yoga gemacht, Viktor losgeschickt und dann mich darum gekümmert, dass meine Kurzgeschichten nun über epubli erhältlich sind. Da es die Edition Narrenflug nicht mehr geben wird, muss ich ja sehen, wo ich mit meinem Krempel bleibe. Also Epubli. Dort werde ich wohl auch meine anderen Sachen machen. Zwei Sachen könnte ich recht schnell fertig bekommen. Also bin ich auch da gut eingespannt. Die Lust zum Schreiben ist auch wieder da.

Am Donnerstag geht es ins Literaturhaus. Vigdis Hjorth liest aus “Bergljots Familie”, gemeinsam mit ihrer Übersetzerin Gabriele Haefs. Da müssen wir natürlich hin.

Freitag bekomme ich meine Terrassentür und Besuch von A. Bevor die Terrassentür eingebaut werden kann, muss ich allerdings ein wenig in der Küche rumräumen und ein neuer Schrank soll auch noch angebaut werden. Also keine ruhige Woche. Macht aber nichts. Erst einmal bin ich froh, dass ich die Kurzgeschichten inkl. der IKEA Geschichte wieder veröffentlicht habe. Da musste ich einiges dran tun, weil Epubli bestimmte Formatierungen verlangt. Da ich mich entschlossen habe, weiter zu schreiben und veröffentlichen habe ich meinen Facebook-Account wieder aktiviert.