Es gibt Tage

… die könnten besser laufen. Keine Frage. Dabei sind es nicht einmal die großen Katastrophen, sondern eher die kleinen Unachtsamkeiten und Kalamitäten. Wie heute in der Zahnklinik. Ich hatte einen Termin um 11:30. Um 12:00 kommt die Assistentin und erklärt, dass sie mitten in einer Behandlung sind, die noch länger dauernd wird. Ich warte. 12:30 kommt eine andere Assistentin und verkündet, also die laufende Behandlung wird noch länger dauern und es wäre doch wohl besser ich käme morgen wieder, weil der behandelnde Arzt um 13:00 bereits den nächsten Termin hat. Da ist mir der Kragen geplatzt und ich habe nur gesagt: “Dann wird der 13:00 Uhr Termin wohl auch mit einer Wartezeit rechnen müssen.” Sie war darauf ein wenig angepisst, ich allerdings auch. Erst sitze ich da 1 1/2 Stunden rum und dann soll ich morgen noch mal wieder kommen? Überhaupt, wie kommt man drauf, dass ich jederzeit mal eben mitten am Tag Zeit habe? Die Zahnklinik ist nicht gerade ums Eck bei mir und so dann und wann habe ich auch zu tun. Komischerweise ging es dann auf einmal doch. Fünf Minuten später hatte jemand Zeit für mich. 

Aber ich hatte nicht vor mir den Tag versauen zu lassen. Also bin ich gemütlich durch die Stadt zurück. Habe noch einen Boxenstop am Fette-Weiber-Laden eingelegt, um meine bestellten Unterhemden ab zu holen, und ein Softeis gegessen. Wieder zu Hause ging es erst einmal unter die Dusche. Es ist noch immer viel zu warm, doch wenigstens nicht mehr so elendlich heiß. Große Freude überkam mich bei den Hagebutten. Die mag ich so sehr. 

Überhaupt war ich recht zufrieden mit mir, dass ich mir a.) Die Butter nicht vom Brot nehmen lassen habe und b.) die Wartezeit optimal genutzt habe. Das ist das schöne am Autorinnenleben, man kann im Grunde überall arbeiten. Ein Heft, ein Stift, eine Unterlage und ein Stuhl und es kann losgehen. 

Jetzt ist aber ausruhen angesagt. Gerade habe ich noch schnell den Wurstsalat für heute Abend fertig gemacht und so kann ich beruhigt eine Mittagstunde, also eine späte Nachmittagsstunde, einlegen.

Sonnenaufgang

Morgenröte ist ja etwas, das ich normalerweise nicht zu sehen kriege. Früher öfter, nicht weil ich früh aufgestanden bin, sondern eher, weil ich früh nach Hause gekommen bin. Da Suka nun öfter raus muss, und ich neuerdings auch gerne morgens arbeite, habe ich diese Runden übernommen. Der Anblick des Himmels heute morgen, hat mir alle Müdigkeit aus den Knochen getrieben. 

Überhaupt war es schön heute morgen. Angenehm kühl, aber nicht wirklich kalt. Wir sind eine schöne Runde gegangen. Nicht zu lang, zu großen Runden ist Suka dieser Tage nicht zu bewegen. Aber viele kleine bringen es ja auch. Ist ja auch nicht so, dass ich darauf bestehen würde. Man kann es auch übertreiben. 

Wir befinden uns gerade in einer merkwürdigen Periode. Einerseits ist da vieles, was Anlass zur Sorge und Trauer gibt und auf der anderen Seite, ist so viel Nähe und Zärtlichkeit um mich, dass ich mich gut aufgehoben fühle. Sicher dieses Jahr stehen einige grundlegende Veränderungen ab. Hoffnungen von denen wir uns verabschieden mussten, neue Pläne und Erkenntnisse, die zum Teil noch nicht richtig Raum haben. Was mich vor allem freut, ich habe eine Gelassenheit gewonnen, die mich sehr viel effektiver arbeiten lässt, als mein dauerndes mich unter Druck setzen es geschafft hat.

Mehr unter Leute gehen

Heute habe ich mich mit einer Autorenkollegin getroffen. Hannah Steenbock lebt auch in Kiel und obwohl wir in der selben Stadt wohnen, sehen wir uns ausgesprochen selten.  Es scheint mir eine AutorInnenkrankheit zu sein, dieser mangelnde Bedarf an sozialen Kontakten. Komischerweise ist es immer schön Leute zu treffen … jedenfalls nachdem ich sie getroffen habe … und ich denke auch oft, vielleicht sollten wir uns mal wieder verabreden, aber dann versinke ich wieder in irgendwelche Gedanken. Hannah geht es recht ähnlich, aber heute haben wir Besserung gelobt. 

Ich habe auch eine Theorie, warum mir der Kontakt nach Außen so wenig fehlt. Einfach weil im Innen so viele rumturnen. Es geht ja nicht nur mir so. Einige der AutorInnen die ich kenne, sind recht ähnlich gestrickt.

Heute jedenfalls war ich draußen, in Kontakt mit richtigen Menschen und habe sehr viel Spaß gehabt … und Eiscreme.

Rentner Smombies

Heute sind wir endlich ausgeflogen. Es war nicht ganz so heiß wie gestern, allerdings immer noch heiß genug. So richtig Urlaub war es ja nicht, ich wollte einiges von der Gegend für Tore auf mich wirken lassen. Das Falkensteiner Ufer ist ja die Blaupause für einen der Orte, um die es geht und besonders der Leuchtturm spielt eine wichtige Rolle. Auch die Deichperle, eines meiner liebsten Ausflugslokale, ist wegen seiner Lage und wegen der Dinge die man dort sehen kann, natürlich prädestiniert, um leicht abgewandelt aufzutauchen.

So reizende Gestalten trifft man dort und leckere Fischbrötchen und Packeis gibt es auch. Packeis ist ein Kieler Unternehmen und macht sehr leckeres Eis. Pistazie ist mein Favorit.

Doch kommen wir zur Überschrift. Rentner-Smombies! Heute ist es mir besonders aufgefallen, es sind nicht nur die jungen Leute, die permanent aufs Smartphone starren, sondern auch die Generation 60+ hält da gut mit. Da wird auf dem Schiff, während man sich eigentlich einfach mal an der Kieler Förde erfreuen könnte, der Kontostand abgerufen, E-Mails gecheckt oder gar der Wohnungsmarkt im Auge behalten. Diese Phone-Fixierung ringt mir immer ein Kopfschütteln ab. Dabei bin ich wahrlich der modernen Technik nicht abgeneigt, aber wenn ich unterwegs bin, gucke ich Landschaft und Menschen und nicht Display.

So schön der Ausflug war, nun bin ich rechtschaffen erledigt und werde mich bald auf mein Lager verfügen. Habe noch eben meine Erkenntnisse notiert, die Morgen verarbeitet werden. Jetzt gibt es erst einmal Rote Grütze.

 

Schwentinefahrt mit dem Kinde


Heute hatte mein Fuß sich soweit erholt, dass ich mit Mann und Kind auf die Schwentinefahrt gehen konnte. Das war wieder so schön. Libellen, Schwanen und Enten mit Nachwuchs, nistende Blesshühner und sich sonnende Schildkröten. Dazu ein äußerst glückliches Kind, das viel Spaß an der Natur und am Fotografieren hatte.

Es ist eine Freude zu sehen, mit welcher Begeisterung sie sich auf alles stürzt und wie sie Wissen in sich aufsaugt. Ich bin gerade eine sehr glückliche Großmutter, die sich sehr bewusst ist, wie priviligiert sie ist, ihre Enkelkinder zu erleben und zwar in einer entspannten Atmosphäre. Ja, ich habe Grund dankbar zu sein und ich stelle wieder einmal fest, dass ich mehr Talent zur Großmutter, denn als Mutter habe. Da war ich oft sehr ungeduldig und konnte dem Kind nicht gerecht werden. Natürlich erleben wir auch gerade keinen Alltag, sondern Urlaub. Sonst würde es auch anders aussehen.

Nach der Flußfahrt waren wir hungrig und haben vor der Rückfahrt Station im Café Luna gemacht und uns einen sehr leckeren Erdbeer-Aprikosen-Crumble haben. Dann mit dem Bus nach Hause. Die Sache mit meinem Fuß wird immer drolliger. Stützsocken und Ibuprofen haben ja nicht wirklich was gebracht, aber die Pferdesalbe scheint zu helfen. Mal sehen, ob es nicht nur vorübergehend ist. Ich humple allerdings deutlich weniger.

Vorteile einer Autorin

Als Autorin mag man nicht reich werden, aber man führt ein erlebnisreiches Leben. Zum Beispiel: Das Wetter ist schön und eigentlich sollte man am Schreibtisch (oder wenigstens am Thinkpad auf der Terrasse sitzen) und schreiben, aber es lockt der Gedanke an einen Tag auf See. Besonders fein, man hat diesen Monat eine Monatskarte und braucht nur noch den Bordzuschlag lösen. Ein Blick ins Portemonaie sagt, dass nicht einmal das nötig ist, denn es finden sich auch hierfür noch zwei Karten. Also wird hurtig der Rucksack gepackt. Tablet mit Blutoothtastatur kommt mit, falls die Muse hartnäckig küsst und auf geht es zum Anleger und gen Laboe. Damit es nicht so sehr nach Faulenzen klingt, nennt man diesen Ausflug kurzer Hand Recherche und das Gewissen ist beruhigt.

Nach nahezu 1 1/2 Stunden auf dem Wasser bin ich in Laboe ausgestiegen und habe dort ein wenig gebummelt. Am Hafen habe ich mir ein Fischbrötchen gegönnt und bin dann mit dem Bus zurück nach Kiel. Tatsächlich hat sich der Ausflug gelohnt, ich konnte Material für zwei Geschichten sammeln und hatte nicht einmal das Gefühl zu arbeiten. Das ist wahrer Reichtum, die Seele hat etwas davon. Ich bin gut erholt, habe Material und Spaß gehabt und kann nun gleich nach dem Duschen damit beginnen, die Notizen zu übertragen.

Der Gatte konnte leider nicht mit, aber er hat sich bereit erklärt, für das leibliche Wohl zu sorgen. Es gibt hausgemachte Wedges und Currywurst. Ein Urlaubsessen par excellence.

 

Kletterpartie

Immer wenn ich den Hochseilgarten “High Spirit” am Falkensteiner Ufer sehe, denke ich: Schreiben ist irgendwie auch eine Kletterpartie. Man will hochinaus, will den Leser*innen die Geschichte vermitteln und hangelt sich oft genug von Ast zu Ast und baut viele Brücken und Stege, damit das, was im eigenen Kopf völlig klar ist, anderen verständlich wird.

Heute ist Schreibtag. Nachdem ich gestern zum Nachdenken und Stimmung aufnehmen unterwegs war, habe ich heute morgen meine Notizen geordnet und werde nun sehen, was ich davon gebrauchen kann und was einfach erst einmal auf den Kompost kommt.

Übrigens war es gut, dass wir den Ausflug gestern unternommen haben. Heute ist das Wetter gemischt und es hat eben geregnet. War zu erwarten, es ist Kieler Woche. Ich denke ja, dass es zur Kieler Woche oft sehr regnerisch ist zeigt, dass dieses Spektakel der Göttin ein Ungemach ist.

Ach ja auf der Fotoseite gibt es Bilder von Schiffen und noch so einigem.

Falkenstein, Heikendorf, Backfisch

Wir sind also tatsächlich in See gestochen. Zwar ein wenig später als geplant, weil Herr Braun nun mal ein Trödler ist. Es war immerhin noch früh genug und für unsere Pläne gerade der richtige Zeitpunkt. Ab morgen beginnt wieder der jährliche Wahnsinn, auch Kieler Woche genannt. Also ab morgen offiziell, natürlich geht es auch heute schon rund. Auf der Rückfahrt von Heikendorf war das Schiff voller Partyleuten, die schon mal vorglühten und sehr laut waren. Die Hinfahrt war ruhig und Falkenstein ist natürlich immer ein Genuss. Heute war ich allerdings nicht nur zum Spaß da, sondern auch um zu arbeiten (wobei das eine das andere nicht ausschließt).

Die zweite Station war denn Heikendorf. Dort trieb uns der Apetit auf Backfisch hin. Ist ganz schön was los im Jagdhafen. Das ist ja aber zu dieser Zeit immer so.

Zum Backfischessen haben wir uns auf die Rimo I begeben. Da ist das Essen immer sehr gut und so teuer ist es auch nicht. Dann ging es wieder an Bord und nach Hause. Am Bahnhof war die Hölle los. Menschenmassen, dabei hat der jährliche Wahnsinn offiziell noch gar nicht begonnen. Wir haben uns noch schnell ein Softeis geschnappt und sind dann durch den Bahnhof Richtung Heimat gelaufen. Auf dem Bahnhofsvorplatz war kein Durchkommen. Eines ist sicher, die nächste Woche gehe ich nicht in die Stadt!

Es war ein schöner Tag. Die frische Luft, der Liebste und meine Seelenplätze haben mir gut getan. Nun bin ich rechtschaffend müde und werde den Abend gemütlich ausklingen lassen.  Mehr Bilder gibt es morgen.

Radfahren und schippern

Auf vielfachem Wunsch zweier Damen, hier also der Bericht vom Radfahren. Es ging gut. Wahrscheinlich habe ich durch das morgendliche Yoga ordentlich Muskeln aufgebaut, jedenfalls habe ich die 4 km nach Wellingdorf gut bewältigt. Allerdings musste ich mich dort erst einmal stärken. Der Erdbeer-Rhabarber-Crumble im Café Luna war großartig.

Der Plan war, wenigstens ein paar Schritte im Schwentinetal spazieren zu gehen. Ich bin ja nicht so gut zu Fuß zur Zeit, also haben wir uns kurz entschlossen zu einer Schwentinefahrt aufgemacht.

Ach war das schön. Es geht mit dem Boot von der Wellingdorfer Schwentinebrücke zur Oppendorfer Mühle und zurück. Dabei erzählt der kundige Käpt’n über die Schwentine. Das macht er angenehm unaufdringlich und man hat genug Zeit Eindrücke zu sammeln und die Seele baumeln zu lassen. Viktor und ich waren uns einig, es ist wie ein kurzer Urlaub. Mehr Bilder gibt es hier: http://bilder.writresscorner.de/unterwegs-in-kiel-schwentine/

Die Rückfahrt klappte auch so weit gut, bis auf die letzten Meter. Die Steigung zu unserem Haus bin schaffte ich nicht mehr und mir tat der Hintern weh. Aber, kein Muskelkater heute und wundervoll geschlafen. Das ist doch was. Allerdings tat mir der Hintern weh.

Sonntagspläne

Heute wird es interessant. Das erste Mal seit langem werde ich mich wieder auf ein Fahrrad trauen. Komische Geschichte, früher bin ich wirklich gerne Rad gefahren, habe es denn aber hier in der Stadt aufgegeben, obwohl ich ein richtig gutes Rad besitze. Ich möchte so gerne wieder Spaß daran haben, denn es würde meinen Aktionsradius doch extrem erweitern.

Die andere gute Nachricht: Der Holunder im Hof blüht. Ich mag die so.

Habt einen schönen Sonntag, ich bin dann mal los …