Das Glas ist halbvoll

Heute Morgen bin ich gegen 04:00 aufgewacht, mir war schlecht, ich dachte mir platzt der Schädel und das Licht der Nachttischlampe tat mir in den Augen weh. Also Stirn und Nacken mit Euminz eingerieben und mühsam versucht wieder einzuschlafen. Das klappte dann auch. Gegen 09:00 war ich das nächste Mal wach, die Übelkeit war verschwunden, aber die Kopfschmerzen waren schlimmer als vorher. Also IBUPROFEN. Die halfen nicht! Also ist davon auszugehen, dass ich den ersten Migräneanfall seit langen habe. Sehr typisch auch, dass sich die Kopfschmerzen gegen Mittag besserten. Interessant war, dass ich als erstes nach dem Erwachen dachte: Hoffentlich wird es nicht so schlimm, dass ich nicht schreiben kann!

Überhaupt bin ich überraschend optimistisch dieser Tage. Wir sind so pleite wie lange nicht mehr (keine Angst, wir werden nicht verhungern, aber außer der Reihe ist nichts drin), gesundheitlich bin ich leicht angeschlagen, bei meinem Ofen ist eine Schamottplatte kaputt und ich komme mit der Witchstuff-Seite nicht richtig weiter und trotzdem ist das Glas nicht halbleer, sondern halbvoll. 

Gleich werde ich mich in die Küche verfügen und eine leckere weiße Sauce machen. Es soll heute eines unserer Lieblingsessen geben: Erbsen und Wurzeln in weißer Sauce, Kartoffeln und Grünkernbratlinge. 

2 Kommentare zu „Das Glas ist halbvoll

  1. Grünkernbratlinge könnte ich auch mal wieder machen. Da käme meine Getreidemühle mal wieder zum Einsatz und außerdem sind sie lecker.
    Ganz ehrlich bewundere ich es, wie Du die Situation nimmst…. mich würde es irre machen, pleite zu sein (ich kenne das ja auch). Und wie Ihr trotz des mehr als schmalen Budgets Eure Ernährung so nachhaltig und ökologisch gestaltet. In meinen HartzIV Zeiten habe ich das das auch immer versucht und bei manchen Lebensmitteln auch keine Kompromisse gemacht. Aber es ist halt ein mühseliges Geschäft. Sich davon nicht mürbe machen zu lassen, ist ein Kraftaufwand und es wird Zeit, das HartzIV endlich abgeschafft wird. Ich ziehe da wirklich meinen Hut vor Euch!

    1. Danke Frau Momo, es ist nicht immer leicht, aber mit ein wenig Planung geht es ganz gut. Natürlich hilft die Einkaufskooperative. Wenn wir nur Erdk… oder De…s kaufen müssten, dann würde es noch knapper. Natürlich bleibt vieles dadurch, dass wir so leben, wie wir leben, auf der Strecke. Es ist nicht allzu oft drin, die Kinder zu besuchen, was mir oft zu schaffen macht. Kino oder Theater, beides würde ich gerne mal öfters angehen, aber auch das geht nur selten. Schwierig wird es bei Kleidung, da legen wir ja auch Wert auf Nachhaltigkeit. Da wird denn immer gekauft, wenn mal ein wenig Geld außer der Reihe da ist. Oberbekleidung allerdings meistens Second Hand. Und ja, es ist bedrückend, wenn das Geld so knapp ist und kaum Luft ist. Die Kleinigkeiten, die außer der Reihe drinnen sind, wenn es denn mal so ist, kommen auch daher, dass wir in Kiel wohnen, wo wir keine Fahrkosten haben, da wir mitten in der Stadt residieren und alles in Laufnähe ist. Das wir zur Zeit so Pleite sind, hat viel damit zu tun, dass wir ein wenig in die Freiberuflichkeiten investiert haben. Viktor in seine Musik und ich in mein neues Projekt. Dazu aber später mehr, weil das noch dümpelt. Und doch kommen wir besser klar, als viele andere. Wir haben bezahlbaren Wohnraum, nette Nachbarn und Freunde, die Stadtbibliothek und ein interessantes Leben. Wirklich schlecht, geht es mir nur, wenn eines der Tiere krank ist und es vom Geld abhängt, dass es ihnen besser geht. Aber wir haben eine effektive Vorratshaltung und müssen nicht hungern und darben. Nur können wir nicht immer kochen, worauf wir gerade Appetit haben. Ein Gulasch, bei dem das Fleisch alleine 20 € kostet, ist nur selten drin, auch wenn es denn für drei Tage ist.

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