Der Geldkomplex

Als ich meiner Freundin G. von der Empfehlung meiner Ärztin schrieb, eine Therapie zu machen, schrieb sie zurück: Meinst du wirklich, dass du eine Therapie brauchst, wäre dir nicht mit einem sicheren Einkommen für das nötigste und etwas wenig darüber hinaus mehr geholfen? So wie Franziska zu Reventlow schon in der Geldkomplex schreibt.

Da mir der Gedanke nicht aus dem Kopf ging, habe ich gestern nachmittag also Franziska zu Reventlows Gesammelte Werke vorgenommen, habe die Geschichte Der Geldkomplex herausgesucht und noch einmal gelesen. Ich muss gestehen G. hat da einen Punkt getroffen. Sicher nicht den einzigen, aber doch einen wichtigen. Die schwersten depressiven Phasen hatte ich immer dann, wenn ich meine materielle Sicherheit gefährdet sah.

Überhaupt ist mein Verhältnis zum Geld ein sehr merkwürdiges und schon lange habe ich das Gefühl, ich sollte mich einmal näher damit beschäftigen. Was ich auch tun werde, nicht zu letzt auf Grund der letzten Krise.

Ansonsten kann ich berichten, dass es mir deutlich besser geht. Ich habe ohne pharmazeutische Mittel sehr gut geschlafen, bin ruhiger und konzentrierter. Gestern habe ich zwei Stunde gearbeitet und heute war ich auch schon fleißig. Von Facebook habe ich mich abgemeldet (mal wieder). Hoffentlich diesmal nicht nur für ein paar Stunden, sondern für einen längeren Zeitraum. Überhaupt werde ich meine Internetzeiten deutlich reduzieren und wieder mehr offline arbeiten. Was Tore betrifft habe ich so einiges an Sachbüchern liegen, mit denen ich mich dringend beschäftigen sollte, um die Geschichte weiter zu bringen. Also ist der Rechner ab so fort ab Nachmittag einige Stunden aus.

Ach ja und ich werde noch einmal einiges von Franziska zu Reventlow lesen, das lohnt sich nämlich.

2 Kommentare zu „Der Geldkomplex

  1. Ich kann das gut nachvollziehen… bei mir ist aus meiner HartzIV Zeit eine noch immer vorhandene Existenzangst da, obwohl die ja völlig unbegründet ist. Ich verdiene einigermaßen gut, wir haben relativ niedrige Fixkosten und mein Job ist unbefristet. Geld ist natürlich nicht alles, aber es nimmt schon etwas Schwere, wenn man sich nicht dauernd Sorgen machen muss. Das merke ich schon, seit es uns wirtschaftlich deutlich besser geht. Geld ist für mich immer nur Mittel zum Zweck, aber dafür braucht man es eben… sei es, um das einkaufen zu können, was einem wichtig ist, angefangen bei guten Lebensmitteln, die Euch ja auch wichtig sind. Klar, man kann auch mit wenig Geld… aber es kostet eben immer Kraft.
    Ich freue mich zu lesen, das es Dir wieder besser geht. Also ab jetzt mal wieder bergauf, das wünsche ich Dir.

    1. Ja es geht bergauf, so langsam aber sicher. Ich lasse es noch sehr ruhig angehen. Was besonders schön ist, ich schlafe wieder. Der bewilligte Bescheid war übrigens gestern in der Post. Aber ruhiger wurde es schon vorher. Nun muss ich mal sehen, wie ich es weiter halte.
      Im Moment bin ich einfach ärgerlich, dass es jedes Mal so ein Krampf ums Geld ist. Aber auch, dass meine Möglichkeiten ein eigenes Einkommen zu akquirieren gen Null tendieren. Selbst wenn ich einen Job finden würde, bringt es nichts. Ich habe es ja wahrlich versucht und bin jedes Mal nach kurzer Zeit komplett zusammen gebrochen, weil ich einfach nicht den ganzen Tag mit Menschen zusammen sein kann und so nicht funktioniere. Hat auch mit meiner Störung zu tun. Aber egal, es muss halt so gehen.
      Das mit den gesunden Lebensmitteln wird mehr und mehr zum Problem und wenn ich nicht eine recht kreative Köchin wäre, müssten wir sehr viel mehr Zugeständnisse machen. Aber so zu kochen und einzukaufen, wie wir es tun, ist halt auch sehr zeit intensiv.

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