Ein Ungemach jagt das nächste

Da das Jobcenter mal wieder meint, die Regeln ändern zu müssen, ohne die die es betrifft zu informieren, musste ich heute Morgen, krank und beladen wie ich bin, in die weite Welt hinaus. Gestern habe ich beim Jobcenter angerufen, weil ich ein wenig verwundert war, dass man meinen Weiterbewilligungsantrag, 3 Wochen nach Antragstellung, noch nicht bearbeitet hat. Ich vermutete, dass die Stelle für die EKS (Einkommensselbstauskunft), die man nun mal als Selbstständige einreichen muss, den vereinbarten Termin nicht an die Leistungsabteilung gegeben hat, diese also davon ausgehen, dass ich keinen gemacht habe. Normalerweise ist es so, man bekommt die Aufforderung zur EKS, macht einen Termin, sowie der steht, bekommt man den Bescheid, alles läuft wie gehabt ohne Verzögerungen. Wenn alle Zahlen vorliegen, gibt es den endgültigen Bescheid. Diesmal will die Leistungsabteilung allerdings erst den Weiterbewilligungsantrag bearbeiten, wenn die vorausschauende EKS vorliegt. Mein Bezugszeitraum läuft am 28.02.2019 ab, die EKS ist am 01.03.2019, was bedeutet, ich stehe Anfang des Monats ohne Geld da, wahrscheinlich bis um den 10.03.19 herum, weil es ja Zeit braucht, bis alles auf den Weg gebracht ist. Ehrlich ich kann nicht mehr. Darum habe ich mich schweren Herzens entschlossen meine Selbstständigkeit aufzugeben. Kam eh nicht viel bis gar nichts bei rum, hat mir aber eine gewisse Unabhängigkeit gegeben.

Damit also geht mein letzter Versuch zu Ende, irgendwann wenigstens soviel zu zuverdienen, dass ich mit dem und der gesetzlichen Rente auskomme, ohne dass ich zusätzlich Grundsicherung beantragen muss. Folglich ist also auch das Projekt Shop vom Tisch. Gut, darum ist es nicht wirklich schade, weil der auch einiges an Kosten verursacht und auch recht arbeitsintensiv ist.

Schreiben werde ich natürlich trotzdem weiter … nur werde ich meine Sachen zukünftig frei als E-Book oder einzelne Geschichten als PDF einstellen.

So, nun werde ich mich wieder ins Bett verfügen und stricken. ich gestehe ich bin wütend und fühle mich nicht gerade prächtig. Sieht so aus, als lauert da ein schwarzes Loch. Wenn es Montag nicht besser ist, muss ich einmal zum Arzt, jetzt auch noch in eine Depression abrutschen brauche ich nicht.

11 Kommentare zu „Ein Ungemach jagt das nächste

  1. Ja, die Leutchen vom Jobcenter können einem das Leben ganz schön vergällen… Ich habe vor knapp einer Woche ebenfalls den Weiterbewilligungsantrag mit allem Drum und Dran abgeschickt. Und bis jetzt herrscht Funkstille, ich hatte fest damit gerechnet, mit Anforderungen, was ich an Unterlagen alles beizubringen hätte, überflutet zu werden. Eigentlich sollte ich mich darüber freuen – aber ich kann mir nicht helfen, ich empfinde eher großes Misstrauen und Bangen, was für Schikanen man sich da jetzt wohl erdenken mag…
    Ich nehme seit einigen Jahren schon Opipramol, zumeist genügt eine halbe Tablette täglich, wenn der dunkle Abgrund der Depression mal wieder seinen Schlund aufreisst. Es ist ein eher sanftes Anti-Depressivum, und man wird nicht süchtig danach.
    Ich schicke dir eine virtuelle, sanfte Umarmung

  2. Wenn man einmal in diesem Gefüge drin ist, hat man nichts Gutes zu erwarten und kommt schwerlich wieder raus. Auch wenn immer alles schön geredet wird, von Seiten der Politik, es ist es eben nicht. Es ist enrwürdigend. Da sind nicht all die, die nicht arbeiten wollen. Da sind welche, die nicht arbeiten können und die eben nicht gefördert werden.
    Mir geht es gerade ähnlich. Ich sollte auch darüber schreiben, aber ich schäme mich und ich habe mich schwer mit dem ganzen System.
    Was könnte man bewegen, wenn man nicht dauernd um seine Existenz fürchten müsste!
    Ich habe übrigens vom Alg II in eine Riesterrente eingezahlt. Das gilt allerdings als Einkommen bei der Anzahlung und läuft gegen die Grundsicherung. Ich hätte mir lieber jeden Monat ein Buch kaufen sollen.
    Karin, ich drück dich ganz fest.

    1. Tja, dass mit der Riesterrente habe ich gleich gelassen, das habe ich kommen sehen, dass es zu nichts Gutem auswächst. Mich ärgert gar nicht so sehr, dass ich das Gewerbe abgemeldet hat, mich ärgert der Grund, warum ich mich dazu gezwungen sah. Wenn ich an irgendeinem Punkt gesagt hätte, bringt eh nichts, kann ich auch lassen, wäre es okay gewesen, aber so? Und mich ärgert diese Willkür. Die Frau am Telefon gestern behauptete, es wäre immer so gewesen, wie sie sagt und mein Einwand, dass ich es seit 4 Jahren anders erlebe, wird weggewischt mit, warum das so war, kann ich ihnen auch nicht erklären. Dass hat mich so wütend gemacht. Ja, es wird nicht gefördert. In jedem Gespräch werde ich gefragt, ob man mir mit einem Kurs oder so helfen kann. Schlage ich denn einen Sprachkurs vor, der meine Chancen an Übersetzungen zu kommen, erhöhen könnte, heißt es: Sorry, dass ist nicht vorgesehen. Na dann.
      Einen Grund mich dafür zu schämen, was mir durch ALGII geschieht, sehe ich nicht. In dem System bin nicht ich diejenige die sich schämen muss, da wären eher die dran, die es verbockt haben, die und ihre Erfüllungsgehilfen

      1. Ja, eigentlich stimmt das.
        Es wäre schon gut, wenn dieses unleidvolle System wieder weg käme. Weißt du, Karin, mich bremst das nur aus. Ich habe heute wieder eine Einladung aus dem Briefkasten geholt und habe Magenschmerzen. Verdammt noch mal!

          1. das ist es ja, was mich so wütend macht. Das bremst so aus und an manchen Tagen nimmt es mir die Luft. Aber ich gebe nicht auf. Habe ihnen geschrieben, dass, sollten sie auf einer vorausschauenden EKS für eine nicht mehr existierende Selbstständigkeit bestehen, werde ich den Anwalt bemühen.

    2. Riester wollte man mir auch mal aufschwatzen, aber mir war zum Glück damals schon klar, das das angerechnet wird. Schämen braucht sich wahrlich niemand, auch wenn ich das verstehen kann. Es wäre nur hilfreicher, wenn die Leute lauter wären und sich nicht verstecken würden.

  3. Riester ist ein ganz großer Betrug und Abzocke – ich glaube in der Anstalt hatten sie ein sehr gutes Beispiel, dass Riester nur dem System nützt, nicht dem, der sich die Beiträge vom Mund abspart.

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