Gemeinsamer Stadtgang

Heute war es ein wenig besonders. Die normalen Einkaufsrunden, also DM, Erdkorn, Widerhaken machen wir ja öfters gemeinsam, aber dass wir, ohne Hund, zusammen in die Stadt gehen, kommt eher selten vor. Besonders wenn ich noch ins EKZ muss. Viktor hasst es dort, während ich es nur verabscheue. Doch befindet sich dort mein Lieblings-Schreibwarenladen und ich wollte mir heute einen besonderen Tintenroller und neue Collegeblocks gönnen. Tapfer ist er mitgekommen, hat nicht gequengelt, als ich diverse Stifte ausprobierte und war sogar interessiert an meiner Auswahl. Wahrscheinlich hat meine Drohung ihn im Kinderland im Bällebad abzugeben etwas gebracht. Dann haben wir einen Tisch im L`Osteria für Morgen bestellt. Wir haben zu Weihnachten von unserem Vermieter einen Gutschein für den Laden bekommen, sonst würden wir eher woanders hingehen, aber einem geschenkten Gaul … und so weiter. Jedenfalls war ich keine fünf Minuten dort drinnen und schon wieder in Brass. Bei der Bestellung des Tisches wurde ich doch tatsächlich gefragt, wie lange wir den Tisch benötigen werden. Ich war baff. Das weiß ich doch vorher nicht! Was kommt denn als nächstes? Muss ich da mein Essen schon per Mail bestellen und wenn ich im Restaurant ankomme steht es schon auf dem Tisch? Mit gemütlich essen gehen hat das nichts zu tun. Aber dafür ist diese Stätte der Ungastlichkeit wohl auch nicht ausgelegt. Verprassen wir also den Gutschein und hoffen, dass wir nie wieder einen für diesen Laden geschenkt bekommen.

Die nächste Station war die Stadtbücherei, mein Leseausweis musste verlängert werden. Nun kann ich wieder ein Jahr ausleihen und habe mir auch gleich einiges vorbestellt. Auch dort, ein geduldiger Viktor. Allerdings in diesem Etablissement nicht ganz zu verwunderlich. Er hat sich in die Science Fiction Ecke verzogen und notiert, was er alles noch nicht kennt.

Nach der Bücherei ging es ins Stattcafé ein wenig Leute beobachten. Die Stadt Kiel hat sich übrigens mal wieder etwas unsoziales ausgedacht. Die Toiletten in der Stadtgalerie waren immer offen, da sie für Besucher*innen der Stadtgalerie, des Stattcafés und des Kulturforums gleichermaßen zugänglich sein sollten. Nun hat man, mit der Begründung, dass die Nutzung als öffentliche Toilette eingeschränkt werden soll, die Türklinke mit einem Zahlenschloss versehen. Ich bin über diese Maßnahme ziemlich empört, denn hier war ein Ort an dem auch Obdachlose sich waschen und die Toilette ohne Bezahlung nutzen konnten. Diese werden nun auf die öffentlichen Toiletten auf der Holstenstraße verwiesen, wo die Benutzung Geld kostet und die Möglichkeit einer intensiveren Reinigung eingeschränkt sind. Ich finde es ist ein ziemliches Armutszeugnis der Stadtverwaltung. Übrigens der Zugangscode ist: 2233

2 Kommentare zu „Gemeinsamer Stadtgang

  1. Na gut für geschenkt, ansonsten hätte ich in dem Etablissement wohl ohne Reservierung auf dem Absatz kehrt gemacht.
    Die Obachlosenpolitik regt mich auch täglich auf, in Hamburg ist es nur noch menschenverachtend.
    Wir waren gerade mal am Deich… ich muss mal menen Kreislauf wieder auf Trab bringe

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