Happy Birthday Suka

Heute hat Suka Geburtstag. 10 Jahre ist sie nun alt und ein bisschen weise. Fast zehn Jahre bereichert sie nun unser Leben. Im Oktober 2008 ist sie mit vier Monaten zu uns gekommen und wir haben es nie bereut sie bei uns zu haben. Damals hatte ich mir eigentlich einen ganz anderen Hund bei der Nothilfe Polarhunde ausgesucht. Doch beim Kennenlernen stand schnell fest, dass der mich überfordern würde. Der war eher was für sportlichere Menschen. Wir hatten uns schon fast entschlossen ohne Hund zu gehen, als wir doch noch mal bei Suka reinschauten, der Rest ist Geschichte. Suka wird, aus drei Gründen, der letzte Hund für uns sein. Grund eins ist, dass wir älter werden und nicht mehr gewährleisten können, einem so bewegungsintensiven Tier gerecht zu werden. Das war uns schon klar, als wir sie zu uns nahmen. Der zweite Grund ist, dass es immer blöder wird einen Hund in der Stadt zu halten. Es gibt zu wenig Auslaufflächen zum Freilaufen und zu viele Gefahren, wie Giftköder von ganz besonderes „Tierfreunden“. Der dritte Grund ist allerdings der entscheidende, wir können es uns schlicht und ergreifend nicht leisten. Dabei rede ich nicht einmal von Hundesteuer und Futterkosten, sondern in erster Linie von Tierarztkosten. Toi toi toi, da ist bei Suka noch nicht viel angefallen … bis jetzt! Die Kosten für eine tierärztliche Behandlung sind in den letzten Jahren derartig explodiert, dass es einem graut und leider praktiziert unser alter Tierarzt nicht mehr, der bei größeren Sachen Ratenzahlung angeboten hat. Sein Nachfolger bietet nur eins ein, einen Haufen unnötiger Behandlung und alles soll immer gleich operiert werden.

Ich hoffe ja, dass Suka uns noch lange erhalten bleibt, aber wenn sie nicht mehr ist, ist eben Schluss mit Hund. Die Entscheidung ruft bei uns beiden sehr zweigeteilte Gedanken hervor. Einerseits ist da Trauer, weil es eben nicht mehr geht, sicher ein weniger bewegungsintensives, weniger kräftiges Tier ginge, aber da sind auch noch die Gründe zwei und drei. Auch  müsste ich lügen, wenn ich nicht zugeben würde, dass da auch Erleichterung ist. Denn so easy es jetzt mit Suka ist, so schwierig war es die ersten Jahre. Sie stammt aus dem Tierschutz, war in Spanien bereits auf der Tötungsstation und hatte für ihre vier Monate reichlich Gepäck. Zum Beispiel, hat es vier Jahre gedauert, bis wir sie einmal über einen längeren Zeitraum alleine lassen konnten. Bus-, Bahn- oder Schifffahrten sind mit ihr nicht möglich. Lange, schmale Räume machen ihr Angst. Menschen mit Suchtproblemen auch. Wir können sie auch nicht wo anders lassen, wenn wir einmal über Nacht irgendwo bleiben wollen, etwa bei den Kindern. Mitnehmen können wir sie nicht, weil sie ja nicht in die Bahn zu kriegen ist. Bei anderen Leuten, selbst bei solchen, die sie mag, dreht sie völlig durch, wenn wir nicht da sind. Sie gibt keinen Moment Ruhe und benimmt sich grottenschlecht, damit ihre Gastgeber*in ja nicht auf die Idee kommt, sie behalten zu wollen.

Natürlich überwiegen die Vorteile und wir haben nie darüber nachgedacht, sie etwa weg zu geben, wie es schon mal genervte Besucher*innen anregten, die meinten ein Hund hätte pflegeleicht zu sein. Nicht nötig zu erwähnen, dass diese Leute nie wieder ins Bruchbudenparadies geladen wurden. Vieles hat sich ja über die Jahre auch verbessert, aber eben nicht alles und da müssen wir uns eben mit einrichten. Jeder hat halt seine Macken und wenn man gemeinsam lebt, dann muss man sich arrangieren, egal ob Mensch oder Tier.

Wir feiern den Geburtstag unserer Schönen angemessen. Sie mit einen Pfund Rinderhack und wir mit Tomatenkuchen, Pfirsichen und Erdbeeren. Also volles Programm.

8 Gedanken zu „Happy Birthday Suka

  1. Herzlichen Glückwunsch, liebe Suka! Und auch euch liebevollen Hundemenschen 🙂

    Bei mir lebt auch wieder eine Kleine aus dem Tierschutz (Rumänien). Alle von dir genannten „Probleme“ kann ich 1:1 bestätigen. Wir leben zwar in einem Dorf, aber man weiß ja nie was so kommt. Meine erste Herzenshündin ist letztes Jahr im Juli, mit 15 Jahren, gestorben. Es war sehr sehr hart, ist es noch – und ich wünsche euch von Herzen, dass ihr gemeinsam noch viele gute Jahre erlebt.

    Holunderblütentee mit Zitrone ist megalecker. Ich kannte es nur als Erkältungstee. Er hat das Zeug zu einem Lieblingstee – definitiv.

    Viele liebe Grüße
    Erika

    1. Suka sagt danke. Ja, meinen Max vermisse ich auch immer noch. Ich hoffe auch, dass wir noch lange zusammen sind.
      Holunderblütentee mit Zitrone ist einfach toll. Ich koche immer eine große Kanne voll und lasse einen Teil kalt werden, der kommt denn in den Kühlschrank und wird zum Essen getrunken.
      Hab es schön
      Alles Liebe Karin

  2. Herzlichen Glückwunsch Suka! Wir haben eher vor, im Rentenalter mal wieder auf den Hund zu kommen, mal sehen, ob wir das dann noch packen. Im Moment verzichte ich, weil wir gar nicht die Zeit hätten. Da sind Katzen etwas pflegeleichter. Ich wollte erst auch keine mehr, nachdem meine beiden mit fast 20 über die Regenbogenbrücke gegangen sind, aber dann hatten wir doch wieder welche, drei sogar. Ohne Tiere geht es irgendwie nicht 🙂

    1. Suka dankt. Ich denke es kommt darauf an, was man für einen Hund im Alter haben will. Suka wiegt 38 kg und zieht das 9fache ihres Gewichtes, dass kann schon anstrengend, ja wenn nicht fordernd, sein. Dazu kommt, dass sie huskytypisch schwer erziehbar ist und nur auf Befehle hört, die sie für sinnvoll hält. Wenn ich hier wohnen bleibe werde ich auch alt keinen Mangel an Tieren haben, Katzen sind im Haus und wohnen mehr oder weniger bei allen.

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