Ruhezonen schaffen

Gerade in diesen aufregenden und auch sehr frustrierenden Zeiten ist es mir wichtig, mir Orte der Ruhe zu schaffen. Das ist nicht immer einfach, da die Schreckensmeldungen von allen Seiten auf einen zuströmen und das Abschalten, das sich Ausklinken, schwer fällt. Das es doch gelingt ist meiner regelmäßigen Yoga- und Meditationspraxis zu verdanken. Wenn ich Yoga- und Meditationsmatte und -kissen ausbreite, dann definiere ich mir einen Raum, in dem nur das Üben der Asanas und das Versenken in den eigenen Atem zählt. Meine Yogapraxis nimmt insgesamt 1 bis 1 1/2 Stunden am Tag ein. Erst habe ich gedacht, wenn ich da soviel Zeit investiere, bleibt doch nichts mehr für die anderen Dinge die mir wichtig sind. Das Gegenteil ist der Fall, ich schaffe mehr, bin wacher, hänge weniger im Internet rum, fühle mich wohler und irgendwie lebendiger. Vor allem ich gehe gelassener mit Stresssituationen um.

Es ist schön, sich wieder ruhiger und ausgeglichener zu fühlen und es ist schön, dass die Freude an der Bewegung wieder da ist. Sicher mein Fuß ist noch nicht wieder in Ordnung, aber es geht voran. Jetzt versorge ich ihn mit Retterspitz und verzeichne eine leichte Besserung. Komischerweise macht er mir beim Yoga so gar keine Probleme.

Viktor und ich haben beschlossen uns wieder mehr zu engagieren. Einmal was unsere Teilnahme an Demos und Kundgebungen gegen rechts und für Seebrücke – sichere Häfen schaffen betrifft, aber auch spirituell so wird unsere Abendmeditation eine Maitri-Meditation sein. Eine Meditation um Liebe und Mitgefühl zu stärken. Im tibetischen Budhismus heißt diese Meditation Metta.

5 Gedanken zu „Ruhezonen schaffen

  1. Mir geht das auch alles sehr an die Nieren, was so auf einen einprasselt. Dieses vergifte Klima in unserer Gesellschaft, die Verrohung, mich geht das schwer an. Ich brauche da auch meine „Mupfel“ (nach Urmel 🙂 ) , meinen sicheren Ort, mein Zuhause, mein Umfeld, wo Werte noch Gültigkeit haben, wo man respektvoll und empathisch miteinander umgeht. Aber auch mit über 4000 Gleichgesinnten durch Hamburg zu laufen, macht Mut und stärkt. Und ich bin sicher, es hätten viel mehr sein können und es werden auch noch mehr. Und wenn Herr Poggenburg schon Schaum vor seinem Krawallmaul hat, angesichts der Seebrückendemos, dann machen wir alles richtig

  2. Ich habe eine ganz wundervolle Ruhezone im sogenannten Blauen Land nahe Murnau gefunden. Wenn ich dort unterwegs bin, dann tanke ich so viel von der Schönheit auf, dass ich dem alltäglichen Wahnsinn doch ein wenig gelassener gegenüberstehen kann…
    Alles Liebe!

  3. Dein Bedürfnis nach Ruhe teile ich….. uneingeschränkt.
    Denn mir geht es genau so, ohne dass ich solche Strategien entwickelt hätte wie Du.
    Teils aus Zeitmangel, teils aber auch aus Faulheit.

    Aber zumindest versuche ich, den täglichen Nachrichtenwahnsinn an einigen wenigen Orten auszublenden – und zumindest mein Bett ist der Ort, an dem ich von Nachrichten, Talkshows, Politik und Katastrophen nichts wissen will, ja geradezu allergisch darauf reagiere.
    Ich schrieb ja vor einiger Zeit einmal, dass es mir völlig reichen würde, wenn derartige Neuigkeiten einmal täglich geballt auf 10 Minuten serviert würden.
    Mehr muss nicht sein, und mehr brauche ich auch nicht.

    Und doch ist für mich jetzt der Punkt erreicht, wo Seehofer & Co den Bogen überspannt haben und ich gar nicht mehr anders kann, als meinen Ekel und meine Wut zu artikulieren und offen gegen den Wahnsinn anzugehen, den die da angezettelt haben – immer mit dem Wunsch im Hinterkopf,eigentlich lieber meine Ruhe haben zu wollen.

    Dazu fällt mir übrigens ein Lied des von uns beiden so geschätzten Reinhard Mey ein:

    https://youtu.be/f8Zq7cnKz1k
    (ich hoffe, der Link funktioniert hier)

    genauso gehts mir gerade.

    1. Wenn ich mich nicht ab und an ausklinke, dann verzweifele ich und gleite in die Handungsunfähigkeit ab. Dann liege ich wieder nur im Bett und versuche unsichtbar zu werden. Diese Ruhequellen sind mir sehr wichtig geworden. Jeder hat seine Strategien um mit dem Mist der uns umgibt umzugehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.