Runde zum Besinnen

 

Ich muss gestehen, ich fühle mich gerade sehr hilflos. Es ist wie früher, wenn Jenni krank war und nicht sagen konnte was ihr fehlte. Es scheint Suka ein wenig besser zu gehen. Der Hüttenkäse und ein wenig Schonkost sind drinnen geblieben, allerdings hat sie immer noch Durchfall. Was ich ziemlich sicher weiß ist, dass es keinen Zweck hat zum Tierarzt zu gehen, zwei Stunden mit der kranken Maus dort warten und dann etwas Ähnliches wie Perenterol zu einem horrenden Preis vertickt zu bekommen, plus ein hilfloses Achselzucken, müssen wir uns nicht geben. Und doch drängt es mich irgendwie dorthin, nur um was zu tun … nur damit jemand sagt: „Es wird alles gut.“ Dabei weiß ich sehr genau, dass es das nicht wird. Die Krankheitsphasen häufen sich. Sicher zwischen drin geht es ihr gut und sie hat Spaß, aber diese Pausen sind immer kürzer und die Krankheitsperioden immer länger. Heute haben wir beschlossen, dass wir sie nicht mehr alleine lassen. Also für einen längeren Zeitraum. Das bedeutet im Klartext, dass wir erst einmal nicht gemeinsam zu den Kindern fahren werden. Was sehr schade ist, stehen doch gerade jetzt diverse Geburtstage an.

Da es mich immer beruhigt, wenn ich Bücher um mich habe, sind wir zur Bücherei. Musste ich eh hin, weil meine Vorbestellung Mittagsstunde von Dörte Hansen da war. Ein Buch auf das ich mich schon sehr freue und welches ich sofort in Angriff nehmen werde, sobald ich die letzten 500 Seiten von, Ketil Björnstads Die Welt die meine war – die 60ziger Jahre, durchhabe. Ein Buch, das ich bereits jetzt uneingeschränkt empfehlen kann. 

Meine eigene Erkältung hält sich in Grenzen. Die Hühnersuppe und die heiße Zitrone haben gewirkt. Jedenfalls hoffe ich, dass es so ist und die Erkältung sich nicht nur einen Tag frei genommen hat. Die Runde zur Bücherei und zum Widerhaken hat gut getan. Nicht nur mir, auch Suka und Viktor. Den nimmt unser krankes Kind auch sehr mit. 

6 Gedanken zu „Runde zum Besinnen

  1. Ich kann Euch gut verstehen. Ich habe damals bei Paul (mein Kater) auch aufgehört, zum Doc zu rennen und konnte nur zugucken, wie er immer weniger wurde. Als ich dann das Gefühl hatte, jetzt wird es Quälerei, bin ich mit ihm ein allerletztes Mal zum Tierarzt, weil ich ihn erlösen wollte. Er hatte es schwer am Herz und ich konnte ihm letztlich nicht helfen, aber ich war da, habe ihn mit der Spritze gefüttert, habe ihn auf´s Klo getragen und immer dahin, wo ich auch war. Aber irgendwann hatte das alles keinen Sinn mehr. Es war furchtbar. Einzig tröstlich das Gefühl, er hat gespürt, das ich da war. Ich fühle wirklich mit Euch

  2. Doch, Karin, es wird alles gut. Ich denke, ihr geht richtig mit dem um, was gerade passiert.
    Ich kann deine Zerrissenheit verstehen, kenne das. Suka weiß, was sie an euch hat. Tiere spüren das sehr fein, wer es gut mit ihnen meint. Sie zeigt es auch, nicht wahr?
    Viel Kraft euch allen.

    1. Danke, ja, ich denke auch an Max, Kaxo, Django und Purzel. Soviele schon. Umarm zurück. Demnächst kriegst du Post. Das Buch im Widget Lesestoff. Habe ich doppelt zwecks Rezi gekriegt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.