Sissycorner

Es gibt Tage, da denke ich, ich sollte diesen Blog in Sissycorner, also Jammerlappen-Ecke, umbenennen. Gerade in letzter Zeit habe ich so wenig bis gar nichts positives zu berichten. Das ist nicht schön. Dabei ist aktuell, außer dem wohlbekannten finanziellen Eckpass, gar nichts Schlimmes. Eigentlich … Uneigentlich ist aber etwas in Gange.

Es gibt eine Zeit in meiner Vergangenheit, die ich vollverpackt glaubte. Diese Zeit war traumatisch für mich und vieles, was ich als nicht so schlimm, schließlich hast du überlebt und bist da rausgekommen, einsortiert hatte, kommt gerade wieder. Nicht tagsüber. Da ist der Vorhang geschlossen, aber nachts. Da wache ich denn schreiend auf und kann vor dem Morgengrauen nicht wieder einschlafen. Dann schlafe ich unruhig und wache viel zu spät am Vormittag wie gerädert auf. Dann kann ich mich kaum zum Yoga aufraffen und bin auch sonst den Tag über nicht zu gebrauchen. Das wirklich Schlimme ist, ich kann Viktor gerade soviel erzählen, wie ich auch hier rauslasse. Wenn ich mehr ins Detail gehen will, dann bin ich blockiert. Auch  habe ich versucht mich dem übers Schreiben zu nähern, doch auch das funktioniert nicht. Ab einem gewissen Punkt, Atemnot, Herzrasen und Schweißausbrüche.

Natürlich wäre eine Lösung mich mit Medikamenten zu versorgen, dass würde sicherlich helfen, die Symptome abzudämpfen, aber was bringt es? Auf die eine oder andere Art muss ich dem stellen. Sicher wäre eine therapeutische Begleitung hilfreich, ist aber nicht zu leicht zu finden und selbst wenn ich jemanden finde, der kompetent ist, hat der den nächsten Termin in einem halben Jahr und ich gehe jetzt schon am Stock,

Fürs erste werde ich versuchen, meine Einschlafrituale zu verändert. Zur Zeit mache ich mir ein Hörbuch an, aber so richtig ist es das nicht. Also werde ich wohl auf Musik vor dem Einschlafen umsteigen und dann … mal sehen. Gleich mal testen ob DOBRANOTCH 20 Years sich eignet. Habe ich heute bekommen. Noch nie zuvor von denen gehört. Bin gespannt.

Gut, vielleicht nicht das Richtige zum Einschlafen, aber zum Lesen ist es okay.

11 Gedanken zu „Sissycorner

  1. Uff… dazu fällt mir eine Menge ein… erstmal würde ich das nicht als nix schlimmes werten. Trauma überleben heißt ja nicht, das sie nicht schlimm waren. Und Medikamente finde ich, könnten allenfalls eine vorübergehende Krücke sein, bis Du z.B. einen Therapieplatz hast. So habe ich es auch schon gemacht und finde es durchaus okay. Eigentherapie bei Traumata halte ich ehrlich gesagt für reichlich gefährlich. Jedenfalls ist meine Erfahrung, das es gut ist, einen geschützten Rahmen zu haben, z.B. für den Fall heftiger Flash backs und ähnlichem. Ich selber habe mal eine EMDR Therapie gemacht, halte ich durchaus für empfehlenswert. Mußt Du mal googeln. Ich kann auch gerne mal meinen Hamburger Seelenklempner fragen, ob er in Kiele einen kennt, der einen kennt. Ich beacker ja selber ja gerade auch wieder alte Kisten, die eben noch nicht fertig sind. Viel konnte ich beackern und auch gut für mich dann stehen lassen, gut wegpacken, aber eines eben nicht. Pass bitte auf Dich auf… das ist eine Situation, die nicht so locker easy ist.

  2. Dobranotch … habe ich gerade mal probegehört.
    An sich wirklich feine Mucke. Aber zum Einschlafen wäre mir das zu „unruhig“
    Da stehe ich eher auf Klassik, beispielsweise von HENRY PURCELL wie etwa auf diesem Album:

    https://open.spotify.com/album/5yMH6ZPT86M9xLtJWimGqW?si=aDhppRvlSOS5PpXwbTx0Vg

    Was aber auch nichts an Deinem Problem ändert, alleine mit den vermeintlich begrabenen Ereignissen der Vergangenheit klar kommen zu müssen.
    Sicher wäre es gut, schnell eine Therapiemöglichkeit zu finden, aber du schreibst ja selbst, dass die Wartezeiten lang sind.

    Insofern können Medikamente zumindest eine Zwischenlösung darstellen, bis es soweit ist.
    Die Erfahrung habe ich auch schon gemacht, und es war gut, auf diese „Krücke“ zurückgreifen zu können, damit der Deckel so lange auf dem Topf blieb.
    Dehalb würde ich auch nicht zögern, genau diesen Weg wieder zu gehen, falls das nötig wäre.
    Je eher, je besser, denn ich weiss, dass ich damit das „Abrutschen“ wirkungsvoll verhindern kann.

    1. Zum Einschlafen ist es wahrlich nicht das Richtige. Was die Medikamente betrifft, da bin ich eben sehr hin und hergerissen, werde es mir aber überlegen, sollte ich in den nächsten Tagen nicht auf eine Möglichkeit kommen, wie ich die Sachen verpackt kriege.

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