Sperre

 

Ich blogge seit vielen vielen Jahren. Manchmal kommt es mir vor, als wenn ich schon vor der Erfindung des Internets damit angefangen habe. Jedenfalls ist es mir zu einer lieben Gewohnheit geworden. Ich habe wundervolle Menschen über das Internet kennengelernt. Menschen die ganz sicher nicht immer mit meiner Meinung übereinstimmten und Menschen, die anderer Nationalität und anderen Glaubens sind. Alle diese haben mein Leben bereichert und die Auseinandersetzung mit ihren Gedanken und Meinungen haben mich weiter gebracht. Noch nie, in all der Zeit habe ich mich gezwungen gefühlt, jemanden zu sperren … bis heute.

Auf meinen Beitrag Gemischte Gefühle meinte eine Leserin in den Kommentaren ihren nationalistischen Sondermüll abgeben zu müssen, mein Hinweis, dass sie sich in meinem erweiterten Wohn-Arbeitszimmer befindet und dass ich in diesem Beiträge unter dem Motto „Ich bin ja keine Rassistin, aber ..“ hier nicht dulde, wurde ignoriert. Dieser Blog ist keine Plattform für rassistische Beiträge. Da mein Wunsch von solchen Äußerungen abzusehen, ignoriert wurde, habe ich die Konsequenzen gezogen und besagte Person für diesen Blog gesperrt. Ein Schritt der mir sehr schwer gefallen ist und von dem ich nie gedacht habe, dass ich ihn einmal tun würde. Traurig.

 

10 Gedanken zu „Sperre

  1. Das hätte ich genau so gemacht, Karin.

    Zumal, nachdem ich mir im Google Cache die Teile ihres Blogs angesehen habe, die da noch öffentlich zugänglich sind. Das Netz vergisst halt nichts, selbst wenn man seinen Blog für die Öffentlichkeit dicht macht 😎

    Soviel verschwurbelten rechten Sondermüll habe ich jedenfalls schon lange nicht mehr auf einem Haufen gesehen. Völlig unreflektiert, sich auf Quellen wie Kompact und Eva Herrman stützend…
    Da wundert mich gar nichts mehr.

  2. Hallo Karin,
    ich verstehe dich SOOOO total!!! Die Zunahme des Rassismus, das Erstarken der AfD machen mir eine solche Scheiß-Angst!!!!! Warum sind diese Leute so, wie sie sind?? Nur weil sie selbst Angst haben?? Das kann ich ja bis zu einem bestimmten Punkt sogar verstehen. Mir ist auch mulmig angesichts des frauenverachtenden Gebarens vieler Männer aus dem muslimischen Kulturkreis. Aber wenn man diese Angst verspürt, muss man doch erst mal seinen Kopf einschalten. Unsere Antwort auf die chaotischen, zum Teil Furcht erregenden und tragischen Ereignisse unserer Gegenwart, auf menschenverachtendes Verhalten darf doch nie grundlegender Hass sein, dann geht die Welt doch vor die Hunde!!
    Leider habe ich das Gefühl, dass es mächtige kapitalistische Kräfte gibt, die von den Medien unbemerkt, im Hintergrund agieren, und denen es gar nicht schlecht gefällt, dass es unter den normalen Menshen momentan die starke Tendenz gibt, aufeinander loszugehen. Insbesondere ausgelöst durch die konträren Einstellungen zu Flüchtlingen geschieht das.
    Bei Attac hatten wir vor kurzem auch die FRage, ob wir die AfD in einer öffentlichen Diskussion (konkreter Fall: Podiumsdiskussion in der Pumpe) akzeptieren wollen oder nicht. Es gibt verschiedene Meinungen, denn wenn man sie kategorisch ausgrenzt, können sie sich als Opfer stilisieren, und das stärkt sie möglicherweise am Ende noch. Wenn man sie reinlässt in die Diskussion, besteht aber die Gefahr, dass es immer normaler wird im öffentlichen Raum rassistisches Gedankengut zu äußern – ein echtes Dilemma! Ich bin ratlos, stelle immer wieder fest, dass es mir Brechreiz erzeugt, wenn ich mir rassistische Äußerungen anhören muss.
    Deshalb noch mal: Ich versteht dich total gut, bin mir aber nicht sicher, ob man sich nicht doch mit diesen Menschen auseinandersetzen muss.
    Eine Scheiß-Zeit ist das. Ich hoffe Frankreich wird Weltmeister, damit die franzöischen Nazis vor lauter Wut tot umfallen!!!
    Liebe Grüße und bis demnächst
    Smilla

    1. Liebe Smilla, für eine Auseinandersetzung habe ich Raum gegeben, nur als es immer verschwurbelter wurde, habe ich die Bremse gezogen. Es gibt eben Leute, da kannst du nicht mit reden, die sind so fest in dem was sie glauben wollen, dass es keinen Zweck hat. Bis bald einmal.

    2. Diskutieren?

      Ja gerne.

      Aber nicht, wenn mich jemand mit Argumenten totschlagen will, die offensichtlich nichts mit der Realität zu tun haben, sondern nur zur „eigenen Meinung“ zusammengebastelte Fake-News aus zweifelhafter Quelle sind.

      Denn dann schaffe ich doch nur eine Bühne, um die weiter zu tragen – und wieder eine Grund zu behaupten : „Das steht ja im Internet!“

      Nun hat sicher jeder Mensch seine eigen Wahrnehmung von der Welt und damit auch seine eigene Realität, und die will ich auch keinem nehmen. Dennoch sind 2×2 nicht 5 und ich muss auch nicht akzeptieren, wenn mir jemand das als Wahrheit hinstellt, obwohl es bei objektiver Betrachtung falsch ist.

  3. „Das wird man doch mal sagen können.“
    Ja, aber man muss es nicht hören wollen oder lesen. Weißt du Karin, wenn der Fänclub des örtlichen Fußballvereins bei mir zu Hause aufkreuzt, würde ich denen auch sagen: „Ach, nö, geht mal wo anders hin.“

  4. Völlig richtig gemacht. Es sind unsere Wohnzimmer und ich möchte auch keinen Hetzer hier zum Kaffee haben. Ich habe das gelesen, was Martin da rausgezogen hat und mir ist echt die Spucke weggeblieben. Nicht nur völlig unreflektiert, sondern einfach richtig übel. Man kann halt nicht mit jedem diskutieren. Steht sicherlich auch irgendwo im Internet….

      1. Das verstehe ich total. Ich finde es auch schwierig, wenn jemand keinem Argument mehr zugänglich ist. Und zumindest ich hoffe ja, im direkten Umfeld davon verschont zu bleiben. Um so erschreckender, wenn man dann doch reagieren muß.

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