Veränderungen yogabedingt?


Seit drei Monaten übe ich nun fast täglich Yoga und bin verwundert, dass ich immer noch mit Begeisterung dabei bin, denn im Grunde mag ich keine Routinen. Vielleicht liegt es an einer Abmachung, die ich mit mir selber geschlossen habe. Der Deal ist, einmal die Woche schwänzen ist erlaubt! Entweder weil ein früher Termin ansteht oder aber, weil ich mich einfach nicht aufraffen kann. Von wegen frühen Terminen gab es Ausfälle, von wegen keine Lust nicht. Komischerweise reicht mir das Wissen, ich muss nicht, wenn ich wirklich nicht will.

In diesen drei Monaten hat sich nicht nur eine Menge körperlich verändert, sondern auch so einiges anderes. Das interessante ist, dass ich es nicht geplant habe, Yoga habe ich begonnen, um wieder beweglicher zu werden und nicht um abzunehmen oder so. Dafür ist es im Großen und Ganzen auch völlig ungeeignet, weil der Kalorienverbrauch eher gering ist, im Gegensatz zu anderen Sportarten. Aber Yoga ist halt auch kein Sport in dem Sinne. Neben dem Wunsch beweglicher zu werden, hatte ich gehofft wieder eine Meditationspraxis zu entwickeln. Wie einigen Leser*innen hier bekannt ist, habe ich eine bipolare Störung mit recht heftigen depressiven Episoden und aus früheren Erfahrungen wusste ich bereits, dass ich besser klarkomme, wenn ich regelmäßig meditiere, schon einmal weil ich besser schlafe und ausgeglichener bin. Das hat sich auch diesmal als gut und richtig erwiesen. Interessanterweise raten einige Ärzte bei Depressionen ab zu meditieren, mir hilft es. Allerdings muss ich in einer guten Phase anfangen. So habe ich denn eine gesundheitlich nicht so schöne Zeit relativ gut überstanden.

Eine weitere, sehr angenehme Veränderung ist, dass sich mein Gleichgewichtssinn verbessert hat, was dazu führte, dass ich mich wieder aufs Fahrrad traue. Dort habe ich mich sehr unsicher gefühlt. Eine weitere Verbesserung in dem Bereich ist, dass ich durch die täglichen Übungen mehr Kraft in den Beinen habe .

Des weiteren hat sich mein Essverhalten verändert. Ich habe nicht mehr soviel Hunger und brauche nicht mehr so große Mengen, wie vor 12 Wochen. Auch habe ich mehr Appetit auf Salat und Gemüse, das hatte wiederum den Nebennutzen, dass ich 3,5 kg abgenommen habe. Was ja sicher nicht schlecht ist.

Kurz und gut, ich bin froh, dass ich das Yoga für mich wieder entdeckt habe und werde es beibehalten. Das Meditieren auch. Dienstag bekomme ich ein neues Meditationskissen, da mein altes, allmählich Risse bekommt. Ist ja auch schon alt. Der nächste Wunsch ist dann eine Matte aus Naturkautschuk.

Die letzten Wochen war ich sehr auf mich fixiert, sehr in mich gekehrt, allerdings nicht wirklich abgekapselt, sondern eher heiter nachdenklich. Trotz der diversen gesundheitlichen Macken und Behandlungen, die noch ausstehen. Ich bin weniger im Internet, dafür mehr am Lesen, was auch damit zu tun hat, dass ich sehr schnell reizüberflutet bin und dann unwirsch werde.

 

4 Gedanken zu „Veränderungen yogabedingt?

  1. Das sind alles recht feine Veränderungen, liebe Karin, und sie tun dir offensichtlich sehr gut. Ich finde das bewundernswert, ein Gesundheitskonzept für sich selbst zu entwickeln.
    Im Netz bin ich auch nicht mehr so oft unterwegs. Jetzt schon gar nicht, weil das. Töchterchen zu Besuch ist und wir unterwegs sein werden im Leipziger Neuseenland. Und wenn sie wieder nach Hause fährt, nach ganz oben, dann schreibe ich dir. Bis dahin erstmal vielen Dank für deine Karte. Ich habe herzlich gelacht.
    Grüß aus Leipzig (Die Ureinwohner sagen dazu „Leipzsch“ )

    1. Das ich mir selber was entwickele hat viel mit der „Da haben wir ne Pille für Praxis“ der Ärzte zu tun. Alles soll schnell behoben werden und wenn du Bipolar bist, dann nimm halt dein Lithium oder dein Lamotrigin und alles ist gut. Nur ist es nicht so einfach. Mir geht es auch um Eigenverantwortung.
      Hab eine schöne Zeit mit deiner Tochter und geniesse die Seen. Meine Tochter kommt nächsten Samstag mit den Kindern und wir fahren an den Strand. Ich freue mich auf Post.

  2. Ich habe vor Jahren mal einen Yoga Kurs angefangen und fand es körperlich doch sehr anstrengend. Mir hat es auch gut getan, ganz entgegen meinen Erwartungen, aber mir fehlt schlicht die Zeit für sowas und ohne Anleitung traue ich mich da nicht ran. Aber mal sehen, vielleicht finde ich wieder eine Möglichkeit. Ich dachte immer, für mich Hibbeltante ist Yoga nix, aber da habe ich mich gründlich geirrt. Abnehmen will und darf ich gar nicht, insofern käme es mir auch auf andere Effekte an. Meditieren ist schlicht gar nichts für mich. Auch das habe ich mal ausprobiert. So muß halt jeder seins finden. Bei mir ist vieles einfach auch ein zeitliches Problem, wenn ich jeden Wochenentag von 7-mindestens 18 Uhr aus dem Haus bin und die Wochenenden für vieles andere brauche.

    1. Vor einigen Jahren habe ich recht regelmäßig Yoga gemacht und meditiert sowieso. Dann war auf einmal so viel anderes und ich kam davon ab. Dass ich wieder angefangen habe, war eine der besten Entscheidungen. Auch meditieren! Da dachte ich immer, dass geht gar nicht, geht aber sehr gut. Muß ja nicht immer ZEN sein (also sitzen und die Wand angucken), es gibt ja auch Bewegungsmeditationen. Was das Abnehmen betrifft, so ist es nicht mein Hauptziel. Da ich, wie die meisten Frauen in meiner Familie, eine Essstörung habe, ist für mich schon ein Erfolg, wenn ich nicht zunehme. In meiner miesesten Zeit hatte ich über 160 Kg. Nun sind es 139.4 kg. Immer noch zu viel, aber eben doch weniger. Wenn man so übergewichtig ist, ist man immer versucht zu sagen: Das Problem möchte ich auch mal haben! Also aufpassen müssen, nicht zu zunehmen. Bei näherer Betrachtung, ist natürlich klar, dass das eine so schlimm ist, wie das andere. Also wünsche ich uns beiden, dass wir gut klarkommen.

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