Wie geht es weiter, wenn es so weiter geht?

Tja, wie geht es weiter, wenn es so weiter geht? Die Frage stelle ich mir sowohl politisch, als auch persönlich. Politisch will ich mal gar nicht ausbreiten, wäre im Moment zuviel. Mich bedrückt diese entsetzliche Ignoranz und Dummheit in nahezu allen Bereichen. Ja natürlich gibt es hoffnungsmachende Projekte und Unternehmungen, alles richtig, doch ertappe ich mich immer öfter dabei, dass ich denke, wie lange noch. Wann werden die mundtot gemacht, die die Stimme erheben? Wie lange können wir noch sagen, was wir sagen wollen? 

Das ich heute morgen zum Jobcenter musste, trug auch nicht dazu bei, die Stimmung zu heben. Dabei kann ich mich wirklich nicht einmal beschweren. Meine Fallmanagerin ist sehr verständnisvoll, was meine Situation betrifft und verlangt nun wahrlich nur das Nötigste. Was bedeutet, alle halbe Jahr da anzutanzen und meine Eingliederungsvereinbarung zu unterschreiben. Dann ein wenig über die Lage im  Allgemeinen plaudern und heim geht es. Trotzdem liegen mir solche Termine quer. Wieder zu Hause habe ich die letzte, die abschließende, EKS für Viktor fertig gemacht. Der geht ja nun bald in Rente und hat seine Selbstständigkeit aufgegeben. Dieses Jahr hat sich vieles aufgelöst, unter anderem die Hoffnung, wenigstens den größten Teil meines Einkommens aus eigener Kraft zu erwirtschaften. Vielleicht sollte ich es probieren und mich einfach damit abfinden und so gut es geht vor mich hindümpeln. Doch das liegt mir nicht sehr. Da ist so vieles, was ich will und was ich mir vorstellen könnte zu machen, doch meine körperlichen Kräfte lassen halt auch ziemlich nach und das macht mich wieder seelisch fertig. Keine gute Zeit im Moment und wenn ich davon spreche, was mich bewegt, sagt garantiert jemand: “Aber, nun sieh mal nicht so schwarz, es kommen doch auch wieder gute Zeiten.” Wenn ich das nur glauben könnte.

10 Kommentare zu „Wie geht es weiter, wenn es so weiter geht?

  1. Wie sagte eine Freundin heute zu mir: “Du musst positiv denken.” Geht nicht. Davon geht das Gift im Gartenboden nicht weg. Damit ist mein Projekt Selbstversorgung gerade gestorben. In der Nähe der Gartenanlage war eine Textilreinigung. Die hat im Wohngebiet die Erde verseucht und das Brunnenwasser in der kompletten Gartenanlage.
    Ich habe gerade Tomaten und Bohnen in die Mülltonne geworfen und geheult dabei.
    Irgendwie ist gerade ein verflixter Wurm drin in allem.
    Vielleicht baue ich eben kein Gemüse, sondern Färbepflanzen an und vielleicht wird es nun ein reiner Bienengarten. Ich weiß es noch nicht.

      1. Ja, ich lese schon den ganzen Tag über den Mist. Ich werde dort gar nichts mehr tun.
        In dem Schreiben jetzt stand: “Die einmal ausgesprochene Untersagung der Nutzung des Grundwassers bleibt bestehen.” Ich wusste davon nichts, meine Gartennachbarn auch nicht.
        Das Zeug ist schwerer als Wasser, bildet im GW eigene Ebenen und ist nicht abbaubar.
        Also vom Aussitzen wird auch nix gut.

    1. Ach Gudrun, als du gestern davon bei FB schriebst, dachte ich, in was für einer Scheißwelt, die übrigens richtig gut sein könnte, leben wir bloß. Die Oberfläche wirkt meistens glatt und poliert und darunter. Mir fiel wieder ein, wie mein Schwager mir mal erzählte, dass unter Möltenort, welches so einen idyllischen Anblick von Falkenstein aus bietet, lauter Militärlager sind. Seit dem habe ich das Gefühl in einer Illusion zu leben.

  2. Sorry, aber das sind doch Scheißhausparolen… das wird schon wieder, woher wollen die das wissen, die solche übergriffigen Sätze absondern?
    Klar, manchmal stimmt das schon. Aber das Leben ist nun mal bei jedem anders. Ich finde, wer sowas sagt, nimmt sein Gegenüber nicht ernst. Und trotzdem wünsche ich gerade Euch beiden das natürlich von Herzen

    1. Das sehe ich genau so. Aber ich sehe auch die Hilflosigkeit und den Wunsch, schnell aus der Unterhaltung aus zu steigen, weil es ja auch Angst macht, wenn jemand so gar kein Licht mehr sieht. Danke jedenfalls für deine lieben Worte.

      1. Ich war ja selber mal ganz weit unten, sowohl finanziell, als auch psychisch. Ich konnte mich da raus ackern, das war aber ein hartes Stück Arbeit und ich bin damit noch nicht fertig. Gerade gehe ich noch eine große psychische Baustelle an, das ist heftig, aber ich mache das mit professioneller Hilfe. Und davon hatte ich in meinem Leben einige und hatte damit immer Glück. Es war nicht immer nur Glück, es war auch viel harte Arbeit, aber nicht jeder hat die Möglichkeiten, die sich mir aufgetan haben. Ich konnte gesund werden, wieder arbeiten gehen und so ging es Stück für Stück bergauf. Ich bin dafür sehr dankbar, geht es mir doch heute in beiderlei Hinsicht gut. aber das war mein Weg und nicht jeder kann den so gehen.

  3. manchmal sitz ich da und der puls rast
    und die verzweiflung schnürt mir den hals zu
    und ich kann nur noch heulen
    dann versuch ich mir das selbst zu sagen um nicht vom bismarckturm zu springen
    ich kann gerade keine mails und facebook lesen zu all den ungeheuerlichkeiten
    die dir und dir und uns im alltag so vor die füße knallen
    geschweige die anderen im großen stil auf der welt
    und dann versuche ich wieder müll zu trennen und plastik zu sparen
    und fühl mich wie grad mitten in treibsand
    und da ist nirgendwo auf der welt mehr ein platz zum flüchten…

    1. Tja, wie gut ich das kenne. Man versucht selbst alles Mögliche und dann kommt man sich vor, als wenn man versucht mit einem Feudel nach dem Hurrikan aufzuwischen. Aber ich mache weiter. Wenn es auch im Großen nichts bringt, wenigstens habe ich getan, was ich konnte.

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