Wie Persönlich ist okay?

Bei lieben Blogfreunden, deren Artikel ich hier nicht verlinken kann, weil ihre Blogs aus Trollgründen auf privat gestellt sind, kam die Frage auf, die persönlich will ich in meinen Artikeln, im Netz, sein? Diese Frage treibt auch mich immer einmal wieder um. Im Gegensatz zu meinen Freunden, war ich mir immer bewusst wie viele hier so lesen und dass ich bei den meisten nicht weiß, wer sie sind. Die wenigsten kommentieren, was mich oft nostalgisch werden lässt, denn in Pre-Facebookzeiten war das anders. Aber zurück zum Thema. Wie gesagt, ich war mir immer bewusst, dass hier so an die 80 – 100 Leutchen mitlesen und höchsten 5 – 6 regelmäßig kommentieren. Mir war auch immer bewusst, dass ich sehr offen über mein Leben schreibe, über Mann und Hund, meine Krankheiten, meine Existenzängste, meine Schwierigkeiten mit dem Schreiben, meine Freude am Schreiben und meine Gedanken zu Politik und Gesellschaft. Eine Grenze ziehe ich bei Fotos von meinen Enkelinnen, von Kindern überhaupt und was bei meiner Tochter los ist. Was ja auch nicht zu meinem persönlichen Bereich gehört. Das war bis dato auch okay für mich so. Beim Lesen von Herrn Momos Artikeln, kam ich dann aber doch ins Nachdenken und habe mir überlegt, wie ich zukünftig hier auftreten will. Schließlich bin ich zu dem Schluss gekommen, es geht weiter wie gehabt. Die Gründe hierfür sind einfach, würde ich die persönliche Schiene außen vor lassen, dann würde es diesen Blog nicht weiter geben, außer vielleicht mal in Form einer Ankündigung für eine Lesung und ein paar Fotos von Hund und Katz. Mit anderen Worten, dieser Blog wäre für mich überflüssig. Dann würde das tägliche per Hand Tagebuch schreiben ausreichen. Die Entscheidung hier wie gewohnt weiterzumachen ist mir nicht einmal schwer gefallen, denn mir fielen einige Kommentare und Mails ein, die ich zu Beträgen erhalten habe, bei denen ich während des Schreibens dachte: Wen soll das denn interessieren? Diese Mails hatten oft den Inhalt: Danke, dass du darüber geschrieben hast.

So, das war das. Gestern waren wir noch zu einer Vernissage im NZN – Praxis Erich Conradi und haben Bilder von Carmen Loger geguckt. Das war sehr schön und ich war froh, dass ich mich nicht gedrückt habe, denn nach der durchwachten Nacht war ich eigentlich gar nicht in der Stimmung für Gesellschaft. Doch es war gut, dass wir hingegangen sind. Am Rande hat sich gleich ergeben, dass Viktor dort im April ausstellen wird und ich wurde gebeten im Rahmen von Viktors Ausstellung eine Lesung zu veranstalten. Mache ich natürlich. Die genauen Termine kommen noch. Da ich schon mal bei Erich in der Praxis war, habe ich auch gleich Hanftee mitgenommen. Den Trinken wir nun alle. Auch Suka, die kriegt sogar den Teesatz ins Futter gemischt und frisst es mit Begeisterung.

So, nun aber ans Werk.

7 Kommentare zu „Wie Persönlich ist okay?

  1. Die Gründe, warum Menschen schreiben, dind doch sehr verschieden. Will man gar nichts Privates preisgeben, dann müsste man einen großen Bogen um das Netz machen. Vom Schwätzchen im Treppenhaus weiß eben nur die Nachbarin und vielleicht noch jemand, der das Ohr an der Tür hat. Im Netz darf erstmal jeder mitlesen.
    Der eine schreibt einfach Tagebuch, ein anderer strukturiertt so seine Gedanken. Manch einer sucht Kontakt zu Gleichgesinnten und stellt fest, dass es nicht auf die “Scholle” beschränkt ist. Das finde ich nun wieder gut. Naja, und dann gibt es noch die, die Aufmerksamkeit brauchen, und das um jeden Preis und mit allen Mitteln.
    Es ist also immer eine ganz private Entscheidung, was man immNetz so treibt und wie man sich da benimmt.
    Weißt du, Karin, mir gefällt es, wie du schreibst. Du bist mir wie eine Freundin geworden. Ich finde es gut, dass du da bist und auch wie du da bist. Du gehst sehr respektvoll mit anderen um und warst nie auf Klickzahlen scharf. Ich hoffe, dass ich noch lange bei dir lesen kann.

  2. PUH, als ich die Überschrift las bin ich erstmal ein wenig erschrocken. Aber nun ist alles gut! Ja wir machen weiter. Zum Einen bin ich überzeugt, dass jeder seine Grenzen (un)bewusst sowieso beim Schreiben zieht – also es wird niemand etwas in ein Blog schreiben, was er nicht auch an anderer Stelle erzählen würde. Und zum Anderen – und da spreche ich für mich ganz alleine – dann hätte Jupp erreicht, was er wollte. Verunsichern, einschüchtern, ängstigen. Kurzum, schön, dass du bleibst liebe Karin ♥
    Ich wünsche dir einen fröhlichen Start in die neue Woche, liebe Grüße
    bigi

    1. Ich sehe es auch so, genauer gesagt, ich merke schon daran, dass es vieles gibt, was ich hier nicht schreibe, weil ich ja auch noch ein handschriftliches Tagebuch schreibe. Nein, ich bleibe, finde es aber auch gut, mal zu hinterfragen, ist es eigentlich noch so in Ordnung, wie ich schreibe? Dir auch einen schönen Wochenstart. Alles Liebe Karin

  3. Grade erst gelesen und für richtig gut befunden.

    Inzwischen fühle ich mich auch wieder etwas wohler damit, nachdem mein Appell doch einige stille Lelser ans Tageslicht geholt hat und sogar der eine oder die andere “Bekannte” darunter waren, von denen ich gedacht hätte, es gäbe sie schon lange nicht mehr.
    So hat das sogar was Gutes gehabt.

    Und wenn es dann auch noch gebracht hat, das diese Diskussion nun auch Blogübergreifend geführt wird:

    Um so besser – und für mich ein Grund, auch noch andere Aspekte des Bloggens zu beleuchten 🙂

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