Wieder einmal eine kurze Nacht

Für mich war die Nacht um 05:00 zu Ende. Suka vermeldete, dass sie raus wollte. Also schnell anziehen und die nötige Frührunde machen. Immerhin hatte sie vier Stunden durchgehalten und ich war schon recht zuversichtlich … bis sie ihr Frühstück wieder ausgekotzt hat. In wachen Momenten diskutieren wir immer noch, ob wir nicht doch zum Tierarzt gehen sollen, können uns aber nicht durchringen, weil wir befürchten, dass es, außer einem Haufen Kosten, nichts bringen wird. Im Grunde wissen wir ja was los ist. Sie hat einen Lebertumor, der sich wahrscheinlich in seine nächste Wachstumsphase begeben hat. Sie hat keine Schmerzen, so weit ich es beurteilen kann, also wozu die Prozedur? Mal ganz abgesehen davon, und das trifft mich besonders bitter, dass wir uns noch so einen Untersuchungs- und Therapiemarathon, wie vor einigen Wochen, finanziell nicht leisten können. Also bleibt es wohl dabei, wenn sie wirklich Schmerzen hat, geht es zum Tierarzt. Ansonsten wird sich einfach gut um sie gekümmert und Pfote gehalten.

Alles andere bleibt gerade liegen, da wir eigentlich rund um die Uhr mit der Ernährung, der Verdauung und der Sorge um Suka beschäftigt sind. In den wenigen Pausen fallen wir um, weil wir einfach zu müde sind, um uns zu irgendwelchen Arbeiten aufzuraffen. Ein wenig Lesen ist da schon das Höchste der Gefühle. 

6 Gedanken zu „Wieder einmal eine kurze Nacht

  1. Ich glaube, Ihr macht das richtig. Einfach bei ihr sein und wenn Ihr das Gefühl habt, es geht nicht mehr und sie leidet, dann der traurige und unvermeidliche Gang zum Tierarzt. Aber vielleicht geht sie ja auch in der Geborgenheit ihrer vertrauten Menschen und Umgebung. Ich wünsche es Euch.

      1. Furchtbar ist es immer, aber es hatte dann doch was tröstliches, als Max zuhause in meinen Armen gestorben ist, Sammy sich auf ihrer Decke mit einem letzten Maunzer von Martin verabschiedet hat und selbst Fiete ist wohl ganz friedlich hinter „seinem Sessel“ eingeschlafen. Auch wenn ich schon vier Katzen beerdigen musste, gewöhnen tue ich mich da nie dran, das sie gehen.

  2. Es ist immer so schwer. Ich glaube, ihr macht es richtig und ich hoffe, dass alles gut und friedlich abläuft. Es fehlen einem da oft die Worte, um wenigstens etwas trösten zu können aus der Ferne. Ich wünsche euch viel Kraft.
    Mich hat immer wieder der Gedanke aufgerichtet, dass ich auch möchte, dass jemand für mich da ist, wenn es soweit ist, dass ich gehen muss. Auch, wenn es nicht in zwei Stunden erledigt sein wird.
    Ich finde es gut, dass du darüber schreibst.

    1. Danke Gudrun. Das Schwere ist, dass es so etwas unwirkliches hat. Sie hat, wie gesagt, keine Schmerzen, nur eben, dass sie Durchfall hat und manchmal kotzt und sehr apathisch ist. Dann wieder hüpft sie rum und freut sich draußen zu sein. Ich schwanke zur Zeit zwischen: Hoffentlich geht es schnell zu Ende und hoffentlich erholt sie sich noch einmal.

      1. Das war bei Kleo auch so. Wir haben jede Minute genossen, in der es ihr gut ging. Ich habe auch gewusst, was passiert, habe auch gelesen über die einzelnen Stadien. Das hat mir sehr geholfen, weil ich eben wusste, dass es „normal“ ist, was passiert. Schmerzen hatte Kleo auch nicht. sie hat bis zuletzt geschnurrt. Ich war sehr froh, dass gerade mein Sohn da war in der allerletzten Zeit.
        Kleo hatte sich für die letzte Nacht mein kleines, fensterloses Bad herausgesucht. Dahin war sie immer gegangen, wenn ihr etwas suspekt war. Silvester, z.B. Gut, dann war es eben so, anderes wollte sie absolut nicht und ich saß dann eben die ganze Nacht auf dem Klodeckel, damit sie nicht alleine ist.
        Es wird viel zu wenig darüber geredet. Man muss erst durch viele Unsicherheiten und Zweifel hindurch.
        Ach ja, alle fleißigen Lieschen, die ich gepflanzt hatte, sind in diesem Sommer eingegangen. Nur die nicht, die auf Kleos Grab stehen. Sie blühen immer noch üppig.
        Ich drücke dich aus der Ferne, liebe Karin.

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