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Autor: Karin Braun

Mag keine Schubladen, isst gerne Schokolade, liest und schreibt mit Freuden. Beschäftigt sich seit 45 Jahren mit Tarot, Runen und Magie. Wohnort: Kiel und Wolkenkukusheim
Leseplätze

Leseplätze

Im Grunde bin ich eine typische im Bettleserin. Also Beleltristik lese ich dort. Was mir immer fehlte, war ein Platz an dem ich Sachbücher- und Literatur, die ich für die Arbeit brauche, lesen kann ohne, dass es direkt am Schreibtisch ist. Dort neige ich dazu, denn doch mal zwischendrin Mails zu gucken oder mich irgendwie sonst ablenken zu lassen.

Vor einigen Tagen nun, habe ich den Sessel auf dem Foto gefunden. Drei Häuser die Straße runter, hatte ihn jemand zum Verschenken rausgestellt. Ein richtig schwerer Ledersessel, wie ich ihn mir immer gewünscht habe. Also hat Viktor die Sackkarre geholt und wir haben das Teil nach Hause geschafft. Dort stand er denn erst einmal mehr oder weniger mitten im Raum. Heute habe ich mir eine richtige Leseecke eingerichtet und auch schon dort gesessen und gelesen.

Zur Zeit lese ich dort: Die Anderswelt von Jochen Kirchhoff. Jochen Kirchhoff ist ein Philosoph, den ich sehr schätze, weil er mir Denkräume eröffnen, die ich gerne betrete und in einer Sprache schreibt, die mir das Verständnis des Textes ohne akademische Vorbildung möglich machen.

Hier gibt es auch einen Vortrag von ihm zu diesem Thema:

Schreibzeit

Schreibzeit

Gerne wird in einschlägen Werken zum Thema Schreiben empfohlen, sich ein festes Zeitfenster zu nehmen und diesem wirklich nur zu Schreiben. Das mag für viele funktionieren, für mich allerdings nicht. Jedenfalls nicht in einem starren Rahmen. Eine gewisse Tagesstruktur ist da. Allerdings bin ich mir sehr bewusst, dass sie nicht für die Ewigkeit gedachte ist. Umstände ändern sich. Besuch hat sich angesagt, Feiertage und Einladungen stehen an, man kommt später nach Hause als gedacht und schläft entsprechend länger und so ist es nicht möglich um 09:00 am Schreibtisch zu sein. Sicher ich könnte mich mühsam aufraffen und an den Laptop schleppen, was allerdings erfahrungsgemäß gar nichts bringt. Besser ist es da, zu akzeptieren, dass es an diesem Tag nicht geklappt hat und es gut sein zu lassen, sich vielleicht auf ein paar Notizen verlegen oder etwas recherchieren kann man ja immer noch.

Auch halte ich nichts davon jeden Tag die bewussten 1000 Wörter zu schreiben. An manchen Tag klappt es halt, manchmal sind es auch 3000 Worte, manchmal ein paar Notizen und die sind es denn, die einen weiterbringen, als das Starren auf den Wortzähler. Wichtig ist nur eins: Dran bleiben!

Die Magie des Lesens von Annemarie Stoltenberg

Die Magie des Lesens von Annemarie Stoltenberg

Annemarie Stoltenberg hat in diesem Buch, wie der Titel es bereits nahelegt, Texte von verschiedenen AutorInnen gesammelt, in denen es um die Liebe, ja die Magie, des Lesens geht. Wie wurden sie angefixt? Welches Buch hat ihnen das erste Mal ein Portal in eine andere Welt eröffnet? J. W. Goethe ist genau so mit von der Partie, wie Urs Widmer und Günter de Brun. In Ingvar Amnjörnsens Beitrag, äußert sich seine wohl bekanntes Romanfigur, Elling, zur Bildungsinitiative. Heinreich Heine schreibt, wie er mit Don Quichotte auf Abenteuer ging und die Herausgeberin erklärt das die eigentliche Vermählung Liebender nicht auf dem Standesamt stattfindet, sondern mit dem Einsortieren eines gemeinsamen Bücherregals.
Jede Beitrag für sich genommen ist schon ein Schatz und wird von einer kurzen Einführung zum Autor, zur Autorin, seitens der Herausgeberin eingeleitet … und dann beginnt man zu lesen und erfährt, dass man bei weitem nicht die einzige war, die nachts unter der Bettdecke gelesen hat, weil das Buch einfach zu spannend war, um bis zum nächsten Abend zu warten. Oh ja, es lassen sich so einige Ähnlichkeiten entdecken und gerade das Auslösen dieser macht das Lesen dieses Buches zu einem besonderen Erlebnis, das durch Tanja Kischels Illustrationen noch einmal gewinnt.

Der Mann, der nicht vergessen konnte von Trude Teige

Der Mann, der nicht vergessen konnte von Trude Teige

Auf einem alten Bauernhof, in der Nähe von Oslo, wird ein Mann tot aufgefunden. Die Obduktion ergibt, dass er schwer krank war und voraussichtlich seinem Leben selbst ein Ende gesetzt hat. Nachforschungen ergeben, dass er auf dem Hof aufgewachsen ist und das der Ort kein glücklicher war. Weder in der Kindheit des Mannes, noch später und ein Mord, der bis dato ungeklärt ist, hat sich dort ereignet.
Die Journalistin Kajsa Coren erholt sich von ihrer Krebserkrankung und versucht auch beruflich wieder Fuß zu fassen. Allerdings soll es ein wenig ruhiger sein, als zuvor. Während ihrer Arbeit an einer Dokumentation über #metoo entdeckt sie den alten Hof … und eine Leiche.
Trude Teige ist eine Meisterin darin, ein aktuelles Thema wie #metoo, mit einem spannenden Plot zu verweben, ohne den moralischen Zeigefinger zu erheben. Trude Teiges Charakter leben und haben Ecken und Kanten. Hat man erst einmal angefangen die Krimis um Kajsa Coren und ihren Lebensgefährten, den Oberkommisar Karsten Kjolas, hängt man am Haken und freut sich, kaum hat man eines ausgelesen, bereits auf das nächste Buch.

Übersetzung aus dem Norwegischen: Gabriele Haefs & Andreas Brunstermann

Die Kinder von Barøy von Roy Jacobsen

Die Kinder von Barøy von Roy Jacobsen

Mit die Die Kinder von Barrøy präsentiert Roy Jacobsen den vierten Teil seiner Inselsaga. Die drei vorherigen Teile sind unter dem Titel „Die Unsichtbaren“ im Insel Verlag erschienen und wurden, wie auch der vierte Teil von Andreas Brunstermann und Gabriele Haefs übersetzt.

Der Krieg ist vorbei und das Leben auf der kleinen Insel vor Norwegens Küste findet langsam in die Normalität zurück. Doch nicht für alle ist es so einfach. Da ist der kleine Mattis, dessen Mutter verschwunden ist und von dem es heißt, dass er ein Deutschenkind ist. Also das Kind einer Norwegerin und eines deutschen Besatzungssoldaten. Mattis Mutter hat vor seiner Geburt einen Norweger geheiratet, den Kapitän des Milchbootes, der die Inseln im Fjord anfährt und mit dem Festland verbindet. Eines Tages bleibt Mattis auf Barrøy, wo er mit den Kindern von Ingrid und den anderen aufwächst. Es ist noch immer ein hartes Leben dort auf der kleinen Inseln und die Welt verändert sich. Ingrid Barrøy, die Besitzerin der Insel, versucht das Leben auf der Insel zu erhalten, obwohl die Jungen es die jungen in die Städte zieht.

Mit den ersten drei Bänden habe ich mich sehr schwer getan. Zum ersten Teil habe ich einmal geschrieben, dass ich nahezu verdrossen bin, denn Roy Jacobsen hat eine Geschichte und Charaktere die mich interessieren, doch auf seinen Erzählstil kann ich mich nur schwer einlassen. Mit Die Kinder von Barrøy hat ermich versöhnt. Fein gezeichnete Charaktere, wundervolle Naturbeschreibungen und keine literarischen Überfrachtungen. Ein Buch dem ich viele Leser und Leserinnen wünsche.

Ein Grab für zwei von Anne Holt

Ein Grab für zwei von Anne Holt

Ein neuer Anne Holt ist immer ein Grund zur Freude, denn selbst ihre nicht ganz so gelungenen Werke, liegen noch weit über dem Durchschnitt. Ein Grab für zwei stimmt nun besonders froh, da es der Auftakt zu einer neuen Serie ist.

Selma Falk, ehemalige Handball-Olympia-Medaillengewinnerin, erfolgreiche Rechtsanwältin mit Starqualitäten ist abgestürzt. Beruflich, privat, alles scheint zusammen zu brechen. Das ist der Punkt, an dem Jan Morrell vor ihrer Tür steht und ihr ein Angebot macht. Seine Tochter, Norwegens große Hoffnung auf Olympiagold im Langlauf, sieht sich Dopingvorwürfen ausgesetzt. Als kurz darauf ein weiterer Skiläufer des Olympiateams tot aufgefunden wird und bei ihm ebenfalls Dopingverdacht besteht, scheint es klar zu sein, dass jemand dem Olympia-Team schaden will. Allerdings hat Selma Falk ihre Zweifel, dass es so einfach ist.

Mit Selma Falk führt Anne Holt eine nicht ganz typische Ermittlerin ein. Sie ist weder Polizistin noch Privatdetektivin, verfügt allerdings durch ihren Bekanntheitsgrad und ihre Arbeit als Rechtsanwältin über exzellente Verbindungen zu diversen Institutionen und Menschen der unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten. Der Plot ist gut konstruiert, allerdings ohne konstruiert zu wirken, die Charaktere sind lebendig und ein besonderer Lichtblick ist Selmas Freund, der Obdachlose Einar Falsen, ein ehemaliger Kriminalbeamter mit Paranoia.

Anne Holt zeigt einmal mehr, dass ein guter Kriminalroman ohne Gewaltpornos auskommt und es der Spannung keinen Abbruch tut, wenn die Charaktere dreidimensional sind und nicht bloße Avatare für den nächsten Mord.

Im nächsten Herbst kommt der zweite Teil. Es ist immer ein gutes Zeichen, wenn man bei so einer Ankündigung denkt: Was, so lange noch?

Übersetzerin: Gabriele Haefs

Fröhliche Weihnachten

Fröhliche Weihnachten

Irgendwann fange ich wieder von vorne an. Leider habe ich ausversehen, wahrscheinlich aus purer Dummheit, die alte Webseite zerschossen.

Und nein … ich hatte kein Backup gemacht.

Bei Nachfragen: tannskaya<at>writresscorner.de