• Bücher,  Rezensionen

    Echo von Thomas Olde Heuvelt

    Sam und Nick sind jung, verliebt und seit drei Jahren zusammen. Einziger wirklicher Knackpunkt in ihrer Beziehung: Nick ist Alpinist und Sam hat, nach einem traumatischen Erlebnis in seiner Kindheit, Angst vor den Bergen. Als Nick mit seinem Kumpel Augustin auf Bergtour in den Schweizer Alpen unterwegs ist, entdecken sie einen Berg, von dem sie nie zu vor gehört haben. Den Maudit. Sie beschließen ihn zu besteigen.

    Der Aufstieg erweist sich als schwierig, das Wetter unberechenbar und auch sonst scheint so einiges nicht zu stimmen. Der Maudit scheint viel höher zu sein, die Strecken scheinen sich endlos zu ziehen und die Hindernisse werden immer dramatischer, vor allem beginnt Augustin sich zu verändern …

    Dann erfährt Sam, dass Nick von der Bergwacht vom Maudit geborgen wurde und Augustin verschollen, wahrscheinlich tot ist. Nick ist schwer verletzt. Sein Gesicht ist komplett verstört … aber nicht nur Nicks Gesicht hat sich verändert, er scheint etwas tief Böses, zerstörerisches vom Maudit mitgebracht zu haben. Das ihn auch nach Hause, nach Amsterdam begleitet. Sam bleibt bei ihm, auch, als er von Nick angegriffen wird. Sie beschließen an den Ort des Geschehens zurückzugehen, in der Hoffnung dort eine Lösung zu finden. Doch in dem Tal in den schweizer Alpen, am Fuße des Maudits, bricht im wahrsten Sinne des Wortes die Hölle los.

    Echo ist Thomas Olde Heuvelts sechster Roman. Sein Erfolg als Horrorschriftsteller begann, nachdem Stephen King den Vorgänger HEX als brillant bezeichnetet. Nun habe ich HEX noch nicht gelesen, aber auch Echo kann mit Fug und Recht brilliant genannt werden. Thomas Olde Heuvelt greift nicht einfach in die Trickkiste der billigen Horrotricks, sein Plot ist durchdacht, seine Charaktere dreidimensional, sein Schreibtstil originell und die Geschichte ist vielschichtig. Neben dem Horror ist es auch eine Liebesgeschichte, die tiefberührt.

    Übersetzerin aus dem Niederländischen: Gabriele Haefs.

  • Bücher,  Daily Musings

    Herbstspinnereien

    Obwohl ich wahrlich genug Arbeit habe, wollte ich doch das gute Wetter nutzen und eine schöne Runde spazierengehen. Das war auch eine gute Entscheidung, denn es sieht nicht so aus, als wenn es noch lange anhalten wird. Jedenfalls habe ich meine Dosis frische Luft abbekommen, habe ein wenig fotografiert und nun einen klaren Kopf, um mich meinen herbstlichen Spinnereien hinzugeben.

    Die Krähen haben sich zum Familienbad in der Pfütze getroffen. Es ist immer ein Spaß sie zu beobachten. Leider hatte ich gerade die Kamera aus, als sich die Enten vom nahegelegenen Teich dazugesellten.

    Wieder zu Hause gab es Post zum drüber freuen. Zwei Bücher, über die ich demnächst schreiben werde.

    So, nun will ich mal an die Feinheiten für den Vortrag gehen.

    Alles Liebe und eine schöne Woche.

  • Bücher,  Rezensionen

    Magie des Lesens von Annemarie Stoltenberg

    Magie des Lesens – Die schönsten Geschichten über die Liebe zum Buch von Annemarie Stoltenberg, illustriert von Tanja Kischel.

    Annemarie Stoltenberg hat in diesem Buch, wie der Titel es bereits nahelegt, Texte von verschiedenen AutorInnen gesammelt, in denen es um die Liebe, ja die Magie, des Lesens geht. Wie wurden sie angefixt? Welches Buch hat ihnen das erste Mal ein Portal in eine andere Welt eröffnet? J. W. Goethe ist genau so mit von der Partie, wie Urs Widmer und Günter de Brun. In Ingvar Amnjörnsens Beitrag, äußert sich seine wohl bekanntes Romanfigur, Elling, zur Bildungsinitiative. Heinreich Heine schreibt, wie er mit Don Quichotte auf Abenteuer ging und die Herausgeberin erklärt das die eigentliche Vermählung Liebender nicht auf dem Standesamt stattfindet, sondern mit dem Einsortieren eines gemeinsamen Bücherregals.

    Jede Beitrag für sich genommen ist schon ein Schatz und wird von einer kurzen Einführung zum Autor, zur Autorin, seitens der Herausgeberin eingeleitet … und dann beginnt man zu lesen und erfährt, dass man bei weitem nicht die einzige war, die nachts unter der Bettdecke gelesen hat, weil das Buch einfach zu spannend war, um bis zum nächsten Abend zu warten. Oh ja, es lassen sich so einige Ähnlichkeiten entdecken und gerade das Auslösen dieser macht das Lesen dieses Buches zu einem besonderen Erlebnis, das durch Tanja Kischels Illustrationen noch einmal gewinnt.

  • Bücher,  Daily Musings,  Uncategorized

    Minimalschuhe und Beifang

    Der Herbst schreitet voran, es sind nur noch drei wochen bis Samhain und so habe ich mich als erstes heute Morgen dran gemacht und die Terrasse hergerichtet. Die Steine für den Steingarten gewaschen, Verblühtes entsorgt, gefegt und einige der Holzsachen geölt. Nachdem das erledigt war, haben Viktor und ich einen Spaziergang gemacht.

    Seit einiger Zeit bin ich auf sogenannte Barfussschuhe umgestiegen, die laut Dr. Peter Greb Minimalschuhe heißen müssten. Diese sind sehr leicht und sehr flexibel, allerdings ist es ratsam im Ballengang zu Laufen. Also mit der Außenseite des Vorderfußes zu erst aufzutreten, abrollen zum großen Zeh und dann erst mit der Ferse auf den Boden. Bei dieser Art des Laufens sind ganz andere Muskeln nötig, als im üblichen Fersengang und so muss man halt trainieren. Im Haus und auf kurzen Strecken klappt es schon ganz gut, allerdings gestalten sich Spaziergänge längerer Natur als arg kräfteraubend und so habe ich dann immer mal wieder auf meine alten Joggingschuhe zurückgegriffen. Damit ist nun Schluss, jetzt wird geübt, bis es mir diesen klappt.

    Auf unseren Spazierrunden kommen wir mit schöner Regelmäßigkeit an Bücherkisten und -schränken vorbei, in denen es immer wieder interessantes gibt. Da findet sich so manches Schätzlein und heute hatte ich besonderes Glück. Zwei Bildbände über Kiel, eine wunderschöne Ausgabe von Alice im Wunderland/Alice hinter den Spiegeln von Lewis Carroll, The Left Hand of Darkness von Ursula Le Guin und The Ocean at the End of the Lane von Neil Gaiman. Ich fühle mich reich beschenkt.

  • Bücher,  Daily Musings

    Die Woche schon wieder fast vorbei

    Die Zeit rast. Gestern habe ich mich denn doch noch zu einer kurzen Runde durch den Park aufgemacht. Eigentlich war keine Zeit dafür, weil sich mein Raunachtsvortrag von November auf Oktober verschoben hat und ich nun daran arbeiten muss. Aber wohl der, die eine Ausrede hat, sich vom Schreibtisch zu entfernen. Ein Schauplatz von Eleonora Schabowsi (ist der Arbeitstitel) ist die Moorteichwiese. Also konnte ich den Spaziergang kurzerhand als Recherche ausgeben. Wer keine Ausrede hat, verdient es halt nicht in Verlegenheit zu kommen. Habe ich schon immer gesagt.

    Ansonsten versuche ich es mir zwischen sinnfreien Auseinandersetzungen mit dem Amt der Ämter und Nix-genaues-weiß-ich-nicht in Sachen Umzug einfach gemütlich zu machen. Es ist Herbst, es gibt Kastanien und Kerzenlicht macht alles heimeliger.

    Bevor ich das Buch in der Seitenleiste anfange, es geht um den trojanischen Krieg, wollte ich mich in Stimmung bringen, so griff ich zu Christa Wolfs „Kassandra“. 1983 ist es erschienen, ich habe es über die Jahre immer einmal wieder gelesen und jedes Mal nimmt mich der Text von Neuem gefangen. So ist es müsig zu erzählen, dass ich bis um 02:30 heute morgen gelesen habe und trotzdem bin ich frisch und munter hoch. Was wiederum zeigt, dass Lesen erfrischt.

  • Bücher,  Daily Musings

    Wochenmarkt

    Mittwoch ist Wochenmarkt auf dem Exerzierplatz und seit einiger Zeit gehe ich gerne dort einkaufen. Es gibt dort an eine ausgezeichnete Auswahl an Biogemüse. Heute habe ich Blumenkohl, grüne Bohnen und Conference Birnen erstanden. Mit letzteren möchte ich dieses Flammkuchenrezept aus der neuen Schrot & Korn machen:

    https://schrotundkorn.de/rezepte/flammkuchen-mit-birnen-und-nuessen

    Schnittblumen kaufe ich eigentlich nicht, nur an diesen Gewürzblütensträußlein beim Grünhöker kam ich nicht vorbei.

    Gestern fiel mir „Der Hund, der zum Bankräuber wurde und mehr irische Geschichten“ von Mick Fitzgerald in die Hände und ich habe mich glatt noch mal festgelesen. Mick war ein begnadeter Geschichtenerzähler und Musiker. Leider ist er völlig zu Unrecht verstorben und so werden die vielen Geschichten, die er noch in sich trug, leider nicht mehr zu lesen sein. Ein doppelter Grund immer mal wieder ins seine alten zu gucken. Das Buch gibt es noch. Es ist im Songdogverlag erschienen und wurde von Gabriele Haefs übersetzt.

    https://www.songdog.ch/buch-detail/der-hund-der-zum-bankr%C3%A4uber-wurde.html?fbclid=IwAR380t-E022bP5PKlXuCX6fHDiKZ0CYxb7FyEaAb3zfy90oiqGUAQ5AHQrY

  • Autorenprogramme,  Bücher,  Daily Musings,  Schreiben

    Papyrus Autorenprogramm

    Der Autorenprogramme habe ich schon einige probiert und doch lande ich immer wieder beim Flagschiff unter ihnen, bei Papyrus. Ich habe dieses Programm seit Jahren. Dass ich mit anderen herumprobiert habe, hat einerseits mit Neugier zu tun, andererseits würde ich sehr gerne auf Windows verzichten und Papyrus läuft nun mal nur auf Windows oder Mac wirklich stabil. Sicher es gibt Möglichkeiten es unter Linux zu installieren, aber die haben sich als recht wackelig erwiesen. Besonders der Dudenkorrektur hat da seine Schwierigkeiten und auch das installieren von Updates klappt nicht reibungslos. Patchwork, ein weiteres Autorenprogramm, dass ich den Funktionen nach schon als gut einordnen würde, hat unter Linux weniger Schwierigkeiten, wenn man es mit Wine oder so installiert, ist mir aber zu unübersichtlich und auch zu teuer. Denn ich habe ja bereits einmal einiges an Geld in Papyrus investiert und so habe ich mich nun entschlossen mich mit Windows abzufinden. Besonders da ich gerade an zwei größeren Projekten arbeite. Ein Roman und eine Anthologie. Für letztere brauche ich hauptsächlich die Formatierungsfunktion zum erstellen der Druckvorlage, für den Roman wird es trickreicher.

    Tatsächlich gibt es ein Autorenprogramm, das gut unter Linux läuft und auch viele Möglichkeiten bietet. Dramaqueen heißt es. Es eignet sich allerdings eher für das Schreiben von Drehbüchern und Serienformaten und nicht so sehr für meine Zwecke.

    So einige meiner längeren Projekte sind mangels Struktur gescheitert. Für einen Roman braucht es einfach mehr Planung und jedesmal, wenn ich einfach drauf los geschrieben habe, kam ich irgendwann nicht weiter. Da kriegte ich auch nichts mehr sortiert, weil der Gedanke, irgendwann löst sich alles schon irgendwie, sich als irrig erwies. Und so wanderte wieder ein angefangenes Projekt ins Archiv, besser gesagt wurde begraben.

    Die Möglichkeit mittels Papyrus ein Projekt zu planen hatte ich ja nun schon lange, doch ich muss gestehen, dass ich zu faul war mich mit dem Organizer zu befassen. Jetzt will ich allerdings genau dieses einmal tun. Mindmap, Figuren-, Orte- und Gegenständedatenbank, Zeitstrahl, diesmal kommt alles zum Einsatz.

    Die Idee zu dem neuen Projekt kam mir, als ich die Kurzgeschichte Die Literamorphin für Sagenhafte Geschichten – Was Sagen sind, bestimmen wir! schrieb. Eleonora Schabowski ist eine zu interessante Figur, über die gibt es mehr zu erzählen. Nun hoffe ich mal, dass es diesmal klappt und nicht wieder eine Idee im Nirwana verpufft.

  • Bücher,  Daily Musings

    Laub harken

    Gestern war es recht windig. Den ganzen Nachmittag hörte man die Kastanien auf den Fahrradschuppen prasseln. Heute Morgen, es war noch trocken, habe ich erst einmal Laub geharkt, bevor es zu regnen beginnt und alles so unangenehm matschig wird. Die Freude, dass sich auch noch eine weiße Gladiole gezeigt hatte, währte nur kurz, leider hat sie den Wind nicht überlebt und lag heute morgen so im Bett. Ich habe sie mit rein genommen und in Wasser gestellt. Das schiebt das unvermeidliche zwar nur auf, aber ein paar Tage kann ich mich noch an ihr freuen.

    Natürlich lässt die Schöne sich auch wunderbar fotografieren. Dieses Bild finde ich besonders gelungen. Hat so etwas nostalgisches.

    Schreibtechnisch war diese Woche nicht so der Hit. Ich habe zwar die Geschichten von G. R. Gemin für das Piratenbuch übersetzt und überarbeitet, aber ansonsten es eher sehr ruhig angehen lassen. Macht aber nichts. Es kommen auch wieder bessere Zeiten. Gerade lese ich sehr viel und habe dummerweise so ein Such- und Wimmelspiel entdeckt, das mir sehr viel Spaß macht.

    Gerade halte ich mich sonst von allem fern. Besonders von diesem merkwürdigen Wahlkampf. Meinen Stimmzettel habe ich abgegeben und das muss reichen. Ansonsten ist gerade Nachrichtenabstinenz angesagt.

    Ich wünsche allen ein schönes Wochenende.

  • Bücher,  Daily Musings

    Fauler Tag

    Heute wird es hier sehr ruhig sein. Chilli, Viktor und ich, werden uns einen schönen, rundherum faulen Tag machen.

    Gleich nach dem Aufstehen, noch vor dem Frühstück haben wir einen Spaziergang durch den Schützenpark gemacht und das muss an Aktivität reichen. Ansonsten gibt es Pizza, Pflaumenkuchen und was sonst das Herz erfreut. Mich zieht es auch schnell ins Bette, denn ich möchte unbedingt weiterlesen. Das Buch, das mich gerade gefangen hält, findet sich in der Seitenleiste.

  • Bücher,  Rezensionen

    Selbst der beste Plan von Séamus Ó Grianna

    Séamus Ó Grianna wurde 1889 im County Donegal geboren. Er entstammt einer Familie von Geschichtenerzähler. Seine Erzählungen, die er auf irisch schrieb und erst später ins englische übersetzte, spielen in den Rosses im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Sie sind geprägt von der ländlichen Gegend, vom Meer und von der Sprache. Die Menschen sind arm, aber hilfsbereit. Sie leben von der See und fürchten sie auch. Doch vor allem geht es Ó Grianna um die Menschen. Da ist zum Beispiel Denis der Träumer, der den Menschen in seinem Dorf das Konzept der Liebesheirat nahebringen will, allerdings scheitert. Und da sind die, die auswandern, um der Armut zu entgehen, temporär zum Arbeiten nach Schottland oder für viele Jahre nach Amerika. Wenn sie irgendwann zurückkehren, sind sie fremd in der Heimat und haben den Kontakt zu ihren Familien und Freunden verloren.

    Die Erzählungen sind wahrlich ein ganz besonderer Schatz. Gabriele Haefs und Julian Haefs ist es auf wundervolle Weise gelungen, die bildhafte Sprache Ó Griannas in der deutschen Übersetzung zum Leuchten zu bringen. Ein großes Lesevergnügen.

    Ralf Sotscheck hat, um die Sache rund zu machen, das Buch mit einem Nachwort versehen, in dem er unter anderem, Erklärungen zu den Feinheiten der irischen Sprache, sowie zu Ó Griannas Leben gibt und über die besondere Lage Donegals.