Roman

Der Hochstapler – David Slattery

Eigentlich wollte der Protagonist dieses Buches sich nur über den Partylärm im Nebenzimmer beschweren, doch dann steht er plötzlich auf dem Balkon, vor einem betrunkenen Mann, der von ihm verlangt ihn hart ins Gesicht zu schlagen. Nach kurzem Zögern, kommt er der Bitte nach und die Geschichte beginnt, denn der Geschlagene kippt vom Balkon im 5. Stock und ist tot. Kurzerhand übernimmt der Schläger dessen Identität und tritt eine Stelle als Professor für Moralphilosophie an einem College an. Dort merkt niemand, dass er nicht der Richtige Rik Wallace ist, denn jeder ist mit sich selbst beschäftigt, und alles könnte so schön sein, doch wie es so ist, zieht ein Todesfall den nächsten nach sich.

Es ist sehr lange her, dass ich mich so gut amüsiert habe. Nach „How to be irish“ legt der Kulturanthropologe David Slattery nun seinen ersten Roman vor und gleich mit so einer wundervollen, skurillen Geschichte. Die Charaktere haben herrliche Macken, wie etwa der Leiter des Fachbereichs Philosophie, der sich dauernd um seine imaginäre Tochter kümmern muss oder das Hausmeisterpaar, das Bücher klaut und nach und nach eine Bibliothek in der ehelichen Wohnung einrichtet. Die meisten Charaktere sind sicher Mörder, aber man muss sie einfach mögen, denn sie morden nicht etwa aus Blutdurst, sondern eher lösungsorientiert.

Der Hochstapler von David Slattery, Übersetzerin: Gabriele Haefs, Verlag btb, ISBN 978-3-442-71817-7, Preis: 10,00 €

Mein Name ist Karin Braun, ich lebe mit Mann und Hund in Kiel und bin eigentlich dauernd in Geschichten unterwegs. Ich lese mit Begeisterung, schreibe gerne übers Gelesene und, so dann und wann, schreibe ich selber welche. Des weiteren beschäftige ich mich mit Tarot, Magie, Runen und soweiter. Bin so eine Ökotante ohne Smartphone, ohne Fernseher, esse bio und habe schwer Feminismus.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.