Roman

Die Stadt von Walerjan Pidmohylnyi

Stepan, ein junger Mann vom Lande kommt in die große Stadt. Er hat auf Seiten der Roten gekämpft, hat in seinem Dorf das Gemeinschaftshaus geleitet und eine Bibliothek eingerichtet. Stepan will studieren und dann zurück ins Dorf für den Sozialismus zu arbeiten. Er hat große Pläne … und reichlich überzogene Erwartungen … und stellt fest, dass die Stadt nicht unbedingt auf ihn gewartet hat. Das Großstadtleben widert ihn einerseits an, andererseits gibt es so einiges, abgesehen von Frauen, das ihn anzieht. Unter anderem die Literatur und als er selbst zu schreiben beginnt und erste kleine Erfolge hat, ist es schnell vorbei mit seinen alten Plänen.

Dieser Stepan ist einer, dem man abwechselnd in den Arm nehmen oder verprügeln möchte. Er ist selbstverliebt, gleichzeitig voller Selbstzweifel, herzlos gegenüber Frauen und auch in Sachen Freundschaft nicht der zuverlässigste … und doch ist er jemand mit dem ich gerne durch das Kyjiw der 20er Jahre gewandelt bin. Walerjan Pidmohylnyi hat da einen Protagonistin, der sein eigener Antagonist ist. Oft genug möchte man ihn schütteln, und im nächsten Moment trösten, weil doch alles nicht so schlimm ist.

Walerjan Pidmohylnyi, geb. 1901 – 1937, lebte als Schriftsteller in der Ukraine, ab den 30ger Jahren konnte er nicht mehr publizieren, wurde mehrfach inhaftiert und gefoltert und schließlich 1937 im Arbeitslager hingerichtet.

Übersetzung aus dem Ukrainischen: Alexander Kratochvil, Lukas Joura, Jakob Wunderland und Lina Zalirok

Guggolz Verlag 2022

Mag keine Schubladen, isst gerne Schokolade, liest und schreibt mit Hingabe Letzteres auch schon mal über das Gelesene. Hat Spaß am Kochen und am einfach mal die Wand angucken. Wohnort: Kiel und Wolkenkukusheim

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