Daily Musings

Herbst auf dem Südfriedhof

Der Stadtteil in dem ich wohne heißt nach dem dort gelegenen Friedhof und jener ist einer meiner liebsten Orte zum Spazierendenken. Friedhöfe haben mich schon immer angezogen und dieser ist für mich ein besonderer Ort, obwohl ich dort nicht zur letzten Ruhe kommen möchte. Für mich wird es in die Ostsee gehen. Der Gedanke nach meinem Ableben praktisch eine feste Adresse zu haben, hat etwas zu tiefst verstörendes für mich. Obwohl ich wohl davon ausgehen kann, dass das nach meinem Tod keine Rolle mehr spielt, was mit meinem Körper wird. Doch der Gedanke mich im Meer aufzulösen hat für mich etwas sehr Schönes.

Ich glaube was micht so besonders anzieht ist dies Wandeln zwischen Tod und Leben. In der Erde die Toten und in den Bäumen und Büschen wimmelt es von Vögeln, Eichhörnchen und was sonst noch alles. Es huscht, raschelt und zwitschert, dass es eine Freude ist, ab und an stehen zu bleiben, einfach mal die Augen zu schließen und zu lauschen.

Faszinierend finde ich auch, dass ich immer wieder Neues entdecke, gerade denn, wenn ich denke, nun habe ich wirklich jede Grabfigur gesehen und die meisten auch fotografiert. Doch weit gefehlt, da nimmt man ganz in Gedanken eine Abzweigung und ist auf einmal in noch einem Gang und steht vor einem Engel oder einer Skulptur, die man noch nie gesehen hat. Irgendwie ein magischer Ort.

Aber er hat auch einen praktischen Nutzen, wenn mir keine Namen für meine Figuren einfallen, gehe ich Grabsteine lesen.

Mag keine Schubladen, isst gerne Schokolade, liest und schreibt mit Freuden. Letzteres auch schon einmal über das Gelesene. Hat aber auch Spaß am Kochen und einfach mal die Wand angucken. Wohnort: Kiel und Wolkenkukusheim

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