Daily Musings

Ms. Braun is not amused

Nachdem ich 2019 erstaunlich versöhnlich verabschiedet habe, bin ich schon wieder ziemlich in Brass. Ausgelöst wurde mein Ärger, durch die Nachricht vom Brand im Krefelder Affenhaus, welcher wohl durch chinesische Himmelslaternen ausgelöst wurde, welche in allen Bundesländern, bis auf Meck-Pomm, verboten sind. Bis auf zwei Schimpans!nnen wurde alle Tiere getötet. In erster Linie bin ich natürlich traurig, dass diese armen Lebewesen so sterben mussten, zum anderen bin ich einfach wütend, weil der Auslöser so typisch für unsere Art zu leben ist. Diese Himmelslaternen sind hübsch und der Gedanke dahinter schön. Mensch beschriftet sie mit einem Wunsch und lässt sie aufsteigen. Das sie verboten sind, hat einen Grund, aber natürlich ist es ja so hübsch und dann dass mit dem Wunsch und es wird doch auch nicht so schlimm sein, wenn mensch … außerdem ist es ja Tradition, diese Dinger sind natürlich in China Tradition und nicht hier, aber im Rahmen dieser sinnlosen Silvesterballerei, kann mensch doch schon mal, wird schon nicht schaden. Und so weiter. Sicher haben die Leutchen, die die Dinger losgeschickt haben, es nicht mit dem Gedanken getan das Affenhaus zu zerstören, sie haben nur daran gedacht wie hübsch es doch ist und das es vielleicht ein schönes Foto für Instagramm gibt. Was wohl für viele die Kernpriorität ihrer Unternehmungen ist.

Es wird sich ja, von denen die es nicht lassen können, so gerne auf die Tradition des Feuerwerks berufen. Doch welcher Gedanke steckt hinter der Tradition des Lärmens? Der Lärm in der Silvesternacht soll böse Geister vertreiben. Lärm kann mensch auch machen, ohne Massen Feinstaub in die Atmosphäre zu pusten. Trommeln wäre doch eine schöne Alternative. Tradition hin oder her, diese hat sich überholt. Uns steht, einigen Ortens bereits buchstäblich, das Wasser bis zum Hals, es braucht mehr Klimaschutz und ansonsten weniger von allen. Ich bin im allgemeinen gegen Verbote, aber hier wäre eines sinnvoll.

Wir sind gestern Abend früh zu Bett. Es gab kein Kartenspielen mehr, uns war nach Lesen und Kuscheln. Haben wir auch gemacht und heute Morgen sind wir recht frisch hoch. Nach dem Frühstück ging es auf die Hunderunde einmal um den kleinen Kiel. In der Regel wimmelt es dort von Wasservögeln, heute waren kaum welche da. Warum war unschwer zu erkennen, überall lag der Müll, den traditionsbewussten Feuerwerker!nnen, denen sowohl Tierwohl als auch Umweltschutz am Arsch vorbei geht, hinterlassen haben.

Ich habe lange überlegt, ob ich nicht lieber einen lustigen „wir-haben-nicht-mal-den-likör-getrunken“ Post verfassen soll. Doch ich habe mir vorgenommen noch einen Tacken ehrlicher und aufrichtiger zu sein und so ein Post, wäre das Gegenteil gewesen.

Mein Name ist Karin Braun, ich lebe mit Mann und Hund in Kiel und bin eigentlich dauernd in Geschichten unterwegs. Ich lese mit Begeisterung, schreibe gerne übers Gelesene und, so dann und wann, schreibe ich selber welche. Des weiteren beschäftige ich mich mit Tarot, Magie, Runen und soweiter. Bin so eine Ökotante ohne Smartphone, ohne Fernseher, esse bio und habe schwer Feminismus.

11 Kommentare

  • Frau Momo

    Ich kann Deinen Ärger nur zu gut verstehen. Hier in der Nachbarschaft haben Menschen ihr Dach verloren, Reetdach und Feuerwerkskörper sind auch keine gute Kombi. Und es hat so viele Brände in Hamburg gegeben, wie noch nie. Vor unserer Tür sieht es aus wie Sau. Nach mir die Sintflut und man wird doch wohl noch feiern dürfen ist wohl die Devise. Wir sind angesichts der dicken Suppe heute gar nicht raus, aber ich hätte vermutlich auch schlechte Laune bekommen angesichts des Drecks. So haben mir die Schlagzeilen in der Mopo und beim NDR gereicht um in Wallung zu kommen.
    Habt trotzdem noch einen schönen Neujahrsabend. Wir werden uns jetzt eine Lenzverfilmung mit Jan Fedder zu Gemüte führen, nachher die Reste vom Fondue verspeisen und eine weitere Lenzverfilmung gucken

    • Kabra

      Hier war es wunderschön, trocken und kalt. Eigentlich das ideale Spaziergehwetter. Na ja, was draus wurde habe ich ja geschrieben. Machen wir das beste draus. Klemz

      • Frau Momo

        In und um Hamburg hat es durch den Nebel Massenkarambolagen gegeben. Und die Luft ist wohl auch extremst schlecht. Zieht ja nix ab von dem Dreck der letzten Nacht

  • herr_momo

    Feiern kann man auch gut ohne Umweltverschmutzung und Sachbeschädigung.
    Sogar sehr gut.
    Dumm halt nur, dass manche Menschen das erst begreifen werden, wenn der vermeintliche Spass verboten sein wird. (Wofür ich uneingeschränkt plädiere, weil wohlmeinende Appelle sowieso nicht greifen)

    Schade auch um die Tiere im Krefelder Zoo.
    Wobei meine erste Phantasie nicht in Richtung Instagramm ging, sondern in Richtung Öko-Mutti, die Ihren Helikopterkindern vermitteln wollte, dass man auch ohne Geballer etwas schönes mit Feuer machen kann.
    Nur: Feuer ist Feuer – und immer gefährlich. Aber soweit hat sie dann nicht mehr gedacht….

    • Kabra

      Schon lange fällt mir auf, dass es nicht so sehr um Feiern und Spaß haben geht, dass ist das vordergründige. Es geht sehr viel mehr darum, doch mal so richtig die Sau rauszulassen und da steckt eine gewaltige Agressivität hinter. Silvester bricht es sich richtig Bahn, aber auch nach einem „normalen“ Partyabend am Wochenende, finde ich Bierflaschen, die nicht einfach zerspilttert sind, sondern förmlich atomisiert und noch so einige Beispiele.
      Ich betrachte das schon so einige Zeit mit Sorge.

  • birgit

    puh – das hab ich noch nicht mitbekommen
    das ist nur zum magenumdrehen
    wir haben nur gesessen ohne jegliche beschallung
    ich hab gestrickt
    und bin vor lauter sms auch nicht vor die tür gekommen
    cimo war ganz entspannt
    aber charlie hatte sich hinters sofa geflüchtet
    hier war schon den ganzen tag knallerei
    und auch jetzt ist immer noch was zu hören
    ich hatte noch ein paar wunderkerzen von vor zwei jahren gefunden
    die habe ich für nächstes mal zurückgepackt
    ( letztes jahr hab ich sie nicht gefunden )
    gut zu lesen dass ihr angenehm ins neue jahr gekommen seid
    heute morgen um halb zehn hatten unsere stadtreiniger schon alles gefegt – ich war absolut überrascht weil letztes jahr tagelang eine riesensauerei war ( was ich nicht den stadtreinigern anlaste ! ). drei daumen hoch

    so – alles gute euch für 2020
    der beginn eines neuen jahrzehnts der es noch gar nicht ist – aber lassen wir das erbsenzählen
    habt es schön warm und gemütlich
    allerliebste grüße birgit und alle dazugehörigen ‍♀️

    • Kabra

      Bei uns hing die Hose um 21:00 kalt übern Stuhl. Bei uns in der Straße und im Viertel hatte sich die Knallerei und der Müll in Grenzen gehalten, aber ein Stück weiter, sah es ganz anders aus.
      Wir werden gleich mal Holz bestellen, damit es warm und gemütlich bleibt. Liebe Grüße zurück. Ich maile demnächst mal ausführlicher

  • Gudrun

    In anderen Städten der Welt geht es ganz gut ohne Böllerei. Nur bei uns gibt es wie immer keine Entscheidungen. Das Volk braucht Brot und Spiele. Das hat Cäsar schon so praktiziert. Ich war heute in meinem Park und es hätte schön sein können.In Parks, Kleingartenanlagen, Naturschutzgebieten ist die Böllerei jetzt schon verboten, damit Tiere ein Rückzugsgebiet haben. Es interessiert nur keinen. Mein Straßenabschnitt war voller Müll. Die Plastikverpackungen lagen da, die Reste der Böllerei, Sektflaschen, Bierdosen … Auch der Park blieb nicht verschont. So schlimm, wie in diesem Jahr, habe ich das noch nie empfunden. Ein Blogger, ein Freund, schrieb heute von Sprengstofforgien. Ja, das war gestern eine.
    Ich würde so gerne weggehen, an den Arsch der Welt, aber mein Gesundheitszustand hindert mich daran.
    Liebe Karin, wir werden das Beste machen in dem neuen Jahr und viel Freude und schöne Momente soll es auch geben. Lesen, Kuscheln im Bett, das ist doch schon mal ein feiner Anfang.
    Liebe Grüße

  • annette

    Ach ja, die Böllerei! Ich verschreck mich immer furchtbar, wenn es unerwartet knallt, d.h. ab Verkaufsstart geh ich nur zur Mittagszeit raus, und wenn es sich gar nicht vermeiden lässt. Gestern dachte ich mittags an einen kleinen Spaziergang, bringe vorher noch den Müll raus – und als ich die Mülltonne berühre, knallts! Schreck lass nach! Nee, da war nix in der Tonne, der Böller entfernt auf der Straße, bloß der Zeitpunkt stimmte. Danach war klar, kein Neujahrsspaziergang, Spinnrad und Strickzeug!
    Jetzt wünsch ich euch allen ein wunderbares 2020! Und falls mal ein Tag für die Tonne ist: Da gibt es Ersatz für – den 29.2.!

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