Daily Musings

Müde

Wir sind alle reichlich müde und fertig. Dazu noch dieses äußerst scheußliche Wetter, das einen nicht wirklich vor die Tür lockt, obwohl es mir gut tun würde, mal eine Stunde rauszukommen. So wie auf dem Foto liegt Suka die meiste Zeit da, steht eigentlich nur auf, um kleine Portionen zu fressen und zu trinken. Eine kleine Runde um den Block hat sie mit Viktor auch gemacht, allerdings auch da keine Verbesserungen. Heute Morgen habe ich mich gefragt, wie ich Sukas Pflege hinbekommen würde, wenn ich Vollzeit arbeite und dazu aus dem Haus müsste. Da ich dauernd mit Fressen ( 4 – 5 kleine Portionen am Tag) und Medikamente geben (3 x am Tag), sowie beschmusen und Essen kochen für sie und uns beschäftigt bin, müsste ich mir in dem Fall wohl Urlaub nehmen oder dürfte keinen Hund haben.

Dann sind da noch die finanziellen Erwägungen. Noch mehr Tierarzt können wir uns nicht leisten. Sicher ein kleines Polster ist noch, doch wenn das aufgebraucht ist, ist Ende der Fahnenstange. Sicher hoffen wir immer noch das Suka sich erholt, jedenfalls reden wir uns ein, dass es noch eine Chance dazu gibt, aber selbst wenn, dürfte sie die nächsten drei bis vier Monate nicht mehr krank werden und auch bei uns dürfte nichts unerwartetes kommen. Diese finanziellen Sorgen, machen mich wütend und gehen aufs Gemüt. Gesundheit, vierbeinige wie zweibeinige, sollte einfach nicht davon abhängen.

Mein Name ist Karin Braun, ich lebe mit Mann und leider nicht mehr mit Hund in Kiel. Meine Interessen sind Lesen, Schreiben, Gesunde Ernährung, Naturmedizin, Yoga und Meditation.

9 Kommentare

  • Frau+Momo

    Dieses sich entscheiden müssen, wann der richtige Zeitpunkt ist, das fand ich auch damals so furchtbar, als ich Paul habe erlösen lassen. Hätte er vielleicht doch noch eine kurze, schöne Zeit gehabt, war ich zu früh… es ist einfach nervenzehrend, man hofft und bangt, verdrängt und muss doch realistisch bleiben. Für die Intensivpflege eines Tieres müsste ich tatsächlich Urlaub nehmen, wir hätten zusammen vielleicht vier Wochen zusammengekriegt, länger aber eben auch nicht. Solche Sorgen haben wir nun nicht mehr, aber es wäre tatsächlich ein Problem gewesen, als wir noch beide voll berufstätig waren. Das Gesundheit für Tiere nichts kosten sollte, sehe ich nicht so. Aber es müsste Möglichkeiten der Unterstützung für arme Menschen geben, denn gerade für die ist ein Tier oft so wichtig.

    • Kabra

      Umsonst meinte ich auch nicht. Sicher nicht! Aber kaum noch ein Tierarzt, wie unser alter, bevor er sich zur Ruhe setzte, bittet die Möglichkeit der Ratenzahlung an. Als Dr. A. noch praktizierte und unser Kater eine Harnröhren und Penisentfernung brauchte, mussten wir 1/3 anzahlen und konnten den Rest in Raten machen. Die 1000 €, die das gekostet hat, hätten wir nicht auf einmal aufbringen können. Das macht, sicher aus guten Gründen, keine Praxis hier auf der Ecke mehr.
      Ich jedenfalls fühle mich nicht besonders gut dabei, dass ich die finanzielle Seite so wichtig nehmen muss

      • Frau+Momo

        Ich weiß gar nicht, wie mein alter Tierarzt das inzwischen hält, ich war so ewig nicht dort. Selbst Ratenzahlung ist mit HartzIV ja schwierig bis unmöglich. Ich finde, da müsste es andere Töpfe geben. Tiere können ja sogar unter Umständen andere Kosten senken, weil sie uns gut tun. Und die Tierheime sind voll und könnten entlastet werden, wenn Menschen zu einem Tier kämen, auch wenn sie sich das nicht leisten können. In Hamburg gibt es ja inzwischen die Tiertafel, aber ich bin ja grundsätzlich sehr kritisch den Tafeln gegenüber. Eine Lösung weiß ich gerade auch nicht, aber es ist einfach Scheiße, wenn zu der Sorge um das geliebte Tier auch noch die finanzielle dazu kommt

        • Kabra

          Früher gab es vom Tierheim Zuschüsse für Tierärztliche Behandlungen bei ökonomisch Gebeutelten. Das ist denen nicht mehr möglich, weil sie selbst am krebsen sind. Es ist ja nicht so, dass wir unmittelbar pleite sind. Geld um Suka einschläfern zu lassen ist da. Es ist mehr, dass ich mich mies fühle, weil ich schon Angst habe, dass sie sich erholt und wieder krank wird und es so hin und hier geht. Das könnten wir nicht wuppen.

          • Frau+Momo

            Das wäre eigentlich ein guter Ansatz…. die Tierheime entsprechend ausstatten, damit sie diese Versorgung leisten. Aber in Hamburg ist das auch nicht möglich. Ach menno, das ist eine so kacke Zwickmühle, in der Ihr da steckt. Als ich bei Paule so unsicher war, habe ich mich letztlich auf das Urteil des Tierarztes verlassen. Mir war natürlich trotzdem elend zumute, nachdem Paule Paddelbär (das war ein Kaputtmechaniker vor dem Herrn) tot in meinem Arm lag.

  • Gudrun

    Ich fühle mit dir, eben weil ich diese Situation zu gut kenne. Einmal, weil ich schon einige Tiere in der letzten Phase ihres Lebens betreut habe und zum anderen, weil ich die finanziellen Engpässe nur zu gut kenne. Meine Penny wird mein letztes Haustier sein und ich hoffe, dass unser Abschied ruhig „ablaufen“ wird. „Du ohne Katze – das geht doch gar nicht.“, höre ich öfter jetzt schon. Nein, eigentlich geht das gar nicht, aber anders geht es auch nicht. Es ist wie ein Kuchen, der kleiner und kleiner wird.
    Vielleicht muss man jetzt in Minuten denken, oder in Momenten. Sukas warmes Fell spüren, ihre Wärme, die Dankbarkeit in ihren Augen sehen, … Vielleicht ist das jetzt besonders wichtig, für beide Seiten. Die Erinnerung daran wird bleiben.
    Ach, Karin.

    • Kabra

      Da sagst du was. Suka ist auch unser letzter Hund und wenn Chilli nicht mehr ist, wird es keine weiteren Haustiere mehr geben. Nicht, weil wir nicht gerne wieder eine Katze hätte, sondern weil wir uns es schlicht und ergreifend nicht leisten können.
      Das ist nicht schön.

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