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Selbst der beste Plan von Séamus Ó Grianna

Séamus Ó Grianna wurde 1889 im County Donegal geboren. Er entstammt einer Familie von Geschichtenerzähler. Seine Erzählungen, die er auf irisch schrieb und erst später ins englische übersetzte, spielen in den Rosses im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Sie sind geprägt von der ländlichen Gegend, vom Meer und von der Sprache. Die Menschen sind arm, aber hilfsbereit. Sie leben von der See und fürchten sie auch. Doch vor allem geht es Ó Grianna um die Menschen. Da ist zum Beispiel Denis der Träumer, der den Menschen in seinem Dorf das Konzept der Liebesheirat nahebringen will, allerdings scheitert. Und da sind die, die auswandern, um der Armut zu entgehen, temporär zum Arbeiten nach Schottland oder für viele Jahre nach Amerika. Wenn sie irgendwann zurückkehren, sind sie fremd in der Heimat und haben den Kontakt zu ihren Familien und Freunden verloren.

Die Erzählungen sind wahrlich ein ganz besonderer Schatz. Gabriele Haefs und Julian Haefs ist es auf wundervolle Weise gelungen, die bildhafte Sprache Ó Griannas in der deutschen Übersetzung zum Leuchten zu bringen. Ein großes Lesevergnügen.

Ralf Sotscheck hat, um die Sache rund zu machen, das Buch mit einem Nachwort versehen, in dem er unter anderem, Erklärungen zu den Feinheiten der irischen Sprache, sowie zu Ó Griannas Leben gibt und über die besondere Lage Donegals.

Mag keine Schubladen, isst gerne Schokolade, liest und schreibt mit Freuden. Letzteres auch schon einmal über das Gelesene. Hat aber auch Spaß am Kochen und einfach mal die Wand angucken. Wohnort: Kiel und Wolkenkukusheim

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