Bücher,  Rezensionen

The Carbon Diaries – Euer schönes Leben kotzt mich an – Saci Lloyd

Dieses Buch ist bereits 2009 erschienen und nun vom Arena Verlag neu aufgelegt worden. Die Handlung ist in 2015 London angelegt.

Laura ist 16, ihre Familie Mittelstand, eine ältere Schwester, der Vater Lehrer, die Mutter arbeitet in einem Verlag. Eine Familie, mit Auto, Smartphones und allem was das Leben leichter macht. So erwischt es sie ziemlich kalt, als die Regierung einen Carbonpass einführt. Ab sofort hat jeder Bürger, jeder Haushalt, ein gewisses Kontingent an Strom – später auch an Wasser – zur Verfügung, wer mehr verbraucht wird bestraft.

Das Buch ist in Tagebuchform aus Lauras Sicht geschrieben. Sie beschreibt die gesellschaftlichen Veränderungen, die die Maßnahmen und der immer totalitärer werdende Staat auslösen. Wie die lange ignorierten Baustellen in ihrem engsten Umkreis fast zum Auseinanderbrechen ihrer Familie führt und natürlich auch, welche Zukunftsaussichten ihr bleiben, in der Schule, in der Liebe und ihrer Band, den Dirty Angels.

Mir hat das Buch sehr gefallen. Gerade diese Tagebuchform macht es spannend. Es ist für ein jugendliches Publikum geschrieben, aber ich denke auch Erwachsene sind nicht schlecht damit bedient.

Übersetzerin: Babara Adebi

Die Neuauflage ist mit einem Nachwort von Isabel Abedi, der Tochter der Übersetzerin, versehen und so gut, wie mir das Buch gefallen hat, so sehr habe ich mich über eine Aussage im Nachwort geärgert.

Wer diese Umweltbewegung in Gang gebracht hat, waren allerdings nicht wir Erwachsenen. Es waren die Schülerinnen und Schüler eurer Generation. Alles voran Greta Thunberg, die im Dürresommer 2018 mit den Worten „Schulstreik für das Klima“ jeden Freitag auf die Straße ging und unzählige von euch aktiviert, die Menschen im Namen der Erde wachzurütteln.

Nachwort Isabel Adebi zu The Carbon Diaries

Meine liebe Frau Adebi, das stimmt so einfach nicht. Es begann Ende der 70ziger, mit den Grünen, mit Greenpeace, Robin Wood und der Anti AKW Bewegung. Auch möchte ich an den Aufruf „Jute statt Plastik“ erinnern, der in den 80ziger Jahre erschall, erinnern. Warnende Stimmen und Aktionen gab es genug, nur haben Wirtschaft und Politik es vorgezogen nicht zu handeln. Ein wenig historische Perspektive kann also nicht schaden.

Dieses missglückte Nachwort ändert allerdings nichts daran, dass es ein gutes, wichtiges Buch ist und trotz des bedrückenden Themas, auch ein stellenweise sehr amüsantes.

Mag keine Schubladen, isst gerne Schokolade, liest und schreibt mit Freuden. Letzteres auch schon einmal über das Gelesene. Hat aber auch Spaß am Kochen und einfach mal die Wand angucken. Wohnort: Kiel und Wolkenkukusheim

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